Falkenhain (Lossatal)

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51.39916666666712.873611111111137Koordinaten: 51° 23′ 57″ N, 12° 52′ 25″ O

Falkenhain
Gemeinde Lossatal
Höhe: 137 m
Fläche: 73,25 km²
Einwohner: 3727 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2012
Postleitzahl: 04808
Vorwahl: 034262
Dorfkirche Falkenhain
Schloss Falkenhain

Falkenhain ist ein Ortsteil von Lossatal im Nordosten des Landkreises Leipzig in Sachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Falkenhain liegt am Westrand der Dahlener Heide, etwa zehn Kilometer ost-nordöstlich von Wurzen. Durch den Süden des Gemeindegebietes führen die B 6 und die Bahnstrecke Leipzig–Dresden. Durch die Gemeinde fließt die Lossa.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwei bronzezeitliche Gräberfelder bei Frauwalde zeugen von einer frühen Besiedlung der Gegend. Falkenhain wird im Jahr 1198 in der Stiftungsurkunde anlässlich der Kirchweihe in Sitzenroda urkundlich erwähnt. Der Ortsname wurde entweder vom sorbischen Götzenname Valko abgeleitet oder vom deutschen Lokator Falko.

Der Ort galt lange Zeit als Stammsitz des Adelsgeschlechts Falkenhayn, ein Conrad von Falkenhain wurde 1231 erwähnt, Henningus de Valkinhain 1284. Wohl schon vor 1424 wurde die Familie von Kühnitzsch belehnt, bald darauf folgten die Truchsesse von Wellerswalde und Bornitz, ab 1557 Georg von Koseritz, von 1605 bis 1785 die Lüttichau und danach bis 1945 die Carlowitz.

BW

Im benachbarten Heyda befand sich ursprünglich ein Vorwerk, ab 1551 ein eigenes Rittergut. Besitzer waren nacheinander die Familien von Schleinitz, ab ca. 1650 die Leipziger, dann die von Lüttichau, von Hartitzsch und von Carlowitz. Ab 1698 entstand unter Einbeziehung von Teilen des Vorgängerbaus von 1576 ein langgestrecktes Barockschloss, das 1806 in der Seitenfront verlängert wurde, sowie ein geräumiger Hof mit zwei Kavaliershäusern, die die Einfahrt flankieren. Nach 1990 wurde das Gut von der Familie von Carlowitz zurückerworben und das Schloss saniert.

Frauwalde wurde am 1. Juli und Heyda am 1. Dezember 1972 in die Gemeinde Falkenhain eingegliedert.[1] Am 1. April 1997 wurden Dornreichenbach und Kühnitzsch eingemeindet.[2] Am 1. Januar 1999 kamen Thammenhain und Meltewitz hinzu.[3]

Der Abbau von Gesteinen in der Umgebung von Dornreichenbach (sogenannter Dornreichenbacher Quarzporphyr) ist sehr alt und wird bis heute in großen Mengen betrieben. Für die Pflasterungen und Schotterung sächsischer Straßen haben die Steinbrüche der Region seit dem 19. Jahrhundert eine große Bedeutung. Ferner wurden Mauersteine und einfache Steinmetzobjekte hergestellt.

Am 1. Januar 2012 wurde die bis dahin eigenständige, verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde Falkenhain in die Gemeinde Lossatal eingegliedert.

Ortswappen von Falkenhain (Lossatal)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Grün und Silber; oben schräggekreuzt zwei silberne Hämmer, überdeckt von einem silbernen Meißel und beseitet von zwei goldenen Ähren an beblätterten Halmen; unten ein rotes Hifthorn mit goldenen Beschlägen an schwarzem Band.“

Das Wappen von Falkenhain (Lossatal) ist das erste Wappen eines nicht selbstständigen Ortsteils in Sachsen, das unter der Registratur 3 SN am 3. Januar 2012 in die Deutsche Ortswappenrolle des HEROLD eingetragen und dokumentiert wurde. Gestiftet wurde es vom Ortschaftsrat Falkenhain, um es als Symbol der örtlich-lokalen Identität außerhalb von Amtshandlungen zu führen. Die Gestaltung übernahm der Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch, der es zur Beurkundung führte.

Hämmer und Meißel stehen für den Steinabbau, die Ähren für die Landwirtschaft als wesentliche Wirtschaftsgrundlage der Vergangenheit, während das Hifthorn aus dem Wappen derer von Falkenhain entlehnt ist.

Der von Grün und Silber geteilte Schild nimmt mit der Farbe Grün Bezug auf die natürliche Umgebung Falkenhains, das an der Dahlener Heide grenzt.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche
  • Schloss

Bildung[Bearbeiten]

Eine Oberschule befindet sich in Falkenhain.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Falkenhain. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 67.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Falkenhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden. siehe 1997
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands. siehe 1999
  4. Jörg Mantzsch: Das Wappen des Ortsteils Falkenhain, Dokumentation zum Beurkundungsverfahren. Hinterlegt bei der Gemeinde Lossatal, 2011 (Gutachten: HEROLD zu Berlin e.V.).