Falckenstein-Kaserne

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DeutschlandFlag of Germany (state).svg Falckenstein-Kaserne
Kasernentor mit Wache

Kasernentor mit Wache

Land Deutschland
Gemeinde Koblenz
Koordinaten: 50° 22′ N, 7° 35′ OKoordinaten: 50° 22′ 21″ N, 7° 35′ 0″ O
Erbaut 1937/38
Stationierte Einheiten
siehe unten DeutschlandFlag of Germany (state).svg
Alte Kasernennamen
1945–1957 Caserne Marceau FrankreichFrankreich
Ehemals stationierte Einheiten
Pionier-Bataillon 34
Heeresführungskommando
Deutsches ReichWar Ensign of Germany (1938-1945).svg
DeutschlandFlag of Germany (state).svg
Falckenstein-Kaserne (Rheinland-Pfalz)
Falckenstein-Kaserne

Lage der Falckenstein-Kaserne in Rheinland-Pfalz

Die Falckenstein-Kaserne ist eine Kaserne in Koblenz. Sie wurde 1937/38 als eine von mehreren Kasernenneubauten der Wehrmacht im Stadtteil Lützel für das Pionierbataillon 34 erbaut. Zuvor gab es bereits 1898–1918 im Bereich des heutigen Saarplatzes eine Kaserne gleichen Namens für das 1. Rheinische Pionier-Bataillon Nr. 8. Sie ist nach dem preußischen General der Infanterie Maximilian Vogel von Falckenstein benannt, der Kommandierender General des VIII. Armee-Korps in Koblenz war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Falckenstein-Kaserne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Falckenstein-Kaserne um 1900
Die ehemaligen Mannschaftsgebäude der alten Falckenstein-Kaserne in Koblenz-Rauental

Eine erste Kaserne mit dem Namen Falckensteins gab es bereits 1898–1918 im Bereich nördlich des heutigen Saarplatzes zwischen den Stadtteilen Altstadt und Rauental für das 1. Rheinische Pionier-Bataillon Nr. 8. Der Exerzierplatz und das Offizierkasino befanden sich zwischen der südlichen Brückenrampe zur Europabrücke, die seit der Erbauung 1932–1934 das ehemalige Kasernengelände durchschneidet, und der linken Rheinstrecke (an der Stelle steht heute ein Parkhaus). Zwei Mannschaftsgebäude in der Baedekerstraße (50° 21′ 43,4″ N, 7° 35′ 14,6″ O) sind bis heute erhalten und beherbergen das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung.

Neue Falckenstein-Kaserne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die neue Falckenstein-Kaserne in Koblenz-Lützel
Gedenktafeln für den Bau der alten und neuen Falckenstein-Kaserne neben der Wache der neuen Kaserne in Koblenz-Lützel

Nach der Remilitarisierung des Rheinlandes 1936 wurde in Koblenz-Lützel 1937–1938 ein weitläufiger Kasernenkomplex für die Wehrmacht erbaut. Danach belegte das Pionier-Bataillon 34 die neue Kaserne.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm zunächst die amerikanische und schließlich ab Juni 1945 die französische Besatzungsarmee den Komplex unter dem Namen „Caserne Marceau“. In den Jahren 1951–1952 wurde die Kaserne um einige Gebäude erweitert. Die Bundeswehr übernahm die Kaserne am 30. April 1957 und gab ihr wieder den alten Namen. Französische Truppenteile waren noch bis September 1969 in der Kaserne stationiert.

Das Kasernentor befand sich ursprünglich an der Bundesstraße 9. Nachdem diese zur vierspurigen Schnellstraße ausgebaut worden war, hat man die Einfahrt in den rückwärtigen Bereich (Von-Kuhl-Straße) verlegt.

Die Kasernenanlage verfügt über ein Sportfeld mit überdachter Tribüne und ein Hallenschwimmbad.

Seit 2006 ist die Bronzestatue des Goeben-Denkmals auf dem Gelände der Falckenstein-Kaserne aufgestellt.

Belegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Belegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pionierbataillon 43 (Wehrmacht)
  • Französische Besatzungstruppen
  • Korps-Fernmeldebataillon 213
  • Fernmeldebataillon 310
  • Fernmeldebataillon 330
  • Fernmelde-Instandsetzungskompanie 300
  • Stab und Stabskompanie Korps-Fernmeldekommando III
  • Fernmelde-Ausbildungskompanie 1/III und 2/III
  • Topographie-Batterie 301
  • Topographie-Batterie 900
  • Topographiezug 300
  • Stabs- Fernmelderegiment 310
  • Heeresführungskommando
  • Kommando Heer
  • 2. Kompanie Instandsetzungsbataillon 310
  • Standort-Bekleidungskammer 2
  • Das Bataillon für Operative Information 950 (OpInfoBtl 950) als letztes in Koblenz verbliebenes Bataillon wurde am 6. Dezember 2013 aufgelöst. [1]

Aktuelle Belegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr
  • Sanitätsregiment 2 Führungsbereich Koblenz
  • Ausbildungs- und Simulationszentrum Sanitätsregiment 2
  • Elektronikzentrum der Bundeswehr - Teile Koblenz (SKB)
  • Evangelisches Militärpfarramt Koblenz I
  • Katholisches Militärpfarramt Koblenz I
  • weitere kleine Dienststellen

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil der Falckenstein-Kaserne ist seit 2013 ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen. Sie liegt in Koblenz-Lützel in der Von-Kuhl-Straße 50.[2]

Seit 2002 ist die Falckenstein-Kaserne Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtarchiv Koblenz: (StAK) DB 8 Militär, 07 Kasernen.
  • Rüdiger Wischemann: Die Festung Koblenz. Vom römischen Kastell und Preußens stärkster Festung zur größten Garnison der Bundeswehr. Koblenz 1978. (Anm.: In vielen Dingen überholt, aber immer noch die beste Darstellung für einen Überblick).
  • Ulrike Weber (Bearb.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 3.3: Stadt Koblenz. Stadtteile. Werner, Worms 2013, ISBN 978-3-88462-345-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alte Falckenstein-Kaserne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Neue Falckenstein-Kaserne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.blick-aktuell.de/Koblenz/Aufloesung-des-Bataillonsnach-elf-bewegten-Dienstjahren-53435.html
  2. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreisfreie Stadt Koblenz (PDF; 1,5 MB), Koblenz 2013