Falcon 9

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Eine Falcon 9 v1.1 mit Dragon-Raumkapsel und Landebeinen an der Erststufe auf dem Startplatz (2014)

Falcon 9 ist die Bezeichnung einer Familie von US-amerikanischen Trägerraketen, die von der Firma SpaceX für orbitale Nutzlasten zwischen etwa 10 und 50 t entwickelt und eingesetzt wird. Sie basiert technisch auf der kleineren Falcon 1, setzt aber anstelle eines einzelnen Merlin-Triebwerks in der ersten Stufe neun Merlins ein. Alle bisherigen Versionen sind zweistufig.

Im Rahmen des CRS-Programms (Commercial Resupply Services) wird die Rakete in Verbindung mit dem Dragon-Raumschiff unter anderem zur Versorgung der Internationalen Raumstation verwendet, ab 2017 soll sie auch mit der Dragon-V2-Kapsel im Rahmen des CCDev-Programms Astronauten zur ISS transportieren. Weiterhin wird sie für kommerzielle Starts angeboten. Der erste Start fand im Juni 2010 statt.

Die Falcon 9 ist als teilweise wiederverwendbare Trägerrakete ausgelegt. Die Erststufe kann nach der Abkopplung der Zweitstufe auf einer Plattform im Ozean oder nach einem Rückflug in der Nähe des Startplatzes mit einem Triebwerk landen. Hierfür verfügt sie über ausklappbare Landebeine und Gitterflossen. Die erste erfolgreiche Landung gelang am 21. Dezember 2015 (Ortszeit) in Cape Canaveral.[1][2]

Mit der Falcon Heavy ist die Trägerrakete mit der dann weltweit höchsten Nutzlast geplant.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

V. l. n. r.: Falcon 1, Falcon 9 v1.0, drei Versionen der Falcon 9 v1.1 und zwei Versionen der Falcon Heavy

Im September 2005 gab SpaceX bekannt, eine noch stärkere vollständig wiederverwendbare Trägerrakete mit der Bezeichnung Falcon 9 entwickeln zu wollen. Die verwendeten Versionsbezeichnungen wurden so nie von SpaceX gebraucht, dort heißt die Rakete einfach Falcon 9.

Die erste Stufe der Falcon 9 v1.0 verwendete neun Merlin-1C-Triebwerke in quadratischer Anordnung, die zweite Stufe ein einzelnes mit einer verlängerten Ausströmdüse ausgestattetes Merlin-1C. Ursprünglich war mit der Falcon 5 ein weiteres Modell geplant, dessen Entwicklung aber zwischenzeitlich zugunsten der größeren Falcon 9 eingestellt wurde. Die Rakete mit ihren neun Triebwerken ist auch bei Ausfall eines Triebwerkes in jeder Flugphase der Unterstufe beherrschbar. Am 4. Juni 2010 erfolgte nach vielen Verzögerungen von Cape Canaveral (LC40) aus der erfolgreiche Jungfernflug der Falcon 9. Sie erreichte den Erdorbit und führte die Trennung von der ersten Stufe durch. Die Nutzlastkapazität der ersten Version der Falcon 9 v1.0 lag bei etwa 10.000 kg für einen niedrigen Orbit (LEO).

Anordnung der Triebwerke der Falcon 9 v1.0 (links) und der Falcon 9 v1.1 (rechts)

Diese Version wurde schon nach fünf Starts durch die leistungsstärkere Version v1.1 ersetzt. Bei dieser Ausbaustufe wurden die leistungsstärkeren Merlin-1D-Triebwerke verwendet. Durch den höheren Schub konnte nun auch mehr Treibstoff mitgenommen werden. Um diesen aufnehmen zu können, wurden die Tanks der ersten und zweiten Stufe verlängert. Die Triebwerke der Erststufe wurden nun in einem Ring aus acht Triebwerken um ein zentrales Triebwerke gruppiert, von SpaceX wird diese Anordnung als Octaweb bezeichnet. Diese Version konnte etwa 13.000 kg in einen LEO und 5.000 kg in einen GTO befördern, wobei unklar war, ob diese Werte die Nutzlasteinbuße bei Wiederverwendung der Erststufe mit einbezogen. Mit dieser Version wurden erstmals Versuche unternommen, die Erststufe nach der Abtrennung von der Oberstufe kontrolliert zu landen, diese Versuche scheiterten jedoch.

