Fakultät für Chemie und Pharmazie Tübingen

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historischer Türstein über Eingangsportal zum alten Chemischen Institut

Die ehemalige Fakultät für Chemie und Pharmazie an der Universität Tübingen entstand aus der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, die 1863 als eigenständige Naturwissenschaftliche Fakultät gegründet wurde. 1969 wurde diese Fakultät in Fachbereiche aufgeteilt. Im Fachbereich Chemie war die Biochemie als Teilbereich integriert. Später entstand aus dem Fachbereich Chemie zusammen mit der Pharmazie die Fakultät. Entsprechend bestand die Fakultät aus drei Teilbereichen: Biochemie, Chemie und Pharmazie. Am 1. Oktober 2010 ist die Fakultät in der neugegründeten Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät aufgegangen.

Ansicht der Morgenstelle, vorne links die Chemie, hinten links Physikalische Chemie/Pharmazie 1986

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Hörsaalzentrum auf der Morgenstelle mit Chemischem Institut

Ein erstes Labor war schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts im Schloss Hohentübingen eingerichtet worden.[1] Es existierte von 1753 bis 1863 in der ehemaligen Schlossküche. Später gab es erneuerte Labors auf dem Schloss. 1907 wurden die neuen Chemischen Institute in der Wilhelmstraße 31-33 eröffnet.[2] Daneben entstand das Gebäude, in dem das Pharmazeutische Institut untergebracht war.

Erweiterungsbau des Chemischen Institutes mit Praktikumsräumen

1972 zogen die Chemischen Institute in den neuen Campus auf den Berg, auf die Morgenstelle. Dabei wurden Biochemie, Chemie und Pharmazie zur neuen Fakultät 14 zusammengeschlossen. Anorganische und Organische Chemie besiedelten das 13-stöckige A-Gebäude, Pharmazie und Physikalische Chemie waren im 10-geschossigen B-Bau zu finden.

2002 wurde geplant, das Chemische Institut aus feuerpolizeilichen Gründen zu sanieren. Um den Betrieb weiterführen zu können, wurde für die Praktika ein Erweiterungsbau geschaffen. 2008 war das Chemische Institut teilsaniert und die ersten Arbeitsgruppen sind inzwischen wieder in den A-Bau eingezogen. Diese Sanierung soll Ende 2009 beendet sein. dann sind im A-Bau die drei Institute Anorganische, Organische und Physikalische Chemie seit ca. 50 Jahren erstmals wieder in einem Gebäude vereint.

Die Biochemie will 2009 den Bachelor-Studiengang einführen. In der Chemie soll neben dem bisherigen schon modularen Diplomstudiengang und einem Lehramtsstudium noch ab Wintersemester 2009/2010 ein Bachelor/Master-Studiengang eingeführt werden. Die Pharmazie weist in Tübingen die Besonderheit auf, neben dem Staatsexamen auch einen Masterstudiengang anzubieten.

Die Teilbereiche der Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biochemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interfakultäres Institut für Biochemie

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Günther Weitzel ((1915–1984), in Tübingen seit 1957) begründete in Tübingen einen ersten neuen Studiengang Biochemie, der damals einmalig in Deutschland war. Dieser begann 1962 und startete im Neubau des Physiologisch-chemischen Instituts auf dem Schnarrenberg (1959–1965)[3].

Das interfakultäre Institut für Biochemie der Universität Tübingen (IFIB) – bisher physiologisch-chemisches Institut (PCI) – gehört seit 2004 sowohl zur Fakultät für Chemie und Pharmazie als auch zur Medizinischen Fakultät.

Zentrumsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Teilbereich Biochemie besteht aus diesem Institut und dem ZMBP – Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen.

  • Interfakultäres Institut für Biochemie
    • Direktor: Thilo Stehle
    • Stellvertretende Direktorin: Gabriele Dodt
    • Technischer Leiter: Klaus Möschel

Mit den Bereichen:

    • Biochemie I
    • Biochemie II
    • Biochemie III
    • Abteilung für Zellbiochemie
    • Abteilung für Signaltransduktion – transgene Modelle
    • Abteilung für Proteinbiochemie
  • Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen

Chemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chemische Institute auf der Morgenstelle

Die Besonderheit der Tübinger Chemie stellt die Einrichtung eines Zentralinstitutes dar, das für Verwaltung, die Werkstätten, die Vorlesungsvorbereitung und das Chemikalienlager verwaltungstechnisch zuständig ist und in dem auch die analytischen Großgeräte organisatorisch untergebracht sind. Einzelheiten siehe [4]

