Rolltreppe

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Rolltreppen in einer U-Bahn-Station der Kopenhagener Metro
Rolltreppenanlage in VivoCity, Singapur
Der untere Teil der weltweit größten und höchsten Rolltreppenkonstruktion in den Universal Studios Hollywood
Erste Rolltreppe in Berlin, 1925

Eine Rolltreppe (oder Fahrtreppe) ist ein Personenbeförderungsmittel zur Überwindung einer Höhendistanz, bei dem sich bewegende Metall- oder (ehemals) Holzsegmente Treppenstufen bilden. Sinn und Zweck ist eine Beförderung von Personen in einer höheren Geschwindigkeit als Schrittgeschwindigkeit und mit weniger Muskelkraft. Der so beschleunigte „Abtransport“ bzw. die Zuführung von Personen zu einer Örtlichkeit dient der Zeit- und Platzersparnis (z. B. an Bahnsteigen).

Man spricht von Fahrsteig, wenn die Metallelemente keine Treppe, sondern eine ebene Fläche bilden, die auch geneigt und gekurvt sein kann. Rolltreppen sowie Fahrsteige müssen im Brand- oder Notfall abgeschaltet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1895 wurde als Attraktion in einem Vergnügungspark auf Coney Island erstmals eine Rolltreppe betrieben. Es handelte sich um eine Erfindung des US-Amerikaners Jesse W. Reno, dem am 15. März 1892 das beantragte Patent zuerkannt worden war. Seine Erfindung bestand zunächst lediglich aus einem Gummischrägband mit Holzplatten, also um ein schräges Förderband. Es hatte zwar 1859 ein früheres US-Patent gegeben, das eine Rolltreppe mit fahrenden Stufen enthielt – da das Prinzip zu kompliziert war, war dies aber nie gebaut worden.

Als eigentlicher Erfinder der Rolltreppe gilt George A. Wheeler, dessen Patent rund fünf Monate nach dem von Jesse W. Reno erteilt wurde. Den eigentlichen Durchbruch schaffte er jedoch nicht selbst. Charles Seeberger, der mit seinen eigenen Konstruktionen scheiterte, kaufte im Jahr 1898 das Patent seines Kollegen.

Der wirtschaftliche Durchbruch geschah zur Weltausstellung Paris 1900. In den USA etablierte sich die Rolltreppe schnell in Kaufhäusern und vor allem in Bahnhöfen der U-Bahn. Eine Rolltreppe in der heute gebauten Ausführung wurde erstmals 1920 von der Otis Elevator Company konstruiert. Am 11. Juli 1925 installiert das Kaufhaus „Tietz“ (Kaufhof/Hohe Straße) in Köln die erste Rolltreppe Deutschlands und die zweite auf dem europäischen Festland.[1]

Nutzung im Alltag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lichthofrolltreppen im Karstadt (München)

Rolltreppen sind ein Merkmal für Urbanität, denn in der Regel gibt es sie nur an Orten mit viel Publikumsverkehr. Sie haben zwar eine langsamere Fördergeschwindigkeit als Aufzüge, bieten aber den Vorteil, dass sie deutlich mehr Personen aufnehmen können. Rolltreppen in Innenbereichen haben meistens schlankere Flanken, die oft aus Glas sind, während sie im Freien Metallverkleidungen haben. Durch die längere Laufzeit und Witterungseinflüsse werden Rolltreppen, die in Außenbereichen liegen und immer in Betrieb sind, stärker beansprucht. Zudem können sie vor allem nachts, oder generell in schwachfrequentierten und abgelegenen Gebieten das Ziel von Vandalismus sein.

Weitestgehend durchgesetzt hat sich der Grundsatz „rechts stehen, links gehen“, sofern es die Breite der Treppenstufen zulässt. Der Grundsatz gilt auch dort, wo normalerweise Linksverkehr herrscht. In der Hausordnung der deutschen Personenbahnhöfe ist diese Verhaltensregel darüber hinaus verbindlich vorgeschrieben.[2] Andernorts wird teilweise auch mit Schildern darauf hingewiesen, wie z. B. an Zugängen zur Londoner U-Bahn. So soll die linke Seite für Notfälle freigehalten werden, oder auch bei fehlender Festtreppe für Fußgänger. Sofern an der Rolltreppe nicht bereits ein entsprechender Benutzungshinweis angebracht ist, ist die Regel „Links gehen, rechts stehen!“ in München jedenfalls gewohnheitsrechtlich anerkannt und wird von den Einheimischen normalerweise auch genau befolgt.[3][4]

In Japan wiederum geht man von dieser Regelung wieder ab. Seit 2015 beteiligen sich 51 Unternehmen aus der Bahn- und Liftindustrie an der Aktion, auf Rolltreppen das Laufen zu verbieten. Statistisch konnte nachgewiesen werden, dass die Anzahl der Unfälle dadurch erheblich verringert wird.

Symbolgehalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stummfilm Panzerkreuzer Potemkin (russischer Originaltitel Броненосец Потёмкин/Bronenossez Potjomkin) des Regisseurs Sergei Eisenstein zeigt erstmals eine statische Treppe als kraftvolles Bild. Neuere Filme lehnen sich durch die offensichtliche Umkehr von Statik und Mobilität und der sich daraus entwickelnden Paradoxie an genau dieses Bild an.

In vielen Filmen werden Kameraposition und Fahrtrichtung der Rolltreppe als stilistisches Mittel eingesetzt. Bewegung entgegen der Fahrtrichtung und Überspringen der Abgrenzung zwischen zwei entgegenlaufenden Rolltreppen wird häufig als der allgemeinen Ordnung entgegenwirkendes Element oder als Symbol der Umkehr des Handlungsablaufs eingesetzt.

Im 1922 entstandenen Stummfilm Das vollelektrische Haus mit Buster Keaton dient eine in einem Privathaus eingebaute Rolltreppe als Symbol der Modernität, die selbst einstellbare Geschwindigkeit zeigt aber deutlich und amüsant die Grenzen des Fortschritts.

Leistungsaufnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine gewöhnliche Rolltreppe benötigt im Durchschnitt 2–5 kW elektrischer Leistung. Der Bedarf hängt von der Geschwindigkeit, sowie Länge und somit Größe der Treppe ab. Weniger entscheidend für die Leistungsaufnahme ist die Belastung mit Personen. Um Leerlaufzeiten zu vermeiden, verfügen modernere Anlagen über Sensoren in Form von Trittplatten oder Lichtschranken mit einer nachgeschalteten Logik. Wenn sich keine Personen auf der Rolltreppe befinden, wird sie von der Elektronik abgeschaltet und läuft erst wieder an, wenn sie jemand betritt. Um festzustellen, ob es sich um eine defekte oder in den Bereitschaftsmodus geschaltete Rolltreppe handelt, haben diese an den Enden neben den Handläufen eine Statusanzeige mit zwei kleinen Leuchten. Meistens steht grün für in Betrieb, seltener auch blau; rot signalisiert die entgegengesetzte Fahrtrichtung. Rolltreppen in geschlossenen Gebäuden haben eine solche Vorrichtung in der Regel nicht. Neuere Rolltreppen werden häufig nicht mehr vollständig abgeschaltet, sondern mit stark verminderter Geschwindigkeit weiterbetrieben. Leistungsaufnahme und Verschleiß reduzieren sich dabei weniger als bei der Abschaltung, doch so kann näherkommenden Fahrgästen die Betriebsbereitschaft und die Laufrichtung signalisiert werden, und auch das Einfrieren der Treppe bei niedrigen Temperaturen wird verhindert.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzungsempfehlung für Kinderwagen an einer Rolltreppe in Wiesbaden
Sicherheitshinweis an der Rolltreppe der Metro von Madrid

Unfälle auf Rolltreppen sind selten, und doch bergen sie große Gefahren.

Mit einer gewissen Umsicht auf die potentiellen Gefahrenstellen ist eine gut gewartete Rolltreppe mit geschlossenen Schuhen sicher und komfortabel benutzbar. Schon früh im Kindesalter lässt sich das flüssige Ein- und Aussteigen an den Bodenkämmen erlernen. Das Aussteigen am Ende der Fahrt erfordert unbedingte Aufmerksamkeit, um aus dem Fahren durch einen ersten Schritt über den Kamm wieder ins Gehen zu kommen. Lässt es der Besetzungsgrad zu, kann ein Nutzer auch auf der fahrenden Rolltreppe gehen oder sogar laufen, die Stufen sind allerdings länger ausgebildet als auf festen Treppen, um für lange Füße genügend Aufstand zu bieten, und dadurch entsprechend hoch.