Im Laufe des Jahres 2015 wurden schließlich weitere Verbesserungen an der Falcon 9 angekündigt. Die Merlin-1D-Triebwerke wurden im Schub gesteigert, was wiederum die Treibstoffkapazität erhöht. Dies wird einerseits durch Unterkühlung und somit höherer Dichte des Kerosins und flüssigen Sauerstoffs für beide Stufen und andererseits durch vergrößerte Tanks in der Oberstufe erreicht. Diese Version wird inoffiziell als v1.2 oder v1.1 Full Thrust bezeichnet, bei SpaceX heißt auch diese Version einfach Falcon 9. Auch unterscheiden sich die Nutzlastangaben nicht von der v1.1. Der erste Start am 21. Dezember 2015 nach dem Fehlstart im Juni 2015 war zugleich der erste Start dieser letzten Ausbaustufe, zum ersten Mal gelang erfolgreich der Rückflug und die Landung der Erststufe.

Vom Anfang der Entwicklung an war eine stärkere Version der Falcon 9 geplant, die zwei weitere Falcon-9-Erststufen ähnlich der Delta IV Heavy als Booster verwendet. Diese stärkste Variante (Falcon Heavy) soll 53.000 kg in einen niedrigen Orbit befördern können und zwischen 77 Millionen und 135 Millionen US-Dollar pro Mission kosten. Ein erster Start ist derzeit für Herbst 2016 geplant.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beim vierten Start der Falcon 9 am 8. Oktober 2012 fiel nach 1 Minute und 19 Sekunden ein Triebwerk in der Erststufe aus. Die einzelnen Triebwerke in dem Cluster der Erststufe sind durch Kevlarummantelungen geschützt, sodass die anderen Triebwerke durch die Explosion des ausgefallenen Triebwerks nicht beschädigt wurden. Um einen symmetrischen Schub zu gewährleisten, wurde das gegenüberliegende Triebwerk automatisch abgeschaltet. Durch eine verlängerte Brenndauer der restlichen Triebwerke und der Zweitstufe konnte trotzdem der geplante Orbit für die Hauptnutzlast Dragon erreicht werden. Aufgrund von Sicherheitsregeln für die ISS konnte aber die Sekundärnutzlast, der Satellit „Orbcomm FM44“, nicht mehr auf dessen höhere Umlaufbahn gebracht werden. So wurde der Satellit auf einer niedrigeren Bahn als vorgesehen ausgesetzt und verglühte drei Tage später. Somit ist dieser Start der Falcon 9 nur als Teilerfolg zu werten.
  • Beim sechsten Start der Falcon 9 und zugleich erstem Start der verbesserten Version v1.1 am 29. September 2013 konnten die Primärnutzlast CASSIOPE und mehrere kleine Sekundärnutzlasten erfolgreich auf ihren geplanten Bahnen ausgesetzt werden. Nach dem Aussetzen der Nutzlasten war geplant, die Zweitstufe nochmals zu zünden, um die Wiederzündfähigkeit im Orbit zu demonstrieren, welche für Starts in den GTO notwendig ist. Bei der Wiederzündung kam es jedoch zur Explosion des Triebwerks und die Stufe wurde zerstört.
  • Der folgenschwerste Zwischenfall und erste Totalverlust ereignete sich am 28. Juni 2015 beim 19. Start einer Falcon 9. 2 Minuten und 19 Sekunden nach dem Start – kurz vor der geplanten Abkopplung der Erststufe und Zündung der Zweitstufe – explodierte der Sauerstofftank der Zweitstufe. Dadurch zerlegte sich diese Stufe und die Nutzlast, die Dragonkapsel, brach weg. Der Trunk (druckloser Frachtabteil der Dragon) und der in ihm transportierte Kopplungsadapter IDA für die ISS, der zur Kopplung der zukünftigen bemannten CCDev-Raumschiffe mit der ISS dienen sollte, wurden zerstört. Die Dragonkapsel überstand den Unfall zunächst und sendete noch weiter Telemetriedaten, wurde dann jedoch wahrscheinlich beim Aufschlag auf dem Ozean zerstört. SpaceX gab bekannt, dass durch das Auslösen des Fallschirmsystems Dragon und seine Fracht unbeschadet im Atlantik hätte wassern können. Allerdings war dies nicht in der Software vorgesehen und konnte deshalb nicht von Dragon durchgeführt werden. Die Erststufe lief während der Desintegration der oberen Hälfte der Rakete noch mehrere Sekunden lang mit vollem Schub und explodierte dann 2 Minuten und 27 Sekunden nach dem Start. Es wurde noch ein Selbstzerstörungssignal an die Erststufe gesendet, jedoch erst rund 70 Sekunden, nachdem diese Stufe bereits explodiert war.[3] Am 20. Juli 2015 gab Elon Musk bekannt, dass vermutlich einer der vier Holme gerissen sei, die den Heliumtank innerhalb des Sauerstofftanks fixieren. Der Heliumtank schoss daraufhin nach oben, was zu einem Verlust der strukturellen Integrität führte. Der Holm soll bei 20 % der zertifizierten Last gerissen sein. SpaceX konnte das in einer Testreihe, bei der etwa 1000 Holme auf ihre Belastung getestet wurden, nachstellen.[4]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falcon 9 v1.0 (2008)

