Warburg (Familie)

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Die Familie Warburg ist eine deutsch-jüdische Bankiers-Familie. Die Warburgs zogen im 16. Jh. noch unter dem Familiennamen del Banco von Bologna zunächst nach Warburg und im 17. Jh. dann nach Altona a. d. Elbe.

Der früheste bekannte Vorfahre war Simon von Cassel, der um 1566 starb. Die Brüder Moses Marcus Warburg und Gerson Warburg gründeten 1798 das bis heute fortbestehende Bankhaus M.M.Warburg & CO.

Eric Warburgs Sohn Max Warburg (nicht zu verwechseln mit Max Moritz Warburg (1867–1946)) war bis 2014 Partner von M.M.Warburg & CO.

Siegmund George Warburg (ein Ur-Ur-Enkel von Moses Warburg) gründete 1946 in London die Investmentbank S. G. Warburg & Co. Siegmunds Cousin zweiten Grades, Eric Warburg, gründete 1938 in New York Warburg Pincus.

Familienstruktur[Bearbeiten]

Alsterufer- und Mittelweg-Zweig[Bearbeiten]

Die Familie teilt sich traditionell in zwei Zweige, die Alsterufer-Warburgs und die Mittelweg-Warburgs. Die Alsterufer-Warburgs stammen von Siegmund Warburg (1835–1889) ab und die Mittelweg-Warburgs von seinem Bruder Moritz M. Warburg (1838–1910). Diese Namen bezeichnen den Wohnsitz der Familien. Die beiden Brüder Siegmund und Moritz waren Enkel von Moses Marcus Warburg. Siegmund George Warburg stammt aus dem Alsterufer-Zweig; die fünf Warburg-Brüder Abraham (Aby), Max, Paul, Felix und Fritz Moritz Warburg waren die Söhne von Moritz M. Warburg.

Amerikanische und deutsche Warburgs[Bearbeiten]

Ein Mitglied der Familie in den Vereinigten Staaten war Felix M. Warburg. Er war Bankier und Philanthrop; sein Haus in New York City beherbergt heute das Jüdische Museum. Ein weiterer amerikanischer Warburg war Paul Warburg, Vater des US-Notenbank-Systems.

Der deutsche Zweig der Familie umfasst Max Warburg, einen der Gründer der IG Farben. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden alle jüdischen Mitglieder aus dem Vorstand der IG Farben vertrieben. Fast die gesamte Warburg-Familie war bis 1938 in die Vereinigten Staaten oder nach Großbritannien geflohen. Zwei Cousinen jedoch, Mutter und Tochter Gerta und Betty Warburg, blieben bis 1940 in Altona, wurden von den Nazis verhaftet und starben im Vernichtungslager Sobibor.[1] Eric Warburg, Sohn von Max Warburg, kehrte nach Deutschland zurück und nahm großen Einfluss auf die Wiederherstellung von Deutschlands Ruf nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach ihm ist der Eric-M.-Warburg-Preis der Atlantik-Brücke benannt. Erics Sohn, nach seinem Großvater ebenfalls Max genannt, war bis 2014 Partner von M.M.Warburg & CO in Hamburg; seine Tochter Marie ist die zweite Ehefrau des Journalisten Michael Naumann.

Familienmitglieder[Bearbeiten]

  • Moses Marcus Warburg (1763–1830), Bankier
  • Gershon Warburg (1765–1826), sein Bruder
  • Moritz Warburg (1810–1886), Jurist, Politiker, 1848–1850 Mitglied der Verfassungsgebenden Versammlung für Schleswig-Holstein
  • Abraham Warburg, Sara Warburg. Kinder u. a.: Siegmund Warburg, Moritz M. Warburg
  • Pius Warburg (1816–1900), deutscher Bankier, Kunstsammler und Mäzen
  • Moritz M. Warburg (1838–1910), Bankier, verheiratet mit Charlotte Esther Oppenheim (1842–1921); Eltern von Abraham M., Max M., Paul M., Felix M., Olga (* 1873), Fritz M. und Louisa (* 1879) Warburg, der dritten Generation nach Moses Marcus Warburg; Moritz M. Warburg ist der Begründer des Mittelweg-Zweiges der Hamburger Familie
  • Emil Warburg (1846–1931), Physiker
  • Otto Warburg (1859-1938), Agrarbotaniker, Präsident der Zionistischen Weltorgarnisation
  • Abraham Moritz Warburg (1866–1929), Kunsthistoriker, Privatgelehrter, ältester Bruder von Max, Paul, Felix und Fritz Warburg; die vierte Generation/Großenkel von Moses Marcus Warburg (Mittelweg-Zweig). Aby Warburg heiratete Mary Hertz, eine Künstlerin (und Christin). Er war der erste Warburg, der keine Jüdin heiratete.
  • Max Moritz Warburg (1867–1946), Bankier. Sein Sohn: Eric M. Warburg (1900–1990), Bankier.
  • Paul Moritz Warburg (1868–1932), Schöpfer der US-Notenbank. Heirat 1895 mit Nina Loeb (1870–1945). Sohn: James Paul Warburg (1897–1969), Berater von Franklin Delano Roosevelt
  • Felix Moritz Warburg (1871–1937), Bankier bei Kuhn, Loeb & Co, New York und Philanthrop. Heirat 1895 mit Frieda Schiff (1875–1958), Sohn: Gerald Warburg, Cellist.
  • Fritz Moritz Warburg (1879–1962)
  • Siegmund Warburg (1835–1889), Bruder von Moritz M. Warburg (1838–1910) (Begründer des Alsterufer-Zweiges)
  • Abraham S. Warburg, Sohn von Siegmund Warburg
  • Georg Gabriel Warburg (1871–1923), Sohn von Siegmund Warburg, Vater von Siegmund George Warburg
  • Otto Warburg (1883–1970), Biochemiker, Arzt und Physiologe
  • Eric M. Warburg (1900–1990), Sohn von Max Warburg, deutsch-amerikanischer Bankier
  • Siegmund George Warburg (1902–1982), Gründer der S. G. Warburg & Co., London, Ur-Ur-Enkel von Moses Marcus Warburg (aus dem Alsterufer-Zweig der Warburgs)

Einrichtungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klessmann, Eckart: M. M. Warburg & Co. 1798–1998: Die Geschichte des Bankhauses 2004.
  • Chernow, Ron: The Warburgs: The Twentieth-century Odyssey of a Remarkable Jewish Family. Random House, New York 1993, ISBN 0-679-41823-7.
  • Jacques Attali: A Man of Influence: The Extraordinary Career of S.G. Warburg. Adler & Adler, Bethesda, MD 1985, ISBN 0-917-56136-8.
  • Farrer, David: The Warburgs: The Story of a Family. Stein and Day, New York 1974, ISBN 0-812-81733-8.
  • Rosenbaum, Eduard: M. M. Warburg & Co., Merchant Bankers of Hamburg; A Survey of the First 140 years, 1798 to 1938 1962.

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Ron Chernow: The Warburgs. New York 1993.