Chemisches Zentralinstitut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Direktor: Ulrich Nagel
  • Stellvertretender Direktor: Thomas Ziegler

Mit folgenden Einrichtungen:

  • Buchhaltung und Zentrale Hausdienste
  • Werkstätten
  • Vorlesungsvorbereitung
  • Chemikalienlager

Chemische Institute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut für Anorganische Chemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Direktor: Lars Wesemann
  • Stellvertretender Direktor: Hans-Jürgen Meyer
    • Professoren
      • Reiner Anwander
      • Norbert Kuhn
      • Doris Kunz
      • Hans-Jürgen Meyer
      • Ulrich Nagel
      • Lars Wesemann
  • in den Abteilungen:
    • für Anorganische und Analytische Chemie (Wesemann)[5]
    • für Festkörperchemie (Anwander)[6]
    • für Chemie der Hauptgruppenelemente (Kuhn)
    • Chemie der Nebengruppenelemente und Katalyse (Nagel)
    • Festkörperchemie und Theoretische Anorganische Chemie (Meyer)
Institut für Organische Chemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Direktor: Thomas Ziegler
  • Stellvertretender Direktor: Martin E. Maier
  • Geschäftsführer: Bernd Speiser
  • Akademischer Direktor: Klaus-Peter Zeller
  • Akademische Oberräte: Klaus Albert, Gregor Lemanski
    • Professoren
      • Holger Bettinger
      • Stephanie Grond
      • Martin E. Maier
      • Boris Nachtsheim
      • Thomas Ziegler
  • in den Bereichen:
    • Organische Chemie I (Maier)
    • Organische Chemie II (Ziegler)
Institut für Physikalische Chemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Direktor: Alfred J. Meixner
  • Stellvertretender Direktor: Thomas Chassé
  • Geschäftsführender: Wolfgang Langer
  • in den Abteilungen:
    • Physikalische Chemie der kondensierten Materie (Chassé)
    • Physikalische Chemie Organischer und Bioorganischer Systeme (Meixner)
    • Theoretische Chemie (NN)
    • Analytische Chemie (Gauglitz)
    • Biophysikalische Chemie (NN)

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bachelor/Master[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Tübinger Bachelor-Studiengang Chemie

Der neue Bachelor-Studiengang der Chemie wurde deutlich von den Erfahrungen mit dem modularisierten Diplomstudiengang beeinflusst. Der Bachelorstudiengang Chemie der Universität Tübingen umfasst sechs Semester. Er vermittelt das Grundlagenwissen in den chemischen Teildisziplinen Anorganische, Organische, Physikalische und Theoretische Chemie sowie Grundkenntnisse in Analytischer Chemie, Biochemie, Mathematik und Physik.

Zusätzlich bietet der Studiengang nicht-naturwissenschaftliche Module an, in denen beispielsweise Fremdsprachen- und EDV-Fähigkeiten und Präsentationserfahrung erworben werden können.

Der Studiengang soll den Studierenden die fachlichen Kenntnisse, die Fähigkeiten und die Methoden vermitteln, die sie zu eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit und zu kritischer Einordnung wissenschaftlicher Erkenntnisse befähigt.

Im ersten Semester werden in der Vorlesung Allgemeine und Anorganische Chemie und dem dazugehörigen Praktikum das Basiswissen in Chemie vermittelt. Dieses Basiswissen ist die Grundlage der Orientierungsprüfung am Ende des ersten Semesters.

Das Bachelor-Studium wird im sechsten Semester mit der Bachelor-Arbeit (B.Sc. Thesis) abgeschlossen. Die Bachelorarbeit kann in den drei Grundlagenfächern Anorganische, Organische und Physikalische und Theoretische Chemie angefertigt werden. Einzelheiten finden sich[7]

Es wird sich ein vier-semestriger Masterstudiengang[8] anschließen.

Tübingen hat zwar das Studienjahr mit Beginn im Herbst, plant aber die Möglichkeit, bei bestimmten Voraussetzungen ohne Zeitverlust auch im Sommersemester beginnen zu können.

Lehramt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für diesen Studiengang ist eine Modularisierung geplant.

Alter modularer Diplomstudiengang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem WS02/03 wurde der Diplomstudiengang Chemie-Diplom in einen modularen umgewandelt.