Die Falcon 9 ist als teilweise wiederverwendbare zweistufige Trägerrakete mit flüssigen Treibstoffen, flüssigem Sauerstoff (LOX) und dem Raketenkerosin RP-1 mit auf der Spitze sitzender Nutzlast aufgebaut.

In der Erststufe der Falcon 9 werden neun Merlin-Triebwerke eingesetzt. Bei der Falcon 9 v1.0 sind die neun Triebwerke in einer 3×3-Matrix angeordnet. Bei der Falcon 9 v1.1 sind acht Triebwerke im Kreis und eines in dessen Zentrum angebracht.[5] An der Erststufe können ausfahrbare Landebeine angebracht werden, die eine Landung auf einer schwimmenden Plattform oder dem Festland ermöglichen. In der zweiten Stufe wird ein einzelnes Merlin-Triebwerk eingesetzt, das für den Betrieb im Vakuum mit einer vergrößerten Ausströmdüse optimiert ist. Über der Zweitstufe befindet sich die Nutzlast – entweder die Dragon-Kapsel oder ein Satellit.

Nutzlastverkleidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Falcon 9 kann für andere Nutzlasten als die Dragon-Kapsel mit einer Nutzlastverkleidung mit 5,2 m Durchmesser ausgestattet werden, welche die empfindliche Nutzlast von den Belastungen in der Aufstiegsphase durch die dichten Atmosphärenschichten schützt. Diese Nutzlastverkleidung ist 13,9 m lang. Der nutzbare Innenraum ist 11,4 m hoch und hat auf 6,6 m Länge einen Innendurchmesser von 4,6 m. Darüber wird in der ogiven Spitze der Durchmesser kleiner. Am höchsten Punkt ist er noch 1,3 m breit.[6] Die Nutzlastverkleidung wird während des Betriebes der Zweitstufe abgesprengt, sobald die Belastungen durch den Luftwiderstand die Nutzlast nicht mehr beschädigen können.

Systeme für Sekundärnutzlasten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spaceflight Incorporated entwickelt für die Falcon 9 ein System zum Transport von Kleinsatelliten auf der Falcon 9 bei Starts mit der Dragon-Kapsel. Das System wird später zu zwei verschiedenen Oberstufen ausgebaut, die Satelliten auf andere Umlaufbahnen transportieren können. Die erste soll im LEO beispielsweise beim Start der Dragon-Kapsel zum Einsatz kommen. Um von dort andere Bahnen zu erreichen, kann sie ihre Geschwindigkeit mit Nutzlast um 400 m/s ändern. Die zweite wird dagegen bei Starts in den GTO verwendet, wobei sie mit 2200 m/s zusätzlicher Geschwindigkeit mit ihrer Nutzlast bis in den GEO fliegen kann.[7]

Wiederverwendbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graphische Darstellung des Gesamtablaufs vom Start einer Falcon-9-Rakete bis zur Landung
Erfolgreiche Landung der Erststufe der Falcon 9 am 21. Dezember 2015

Die Ergebnisse der Testflüge des Grasshopper-Programms fließen in die Entwicklung der Falcon 9R – eine Weiterentwicklung der Falcon 9 v1.1 – ein. Mit einer Erststufe dieser Rakete gelang am 18. April 2014 beim Start der Dragon-Kapsel CRS-3 das weiche Aufsetzen auf der Meeresoberfläche in senkrechter Lage. Ungeachtet des anschließenden zwangsläufigen Versinkens der Stufe im Wasser war damit ein erster wichtiger Machbarkeitsnachweis der Landung einer Raketenstufe erbracht.

