Fantasiefreund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Fantasiefreund ist ein Freund, der nicht in der Realität, sondern nur in der Gedankenwelt, in der Fantasie eines Menschen existiert. Bisweilen wird er auch als Unsichtbarer Freund bezeichnet, weil nur die betreffende Person ihn sehen kann.

Kinder haben relativ häufig Fantasiefreunde, meistens, wenn sie sich einsam fühlen oder spielen wollen. Manche Psychologen und Pädagogen gehen davon aus, dass Kinder auch dadurch soziales Verhalten und Kommunizieren lernen. Das Phänomen tritt auch bei bestimmten psychischen Störungen auf, beispielsweise bei Autismus.

Nach Dr. Johanna Schulte Wermlinghoff befinden sich Drei- und Vierjährige Kinder in der Phase des magischen Denkens. In den 50er Jahren ging man von psychologischen Defiziten bei diesen Kindern aus. Heute wird der Fantasiefreund als kleines Hilfs-Ich angesehen und hilft bei dem Kind u.a. bei der Impulskontrolle. Nach der "Begabungshypothese" besitzen diese Kinder ein hohes Maß an Kreativität und sozialer Kompetenz. Meist sind es Erstgeborene und Einzelkinder, die sich diese als zusätzliche Spielgefährten wünschten.[1]

Fantasiefreunde werden oft in der Kinder- und Jugendliteratur und in vielen Filmen thematisiert, zum Beispiel in der Zeichentrickserie „Fosters Haus für Fantasiefreunde“.

Im Theater bzw. im Film behandelt das Stück „Mein Freund Harvey“ den Fantasiefreund eines Erwachsenen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schlosser, Gianna: Mein unsichtbarer Freund, In: Hamburger Abendblatt, 19. September 2016, S. 18