Am Ende der Rolltreppenfahrt schaufelt heute ein Kamm, dessen schräg auslaufende Zinkenstege ohne zu schleifen in die Nute der Stufentrittflächen eingreift Gegenstände genauso wie Füße tendenziell von den zuletzt flach ankommenden Stufenelementen. Ursprünglich hatten Rolltreppen keine Nute und man musste daher bewusst über die etwa 1 cm Stoßkante auf die feste Platte steigen. Die waagrechte Fuge wird durch den Kamm vermieden, doch die Stege zwischen den Treppennuten machen die Stufenkante zackiger. Das bedeutet ein höheres Verletzungsrisiko beim Sturz auf diese Kante, die nur im Gefällebereich vorsteht. An diesen Zacken können sich Schlaufen von Textilien, Riemen oder am Boden liegender Schuhbänder verhaken und in den Kamm gerissen werden.[5]

Kleine Spalte zwischen den Treppenstufen – die zylindrisch gewölbte Vorderseite der Stufe war früher eher glatt ausgebildet und weist heute niedrige vertikale Stege auf –, zwischen den Stufen und der stillstehenden seitlichen Planke – hier ist heute in der Regel eine stationäre Bürste angebracht – sind insbesondere für die Finger und Zehen kleiner Kinder gefährlich. Die Gefahr des Anreibens, Quetschens und Hineingezogenwerdens besteht auch am mit etwas Spiel von einer T-Schiene geführten Handlauf aus (Gummi-Textilband mit C-Profil), schon längs der Planken doch besonders wo der Handlauf nach Umkehr in das Treppengehäuse eingezogen wird.[6]

Kleine Kinder haben experimentelle Neugier, bewegen sich sehr spontan und haben wenig Erfahrung im Umgang mit der kraftvollen Maschine und ihren Spalten und Zacken. Es ist auch in den letzten Jahren so zu gravierenden Verletzungen, wie der Abtrennung von Fingern gekommen. Schuhwerk, das auch seitlich einen sehr hohen Reibungskoeffizient aufweisen, wie Gummistiefel oder gegossene PVC-Schlapfen kann seitlich anreiben und den Fuß verdrehen. Die Planken werden manchmal etwas schräg gestellt (sich nach oben hin etwas weitend) und zumindest sehr glatt aus gebürstetem NiRo-Stahl, Glas oder Platten ausgebildet, dass jemand der auf der Treppe stürzt, nicht zu stark an der Planke anreibt, sondern abgleitet.[7]

Schwere Unfälle passierten, wenn eine Person einen Kinderwagen mit auf die Treppe nahm und dem raschen Ausbilden des Gefälles der Treppe den dadurch kippenden Kinderwagen nicht waagrecht auf 2 Rädern und einer Stufe halten konnten. Da sich hier Wagen und Menschen überkugeln beim Hinunterstürzen ist das Verletzungsrisiko hoch. Neue Rolltreppen in Einkaufszentren (etwa: Citypark Graz) werden daher mit jeweils mit einem Poller vor jedem Ende ausgestattet, damit das Einbringen von Kinderwagen verhindert wird.

Der Versuch am griffigen Handlauf sitzend hinunterzurutschen führt zum Überschlagen. Der Versuch neben dem Handlauf auf einer NiRo-Fläche kostete in Wien einen jungen Mann durch hohen Absturz das Leben. Mitunter sind solche Flächen auch mit aufmontierten Knöpfen versehen um Menschen von diesem Turnversuch abzuhalten.[8] Es passierte schon, dass sich ein 2-jähriges Kind von außen an einem hochlaufenden Handlauf anhielt, mitgezogen wurde und aus der Höhe abstürzte.[9]

Wo Rolltreppen seitlich berührend X-förmig verlaufen oder an einer Geschossdecke vorbeilaufen, sind die spitzen Innenwinkel mit Abweisern, häufig aus Plexiglas, versehen, um das Verklemmen eines hinausgestreckten Arms zu vermeiden.

Auch ein plötzliches Anhalten kann zu Stürzen führen. Ein Schwungrad am schnelldrehenden Antriebsmotor hilft mit, das zu verhindern.