Am 10. Januar 2015 sollte die mit zusätzlichen Steuerflossen und ausfahrbaren Landebeinen ausgestattete Erststufe der Falcon 9 v1.1 im Rahmen der CRS-5-Mission auf der eigens dafür gebauten autonom operierenden Hochseeplattform Autonomous spaceport drone ship landen. Offenbar ging jedoch kurz vor dem Aufsetzen die Hydraulikflüssigkeit für die Steuerflossen aus, und die Erststufe kam schief am Rand der Landeplattform auf. Dabei kam es zur Explosion des restlichen Treibstoffs, wodurch die Erststufe zerstört wurde und es auch zu Beschädigungen der Landeplattform kam.

Ein weiterer Landeversuch auf der wieder instandgesetzten Plattform war mit Verbesserungen an der Rakete bereits einen Monat später am 11. Februar 2015 beim Start des Deep Space Climate Observatory geplant. Aufgrund schlechten Wetters mit hohen Wellen in der Landezone musste die Landeplattform jedoch vorzeitig wieder abgezogen werden. Der Landeversuch endete, wie auch schon bei CRS-3, „weich“ im Meer.

Am 14. April 2015 startete die Mission CRS-6 erfolgreich zur ISS. Der Landeversuch auf der schwimmenden Plattform war jedoch nicht erfolgreich. Die Erststufe setzte stark manövrierend auf, kam jedoch nicht stabil zum Stehen und kippte um.

Die erste erfolgreiche Landung einer Raketenstufe gelang schließlich auf festem Untergrund mit der verbesserten F9 v1.2 am 21. Dezember 2015 (Ortszeit) in Cape Canaveral.[1][2][8] Etwa zehn Minuten nach dem Start setzte die erste Raketenstufe unbeschadet in senkrechter Position in der „Landing Zone 1“ auf.[9] Am 15. Januar 2016 wurde die Stufe auf dem LC-40 in Cape Canaveral zu Testzwecken erneut gezündet, ohne dabei allerdings abzuheben. Der Test verlief größtenteils erfolgreich, nur das Triebwerk Nr. 9 zeigte einige Fluktuationen.[10]

Am 17. Januar 2016 wurde im Rahmen der Jason-3-Mission ein dritter Landeversuch auf einer autonom operierenden Hochseeplattform unternommen. Die Plattform trug den Namen „Just Read The Instructions“. Die 1. Stufe der Rakete setzte erfolgreich auf der im Meer schwimmenden Plattform auf, fiel dann aber aufgrund eines nicht ordnungsgemäß eingerasteten Standbeins um und explodierte.[11]

Im Rahmen der Mission CRS-8 gelang am 8. April 2016 vor der Küste Floridas zum ersten Mal die erfolgreiche stabile Landung einer Erststufe auf einer schwimmenden Plattform, dem Drone Ship „Of Course I Still Love You“.[12]

Falcon Heavy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falcon Heavy (künstlerische Darstellung)

