Falunrot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Falunrot
 
Bestandteile
RGB (r, g, b) (128, 24, 24)
Hexadezimal-Triplet 801818
CMYK (c, m, y, k) (0%, 81%, 81%, 50%)
HSL (h, s, l) (0°, 69%, 29%)
Das Pigmentwerk (Rödfärgsverket) in Falun
Schwedische Häuser mit Anstrich in Falunrot

Falunrot (schwedisch Falu rödfärg oder Faluröd) oder auch Schwedenrot ist eine in Schweden produzierte rote Dispersionsfarbe für den Außenbereich.[1] Die Bezeichnung Falunrot bezieht sich auf den schwedischen Ort Falun und dessen bekannte, seit 1992 geschlossene Kupfermine. Die Bezeichnung Falu Rödfärg[2] sowie das Falu Rödfärg Logo[3] sind eingetragene, geschützte Markenzeichen der Herstellerfirma Stora Kopparbergs Bergslags AB.

Nach Angabe des Herstellers entspricht die Farbe etwa NCS S 5040-Y80R. Dieser Hersteller bietet neben der klassischen roten Farbe (Röd) eine hellere Variante an (Leuchtendrot, Ljusröd). Diese entspricht etwa NCS S 5040-Y70R und soll nach seiner Angabe die im 18. Jahrhundert vorherrschende Farbe gewesen sein.[4] In Webdefinitionssprachen gibt es keine Bezeichnung für Falunrot.

Geschichte[Bearbeiten]

Das aus dem Abraum des Kupferbergbaues in Falun gewonnene Pigment Falunrot wurde ab dem 16. Jahrhundert als Außenanstrich beliebt, da es den in Schweden vorherrschenden Holzhäusern eine Farbe gab, die an die Backsteinbauten wohlhabender Mitteleuropäer erinnerte.

Ende des 19. Jahrhunderts war die rote Farbe in allen Gesellschaftsschichten beliebt, und sie verankerte sich in der Zeit der schwedischen Nationalromantik dank Malern wie Carl Larsson aus Sundborn bei Falun in den Köpfen aller Schweden. Die rote Farbe wurde im Laufe der Jahrhunderte zu Schwedens Nationalfarbe beim Hausbau[Beleg?] und ist in ländlichen Gebieten bis heute die traditionelle Farbe für Holzbauten geblieben.

Herstellung und Eigenschaften[Bearbeiten]

Die enthaltenen Pigmente sind Eisenoxid mit Spuren von Silikaten von Aluminium, Zink, Kupfer und Blei. Die verwendete Pigmentmischung wird seit 1616 als Nebenprodukt des (1992 stillgelegten) Kupferbergbaus in Falun gewonnen. Der Hauptbestandteil ist verwittertes, mageres Kupfererz, welches auch Rotmulm genannt wird und als Abraum der Kupfererzgewinnung in großen Mengen zur Verfügung steht. Die Pigmente werden traditionell in wässriger Lösung dispergiert zur fertigen Beschichtung verarbeitet. Aufgrund des enthaltenen Eisenvitriols wirkt die Beschichtung holzkonservierend. Als Binder dienen Stärke­kleister und Leinöl. Falunrot ist nicht abriebfest und wischbeständig.

Bevorzugt wird Roggen­mehl als Stärkelieferant eingesetzt, da dieses Mehl Wasser gut bindet und so die Verarbeitungseigenschaften verbessert. Die übrigen Bestandteile der Farbe sind vorgemischt sehr lange haltbar, wenn der Stärkeanteil erst kurz vor der Verkochung und dem darauffolgenden Anstrich zugesetzt wird.

Ein weiterer Füll- und Hilfsstoff ist Kieselsäure bzw. Kieselgur, insbesondere wenn reine Metalloxid­pigmente anstelle der Erze oder anderer Abraumprodukte aus dem Bergbau verwendet werden.[5]

Faluröd hält besonders gut auf sägerauhem, unbehandeltem und bereits verarbeitetem Holz, welches eine Zeitlang der Witterung ausgesetzt war. Während sich solches Holz mit gängigen Lacken oder Dickschichtlasuren wegen des notwendigen hohen Materialeinsatzes nicht ökonomisch beschichten lässt und die Haltbarkeit auf vergrautem Holz nur begrenzt ist, verbindet sich die Faluröd-Farbe gerade mit der rauhen Holzoberfläche besonders gut.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Falunrot – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anwendungsinformationen auf der Webseite des Herstellers Falurödfärg, abgerufen am 27. Dezember 2011.
  2. Varumärke - FALU RÖDFÄRG. Abgerufen am 6. Februar 2014 (schwedisch).
  3. Varumärke - FALU RÖDFÄRG. Abgerufen am 6. Februar 2014 (schwedisch).
  4. Produktinformationen auf der Webseite des Herstellers Falurödfärg, abgerufen am 27. Mai 2011.
  5. Zusammensetzung der [1] der Farbmanufaktur Werder, abgerufen im Januar 2016
  6. Verarbeitungshinweise der Schwedenfarbe der Farbmanufaktur Werder, abgerufen im Januar 2016