Ein Unfall aufgrund einer losen Auftrittsplatte kostete eine Frau das Leben, indem sie mit dem gesamten Körper in den Mechanismus geriet.[10]

Noch 1987 kam es zum großen Brand im Bahnhof King’s Cross St. Pancras der Londoner U-Bahn, doch heute sind hölzerne Rolltreppen im Wesentlichen ersetzt.

Vorschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EU-Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit regelt unter anderem das Inverkehrbringen technischer Arbeitsmittel. Zu diesen zählen auch Maschinen wie Rolltreppen und Fahrsteige. Für diese muss eine EG-Konformitätserklärung wie sie in der EG-Maschinenrichtlinie vorgesehen ist, erstellt werden. Es muss ein CE-Zeichen an der Rolltreppe oder am Fahrsteig angebracht werden.

Zudem sind die Geschwindigkeiten von Rolltreppen standardisiert, sie dürfen sich nur mit Geschwindigkeiten von 0,5 Metern pro Sekunde (1,8 km/h), 0,65 Metern pro Sekunde (2,34 km/h) oder maximal 0,75 Metern pro Sekunde (2,7 km/h) bewegen. Rolltreppen mit der geringsten Geschwindigkeit kommen hauptsächlich in Kaufhäusern zum Einsatz, die beiden schnelleren in U-Bahnen und Flughäfen.

Die wichtigsten Überwachungs- und Sicherheitseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Euronorm EN115 muss in einigen Situationen das Anlaufen der Antriebsmaschine verhindert werden, oder sie muss sofort anhalten. Dazu gehören Ausfälle der Stromversorgung, der Erdung oder Überlastung von elektrischen Schaltkreisen. Ebenfalls zählen dazu der Fall einer Überlastung des Antriebes, eine Überlast bei Zunahme der Motorwicklungstemperatur, eine überhöhte Geschwindigkeit oder ungewollte Fahrtrichtungsumkehr. Ferner ein Ausfall der Hilfsbremse, ein Bruch oder eine unzulässige Längung, die unmittelbar die Stufen, Paletten oder Gurt antreibende Bauteile (z. B. Ketten) betrifft; eine Verringerung des Abstands zwischen den Antriebs- und Umkehreinrichtungen (z. B. durch Blockierung des Stufenbandes); Fremdeinwirkung, wie ein Einklemmen von Fremdkörpern an den Kämmen der Einlaufstellen oben und unten, ein Ansprechen der Sicherheitseinrichtungen der Handlaufeinläufe, ein Absinken eines Teils der Stufen oder Paletten oder andere Beschädigungen, durch die der Eingriff der Kämme nicht mehr gewährleistet ist, ein Nichtöffnen der Bremsanlage, eine Differenz zwischen Geschwindigkeit der Stufen und des Handlaufes, geöffnete Wartungsklappen, fehlende Stufen oder Roste sowie ein Überschreiten der zulässigen Bremswege.

Eine Änderung der europäischen Norm EN115 zur Sicherheit von Rolltreppen verbietet außerdem seit 1. Januar 2010 die Mitnahme von Kinderwagen auf Rolltreppen. Hintergrund ist die Unfallgefahr, die vor allem bei einem plötzlichen Nothalt der Rolltreppe für die Kinder im Wagen besteht.[11]

Im Zutritts- und Ausgangsbereich sind oftmals Stufenspaltbeleuchtungen verbaut, welche die Übergänge zwischen den Stufen auch an horizontalen Stellen besser erkennbar machen. Hierdurch wird vermieden, dass Personen unbeabsichtigt auf zwei Stufen gleichzeitig stehen, da dies bei dem später entstehenden Versatz der Stufen ein Unfallrisiko darstellen würde.[12]

Besondere Rolltreppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurvenrolltreppe in MinatoMirai 21, Yokohama

Neben den üblichen geradlinig verlaufenden Rolltreppen, gibt es auch Wendelrolltreppen mit gekrümmten Laufbahnen sowie Rolltreppen mit Treppenabsatz.