Er geht über das so genannte „Würzburger Modell“ noch ein Stückchen weiter. Innerhalb von 10 Semestern soll das Chemiediplom inklusive Diplomarbeit erreicht werden. Das Studium teilt sich auf in ein Basisstudium mit nachfolgendem Grundstudium und ein Schwerpunktstudium. Im Basis- und Grundstudium werden neben den drei Hauptfächern Anorganische, Organische und Physikalische Chemie noch die Nebenfächer Analytische Chemie, Biochemie und Theoretische Chemie angeboten, die im Hauptstudium als Wahlpflichtfächer gewählt werden können. Im Schwerpunktstudium gibt es dann die verschiedensten Wahlmöglichkeiten. Als Wahlpflichtfächer im Grundstudium (bis einschließlich 6. Semester) gelten Analytische Chemie, Biochemie oder Theoretische Chemie. Danach kann eines der Wahlpflichtfächer gewählt als 4. Prüfungsfach werden:

Es gibt aber auch die Möglichkeit eines dieser Fächer als erweitertes Schwerpunktfach statt eines der drei klassischen Hauptfächer zu wählen. Außerdem kam es zu einer Neustrukturierung des Lehrangebotes für das 1. Semester, in dem alle drei Hauptfächer (AC, OC, PC) sowohl in Vorlesungen als auch in Seminaren bzw. Übungen, und auch in Praktika eingeführt werden.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chemie in Tübingen verbindet in erprobter Weise die langjährige Erfahrung in der Grundlagenforschung mit anwendungsbezogenen Forschungsproblemen. Einzelheiten sind auf der Homepage der Fakultät bei den Instituten zu finden sind. In der Chemie in Tübingen werden als Besonderheit folgende moderne Forschungsprobleme bearbeitet:

Pharmazie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude B auf der Morgenstelle mit Pharmazeutischen Instituten

Die Pharmazie in Tübingen hat eine lange Tradition. In den letzten Jahren wird jährlich der Tag der Pharmazie abgehalten. Bei dieser Gelegenheit wird auch der Merckle-Promotionspreis vergeben[9]

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder der 3 Abschnitte des Pharmaziestudiums wird jeweils mit einer Staatsexamens-Prüfung abgeschlossen. Es gibt aber auch einen Diplomstudiengang. Einzelheiten mit Studiumsaufbau [10],[11]

Abteilungen / Forschungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pharmakologie: Drews, Ruth
  • Pharmazeutische Biologie: Heide
  • Pharmazeutische Technologie: Daniels, Wahl
  • Pharmazeutische Chemie – Bioanalytik: Lämmerhofer [12]
  • Pharmazeutische/Medizinische Chemie: Laufer

Quellen und weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gründung im Schloß Hohentübingen
  2. Institutsneubau durch Gustav Wilhelm Wislicenus (Memento vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive)
  3. Homepage auf der Webseite des Physiologisch-Chemischen Institutes
  4. http://campus.verwaltung.uni-tuebingen.de/lsfpublic/rds?state=wtree&search=2&trex=step&root220091=1%7C28%7C14%7C465&P.vx=kurz |Organigramm der Teilbereiches Chemie der Fakultät
  5. http://anorganik.uni-tuebingen.de/akwesemann/index.html Homepage Wesemann
  6. http://anorganik.uni-tuebingen.de/akanwander/
  7. http://www.uni-tuebingen.de/Chemie/Studium/bachelor_einf.html Bachelorstudiengang Chemie Tübingen
  8. http://www.uni-tuebingen.de/Chemie/Studium/master_einf.html Masterstudiengang Chemie Tübingen
  9. Merckle Promotionspreis
  10. Studienplan Pharmazie
  11. Studiumsaufbau
  12. uni-tuebingen.de

Allgemeine Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tubingensia: Impulse zur Stadt- und Universitätsgeschichte ; Festschrift für Wilfried Setzler zum 65. Geburtstag, Lorenz, Sönke [Hrsg.]; Setzler, Wilfried, 2008
  • Michael Weiß, Das Tübinger Schloß : von der Kriegsfeste zum Kulturbau / Michael Weiß. - Tübingen : Verl. Schwäbisches Tagblatt, 1996. - 114 S. : Ill.; (ger) ISBN 3-928011-20-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 32′ 12″ N, 9° 2′ 8″ O