Fanlac

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Fanlac
Fanlac (Frankreich)
Fanlac
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée de l’Homme
Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de l’Homme
Koordinaten 45° 4′ N, 1° 6′ OKoordinaten: 45° 4′ N, 1° 6′ O
Höhe 97–267 m
Fläche 14,37 km2
Einwohner 131 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 9 Einw./km2
Postleitzahl 24290
INSEE-Code
Website http://fanlac.jimdo.com/

Ortsmitte mit Pfarrkirche und Steinkreuz

Fanlac (okzitanisch: gleichlautend) ist ein Ort und eine südwestfranzösische Gemeinde mit 131 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) in der alten Kulturlandschaft des Périgord im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kleine Ort Fanlac liegt ca. einen Kilometer westlich des Flüsschens Thonac in einer Höhe von ca. 220 m ü. d. M. und etwa 38 Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich von Sarlat-la-Canéda bzw. etwa 42 Kilometer südöstlich von Périgueux. Die Kantonshauptstadt Montignac ist etwa acht Kilometer in östlicher Richtung entfernt. Zur Gemeinde gehören auch mehrere Weiler und Einzelgehöfte.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 170 144 147 158 142 142 130

Im 19. Jahrhundert lag die Einwohnerzahl der Gemeinde stets zwischen 500 und 650. Die Reblauskrise im Weinbau und der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft führten zu einem kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang, dessen Tiefpunkt immer noch nicht erreicht zu sein scheint.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die heutige Zeit spielt die Landwirtschaft die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde. Der hier betriebene Weinbau ist jedoch nach der Reblauskrise gegen Ende des 19. Jahrhunderts gänzlich aufgegeben worden. Tabak und Mais sind ebenfalls auf dem Rückzug – stattdessen dominieren Felder und Weiden, aber auch Walnuss-, Esskastanien- und Obstbäume die Region. Auch Gänseleberpastete und Trüffel zählen zu den regionalen Spezialitäten. Einige leerstehende Häuser werden als Ferienwohnungen (gîtes) vermietet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des zur Kastellanei von Montignac gehörenden Ortes unter dem Namen Fallacum stammt aus dem 13. Jahrhundert; die Kirche wird jedoch schon ins 12. Jahrhundert datiert. Im Jahr 1625 wurde ein Benediktinerinnen-Konvent gegründet. Während des Zweiten Weltkriegs wurden im Château de Sablou Kommunisten und andere unliebsame Personen interniert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuz (Vorderseite)
Gasse in Fanlac
Kreuz (Rückseite) und Glockengiebel der Kirche
  • Die Gassen der Ortsmitte (bourg) von Fanlac laden zu kleineren Spaziergängen ein.
  • Die hochaufragende einschiffige Pfarrkirche (Église de la Décollation-de-Saint-Jean-Baptiste) wird ins 12. Jahrhundert datiert und war ursprünglich der Geburt der Gottesmutter Maria (Notre-Dame-de-la-Nativité) geweiht. Der als Wehrkirche konzipierte romanische Bau wurde im 16. und 18. Jahrhundert jedoch wiederholt modernisiert; so stammt die die gesamte Gestaltung der Westfassade mit dem abgerundeten Glockengiebel aus dem Jahr 1704. In der Nordwand der Kirche befindet sich ein kleines Figurenrelief, welches – gemäß einer örtlichen Überlieferung – Jean de La Jalage, einen Verteidiger der Kirche in der Zeit des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) darstellen soll. Der Kirchenbau wurde im Jahr 1970 als Monument historique[1] eingestuft.
  • Die Vorderseite des teilweise freiplastisch gearbeiteten spätgotischen steinernen Kreuzes vor der Kirche zeigt eine Kreuzigungsgruppe mit zwei Engeln, die das Blut Christi in Kelchen auffangen. Zu beiden Seiten des Hauptes Christi erscheinen die Bildzeichen von Sonne und Mond; links und rechts der Beine Christi knien zwei weitere Figuren. Im Feld darunter befindet sich ein kniender Ritter (möglicherweise der Stifter des Kreuzes) mit erhobenem Schwert. Auf der Rückseite ist noch andeutungsweise die von Engeln begleitete Szenerie der Himmelfahrt Mariens zu erkennen; darunter befindet sich eine kniende Frauengestalt (möglicherweise die Gemahlin des Ritters). Das Kreuz wurde bereits im Jahr 1948 als Monument historique[2] anerkannt.
Château d’Auberoche
  • Die in Privatbesitz befindliche Hofanlage des aus Bruchsteinen gemauerten Château d’Auberoche (45° 3′ 33″ N, 1° 5′ 31″ O)entstammt dem 14. Jahrhundert; sie wurde jedoch im 17. Jahrhundert teilweise umgebaut. Markant sind die runden Ecktürme. Die Gesamtanlage wurde im Jahr 1962 als Monument historique[3] eingestuft.
  • Das Château du Sablou befindet sich etwa vier Kilometer nordöstlich von Fanlac. Es ist ein imposanter, aber architektonisch eher zurückhaltender Bau mit einer freistehenden Kapelle aus dem frühen 18. Jahrhundert, der in Teilen zu einer Ferienanlage umgebaut wurde.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fanlac erlangte eine gewisse Berühmtheit Ende der 1960er Jahre durch die hier gedrehte fünfteilige Fernsehserie Jacquou le Croquant nach dem gleichnamigen Roman von Eugène Le Roy aus dem Jahre 1899.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fanlac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église, Fanlac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Croix, Fanlac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Château d’Auberoche, Fanlac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)