Einige der wenigen Kurvenrolltreppen finden sich in dem Minato Mirai 21-Gebäude in Yokohama und in Kaufhäusern in Hongkong, Las Vegas, San Francisco, Shanghai und Singapur. Wegen ihrer technischen Anfälligkeit und hoher Anschaffungskosten haben sie sich bisher nicht durchsetzen können und sind ein Prestigeobjekt geblieben. Durch die Krümmung muss sich die außen liegende Seite einer jeden Stufe schneller bewegen als die innenliegende Seite. Dies wird durch größere Räder an der weiter außen liegenden Seite gelöst. Durch die unterschiedlichen Belastungen und die stark beanspruchten gekrümmten Führungsketten ist der Verschleiß hoch und die Rolltreppe technisch anfällig.

Rolltreppen mit „Treppenabsatz“ am Wiener Franz-Josefs-Bahnhof

Rolltreppen mit Treppenabsatz befinden sich beispielsweise im Flughafen Barcelona, vor dem Gebäude des Franz-Josefs-Bahnhofs in Wien oder in Tokioter U-Bahnhöfen (z. B. Kudanshita u. a.).

Eine besondere Ausführung sind Rolltreppen mit wechselnder Fahrtrichtung. Die Fahrtrichtung ist dabei nicht wie sonst immer gleich bleibend und mit Aufklebern gekennzeichnet, sondern wird durch Statusanzeigen an den beiden Enden angezeigt, die die jeweils aktuelle Fahrtrichtung angeben. Der Wechsel der Fahrtrichtung kann dabei durch die erste die Treppe betretende Person geschaltet werden, durch Schaltuhren für Stoßzeiten oder andere Gegebenheiten, die den Verkehrsfluss bedingen, wie etwa einfahrende Züge in Bahnhöfen. Erfolgt der Wechsel durch die betretende Person, so läuft die Treppe in die Richtung an, wo zuerst eine Lichtschranke durchschritten oder ein Trittsensor gedrückt wird und bleibt rasch wieder stehen, wenn sich niemand mehr darauf befindet, was errechnet wird. Rolltreppen dieser Art sind beispielsweise häufig anzutreffen bei der U-Bahn München sowie der Stadtbahn Hannover und sollen an kleineren Stationen Platz und Geld sparen im Vergleich zum Einbau zweier Rolltreppen mit fester Fahrtrichtung. Beim Central Mid-Levels Escalator in Hongkong erfolgt der Wechsel tageszeitabhängig, um Fußgängern zur Hauptverkehrszeit den Weg in bzw. aus der Innenstadt zu erleichtern.

Rolltreppen mit einer besonders hohen Laufgeschwindigkeit kommen derzeit noch zum Einsatz bei der Metro Prag. Sämtliche älteren Metrostationen in Prag haben kein Zwischengeschoss und die Rolltreppen führen direkt vom Eingangsniveau bis zum Bahnsteig, sodass ein großer Höhenunterschied auf einmal überwunden werden muss. Einige dieser extrem langen Rolltreppen wurden noch in der Sowjetunion hergestellt und haben eine Laufgeschwindigkeit von bis zu 0,9 Metern pro Sekunde, was nicht mit den heutigen Vorschriften in der Europäischen Union im Einklang steht.[13] Daher sollen die veralteten Rolltreppen bis 2015[veraltet] ausgetauscht werden.

Rolltreppe für Einkaufswagen

Die längste freistehende Rolltreppe Deutschlands führt zum Ruhr Museum auf der Zeche Zollverein und ist 58 Meter lang.[14]

Rolltreppen des Ruhr Museums

Die längsten ununterbrochenen Rolltreppen der Welt sind mit jeweils 137 Metern die vier Rolltreppen der Metro-Station Admiralteiskaja in Sankt Petersburg. Die Fahrtdauer beträgt circa 2 Minuten und 50 Sekunden.

In der kolumbianischen Metropole Medellín wurde im Armenviertel Comuna 13 eine 384 Meter lange und in sechs Abschnitte unterteile Rolltreppenkaskade errichtet. Die 5,3 Millionen Euro teure Anlage kann kostenlos benutzt werden und verkürzt eine über hunderte Stufen führende halbstündige Wegstrecke auf sechs Minuten.[15][16]

Bekannte Rolltreppen sind z. B. im Atomium in Brüssel sowie im Centre Georges-Pompidou in Paris zu finden.