Bei der geplanten Falcon Heavy werden zwei zusätzliche Erststufen der Falcon 9 als Booster verwendet. Es werden parallel alle 27 Triebwerke gezündet. Weitgehend unverändert wird die in der Falcon-9-Familie übliche 2. Stufe verwendet.[13] Die Nutzlastkapazität in eine niedrige Erdumlaufbahn (LEO) mit 28,5° Bahnneigung soll von Cape Canaveral aus bis zu 53,0 t betragen. Auf eine Fluchtbahn zum Mars soll die Falcon Heavy etwa 13,2 t transportieren können.[14] Die Rakete wird 70 m hoch sein, 3,7 m × 12,2 m Durchmesser haben, eine Nutzlastverkleidung mit 5,2 m Durchmesser besitzen und bei 1.394 t Startgewicht mit 20.418 kN Startschub abheben.[14] Damit es selbst bei einem Triebwerksschaden während des Fluges in einem der 27 gleichzeitig arbeitenden Merlin-Triebwerke nicht zu einem Fehlstart kommt, sind die Triebwerke von Schutzhüllen umgeben, so dass sich Brände und Explosionen nicht auf andere Triebwerke oder die Rakete auswirken sollen. Optional sollen die beiden äußeren Stufen die zentrale Stufe während des Fluges mit Treibstoff versorgen können, so dass die zentrale Stufe nach dem Abtrennen der beiden äußeren Stufen noch nahezu voll ist und so deutlich länger arbeitet als die beiden äußeren Stufen. So wird ein günstigeres Stufenverhältnis erzielt.[13] Da hier technisches Neuland betreten wird, soll es erst bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt angeboten werden. Wenn dieses sogenannte „fuel-crossfeed“ nicht eingesetzt wird, muss die innere Stufe mit gedrosseltem Schub betrieben werden, um dennoch ein günstiges Stufenverhältnis zu erhalten. Diese Technik wird beispielsweise bei der Delta 4 Heavy eingesetzt. Die Nutzlastkapazität für einen LEO mit 28,5° Bahnneigung von Cape Canaveral beträgt dann nur noch rund 45 t.[13] Sie wäre damit eine der leistungsfähigsten Trägerraketen seit der Mondrakete Saturn V und der sowjetischen Energija.

SpaceX gab am 29. Mai 2012 bekannt, dass sie einen ersten Auftrag zum Start eines Intelsat-Satelliten mit der Falcon Heavy erhalten hat.[15] Der Satellit soll von der Falcon Heavy in einer geostationären Transferbahn abgesetzt werden.[16] In weiterer Folge wurden noch vor dem geplanten Jungfernflug im November 2016 einige weitere Nutzlasten auf die Falcon Heavy gebucht. Aufgrund der Verzögerung bei der Falcon Heavy ist eine davon, ViaSat-2, Anfang 2016 auf die Ariane 5 umgebucht worden.[17]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Version Falcon 9 v1.01 Falcon 9 v1.11 Falcon 9 v1.21 Falcon Heavy
Erste Stufe 9 × Merlin-1C 9 × Merlin-1D 9 × Merlin-1D erste Standard-Stufe mit 9 × Merlin-1D sowie
2 Booster mit je 9 × Merlin-1D
damit insgesamt 27 Merlin-Triebwerke für die erste Stufe
Zweite Stufe 1 × Merlin-1C-Vac 1 × Merlin-1D-Vac 1 × Merlin-1D-Vac 1 × Merlin-1D-Vac
Höhe (maximal) (m) 54,9 68,4 70,0 70,0
Durchmesser (m) 3,6 3,7 3,7 3,7 × 12,2
Schub (am Boden) (kN) 4.940 5.885 7.607 22.819
Startmasse (t) 333 506 541 1.394
Nutzlastverkleidung
Durchmesser (m)
5,2 5,2 5,2 5,2
Nutzlast (LEO) (kg) 10.450 13.150 22.8002 54.400
Nutzlast (GTO) (kg) 4.540 4.850 8.3002 22.200[16]
Nutzlast (Mars) (kg) na na 4.0202 13.600
Preis (Mio. US-Dollar) 35 61,2 62[18] 90[18]
1 Die Bezeichnungen werden von SpaceX nicht verwendet. Dort heißen alle Versionen einfach Falcon 9.
2 Ohne Bergung der Erststufe. Mit Bergung sinkt die Nutzlastkapazität, je nach Zielorbit und ob Landung auf der Seeplattform oder Rückflug zum Startplatz, um 15 % bis 30 %.

Startrampen und Landeplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Falcon 9 startet vom Luftwaffenstützpunkt Cape Canaveral von der Startrampe LC 40 sowie in Vandenberg von der Startrampe SLC-4E. Im April 2014 wurde ein 20-Jahres-Mietvertrag für die Startrampe LC 39A am Kennedy Space Center unterzeichnet, wo zukünftig die Falcon Heavy und die bemannte Falcon 9 mit Dragon V2 starten sollen.[19] Eine eigene Startanlage befindet sich in der Nähe von Brownsville, Texas im Bau. Hierfür erfolgte am 22. September 2014 der erste Spatenstich,[20] der erste Start könnte 2017 erfolgen.[21]

Als Landeplatz an Land an der Ostküste fungiert die „Landing Zone 1“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Cape Canaveral. Dabei handelt es sich um den früheren Launch Complex 13, der nun über eine große befestige Landefläche aus Beton verfügt. Für Starts von Vandenberg an der Westküste befindet sich ebenfalls ein betonierter Landeplatz auf dem dortigen Startgelände. Daneben verfügt SpaceX mit den Autonomous spaceport drone ships über mehrere schwimmende Plattformen für Landungen auf dem Ozean.

Startliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Falcon-9-Raketenstarts

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Falcon 9 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b SpaceX on Twitter. In: Twitter. Abgerufen am 5. Januar 2016.
  2. a b SpaceX: Falcon 9 kehrt erstmals erfolgreich zur Erde zurück. In: Zeit Online. 22. Dezember 2015. Abgerufen am 5. Januar 2016.
  3. Marcia S. Smith: Range Safety Destruct Signal Was Sent To Falcon 9, But Too Late. spacepolicyonline.com, 30. Juni 2015, abgerufen am 30. Juni 2015 (englisch).
  4. Tobias Willerding: Holm soll Ursache für Falcon 9-Fehlschlag sein. 21. Juli 2015, abgerufen am 4. August 2015 (deutsch).
  5. Günther Glatzel: Verbesserte Falcon 9 erfolgreich gestartet (Updates). Raumfahrer.net, 29. September 2013, abgerufen am 11. Oktober 2013.
  6. Falcon 9 Users Guide 2009. SpaceX, abgerufen am 23. Januar 2014 (englisch).
  7. Günther Glatzel: Sherpa dirigiert Zusatznutzlasten der Falcon 9. Raumfahrer.net, 9. Juni 2012, abgerufen am 11. Oktober 2013.
  8. SpaceX: Falcon 9 First Stage Landing. 21. Dezember 2015. Abgerufen am 6. Januar 2016.
  9. SpaceX: Trägerrakete kehrt erstmals heil aus dem All zurück. In: Spiegel Online. 22. Dezember 2015. Abgerufen am 5. Januar 2016.
  10. Spaceflight Now: Recovered Falcon 9 booster fires again at Cape Canaveral. 16. Januar 2016, abgerufen am 17. Januar 2016.
  11. Elon Musk: Falcon lands on droneship, but the lockout collet doesn’t latch on one the four legs. 17. Januar 2016, abgerufen am 18. Januar 2016.
  12. SpaceX successfully lands its rocket on a floating drone ship for the first time. In: The Verge. 8. April 2016. Abgerufen am 8. April 2016.
  13. a b c Press Center. In: SpaceX. Abgerufen am 18. April 2015.
  14. a b Falcon Heavy overview. SpaceX, abgerufen am 7. Oktober 2015 (englisch).
  15. Stephen Clark: SpaceX signs first commercial customer for Falcon Heavy. Spaceflight Now, 29. Mai 2012, abgerufen am 11. Oktober 2013 (englisch).
  16. a b Intelsat Signs First Commercial Falcon Heavy Launch Agreement with SpaceX, Advanced Vehicle Provides Expanded Options for Operator of the World’s Largest Satellite Fleet. SpaceX, 29. Mai 2012, abgerufen am 30. Mai 2012 (englisch).
  17. Stephen Clark: ViaSat trades in Falcon Heavy launch for Ariane 5. Spaceflight Now, 15. Februar 2015, abgerufen am 24. Februar 2016 (englisch).
  18. a b Capabilities & Services. SpaceX, abgerufen am 4. Mai 2016.
  19. Stephen Clark: SpaceX's mega-rocket to debut next year at pad 39A. Spaceflight Now, 15. April 2014, abgerufen am 23. April 2014 (englisch).
  20. Mike Wall: SpaceX Breaks Ground on Private Spaceport in Texas. Space, 23. September 2014, abgerufen am 7. Dezember 2014 (englisch).
  21. SES ANNOUNCES TWO LAUNCH AGREEMENTS WITH SPACEX. SES, 25. Februar 2015, abgerufen am 2. März 2015 (englisch).