Im etwa 1995/2000 errichteten Gebäude des Baumarkts an der Conrad-von-Hötzendorfstraße in Graz sind von außen durch die Glasfassade 2 Rollsteige zu erkennen, die in der Seitenansicht zusammen ein sehr breites „X“ zeichnen, das auf die bis Oktober 2015 bestehende Marke (Mega-)BauMaX anspielt. Zum Befahren von Rollsteigen mit Einkaufswagen wurden Wagenrollen entwickelt, die auf glattem Boden auf je zwei radial vorstehenden Laufkränzen rollen, die dank Abstimmung von Abstand und Breite in die Rillen der Platten des Rollsteigs einsinken und sich damit gegen Wegrollen ausreichend verklemmen und doch von der Kammleiste leicht herausgehoben werden.

Rolltreppen wurden auch auf Flugzeugträgern eingebaut, um die Piloten von ihren Aufenthaltsräumen auf das Flugdeck zu befördern.[17]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hersteller von Rolltreppen sind heute beispielsweise:

Aufzugs- und Fahrtreppenkartell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das so genannte Aufzugs- und Fahrtreppenkartell, auch „Lift-Kartell“ oder „Fahrstuhl- und Rolltreppenkartell“ genannt, legte zwischen 1995 und 2004 Preise fest, teilte Märkte auf, manipulierte Gebote für Beschaffungsaufträge und tauschte geschäftlich wichtige vertrauliche Informationen aus. Die ersten Anhaltspunkte für das Kartell gab es Ende 2003; daraufhin rückten die Fahnder der EU-Wettbewerbskommission im Januar 2004 zu Razzien aus. Nach über dreijährigen Ermittlungen verhängte sie im Februar 2007 die bis dahin höchste EU-Kartellstrafe mit einem Gesamtvolumen von 992,3 Millionen Euro.[21]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Fuchs: Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 201.
  2. Hausordnung der Deutschen Bahn (PDF; 74 kB).
  3. Fragen aus dem Stadtleben, sueddeutsche.de, abgerufen am 12. Juli 2013.
  4. Sozialwissenschaftliche Fakultät der Ludwig-Maximilians Universität München: Links gehen, rechts stehen!, abgerufen am 12. Juli 2013.
  5. Nach Sturz: U1-Passgier mit Jacke in Rolltreppe „gefangen“, heute.at, 17. Dezember 2013, abgerufen 9. November 2015.
  6. Kleinkind: Finger von Rolltreppe abgerissen, orf.at, 8. November 2015, abgerufen 9. November 2015.
  7. Süddeutsche Zeitung vom 22. Juli 2008.
  8. Sturz von der Rolltreppe. U-Bahnunfall: 19-Jähriger starb im Spital, heute.at, 6. April 2014, abgerufen 9. November 2015.
  9. Vor Augen von Einkäufern: Kleinkind (2) stürzt von Rolltreppe fast in den Tod, heute.at, 25. Mai 2015, abgerufen 9. November 2015.
  10. Drama in Shopping-Center: Chinesin von Rolltreppe verschluckt – tot!, bild.de, 28. Juli 2015, abgerufen 9. November 2015.
  11. Aufzug statt Rolltreppe, BVG-Pressemitteilung vom 5. Januar 2010
  12. Prospekt über optionale Ausstattung, Seite 11: „Step Gap Lighting“ (PDF; 224 kB).
  13. Die Prager U-Bahn ist 35, Radio Prag, Bericht vom 9. Mai 2009, abgerufen am 15. März 2012.
  14. Die längste freistehende Rolltreppe Deutschlands, wdr.de
  15. Kolumbien: Riesenrolltreppe für die Armen, derStandard.at, 27. Dezember 2011
  16. Per Rolltreppe durch Medellíns Armenviertel, SF Tagesschau, 27. Dezember 2011.
  17. http://www.uss-hornet.org/ See also Goodwin, Jason. Otis: Giving Rise to the Modern City, Chicago: Ivan R. Dee, 2001.
  18. Christič, V.K.; Kireev, Ju. V.: Sozdanie ėckalatorov novogo pokolenija – racional'nyj put' povyšenija propusknoj sposobnosti stancij metropolitenov, Fachartikel zur Aktualisierung der U-Bahn-Rolltreppen in Russland, abgerufen am 24. April 2013.
  19. Website von Geyssel Fahrtreppenservice
  20. Info auf der Website des Unternehmens
  21. EU verhängt Milliardenbußgeld gegen Fahrstuhlkartell, Spiegel Online, abgerufen am 15. März 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rolltreppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Fahrtreppe (Rolltreppe) – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen