Farah (Provinz)

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فراه

Farah (Provinz)
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Afghanistan
Hauptstadt Farah
Fläche 48.470 km²
Einwohner 507.400 (2015)
Dichte 10 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 AF-FRA
Politik
Gouverneur Mohammad Asif Nang
Distrikte in der Provinz Farah (Stand 2005)
Distrikte in der Provinz Farah (Stand 2005)

Koordinaten: 32° 24′ N, 62° 6′ O

Farah (Paschtu/Dari: فراه, DMG Farāh) ist eine Provinz in Westafghanistan.

Die Hauptstadt dieser Provinz ist die gleichnamige Stadt Farah. Die meisten der 507.400 Bewohner[1] dieser Provinz sind Paschtunen und Tadschiken bzw. Farsiwan, wobei die Eigenbezeichnung der persischsprachigen Bevölkerung in Farah Farsiwan ist. Die gesprochene Sprache ist Dari, wobei hier der sogenannte Herati-Dialekt verbreitet ist. Der Name Farah kommt aus dem Arabischen und bedeutet „Fröhlichkeit“ und „Feier“.

Farah grenzt an den Iran, womit auch eine ähnliche Kultur in Verbindung steht. Die Provinz ist geschichtlich unerforscht. Sie beherbergt zahlreiche Schätze aus der Epoche des Mittelalters und andere Epochen. Einst war sie zur nördlich gelegenen Provinz Herat zugehörig, bevor sie Anfang des 20. Jahrhunderts eine eigenständige Provinz wurde. Farah war bis Anfang des 20. Jh. eine Stadt in der heutigen Provinz Herat.

Basisdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die möglicherweise bekannteste Persönlichkeit aus der Provinz Farah geht aus der islamischen Zivilisation hervor. Hierbei handelt es sich um den Gelehrten Ata al-Mulk Dschuwaini, welcher aus der Stadt Dschuwain stammt. Er war der Lehrer des islamischen Gelehrten al-Ghazali.

Ebenso kann man den persischen Dichter Abu Nasr-Farahi nennen. Nach ihm sind heute sind zahlreiche Schulen, Bildungseinrichtungen und Gedenkstätten benannt.

Aus der Provinz Farah stammt auch der Songwriter und Lyriker Salim Sarmast. Er schrieb unzählige Titel für die afghanische Pop-Ikone Ahmad Zahir.

Die aus Farah stammende Malalai Joya erhielt bei der Parlamentswahl im September 2005 die zweithöchste Zahl an Stimmen in ihrer Provinz und ist seitdem die jüngste Abgeordnete Afghanistans.

Die oben genannten Dichter, Denker, Musiker oder Politiker sind allesamt ethnische Perser.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ethnien-Verteilung in Farah:[2]

Die Provinz Farah is mehrheitlich paschtunisch. Die Paschtunen sprechen einen Dialekt ähnlich dem von Kandahar, sie leben auch im benachbarten Iran am Grenzgebiet zu Farah und Herat.[3] Große Teile der tadschikischen Bevölkerung kommt aus Yazd, dem heutigen Iran. Diese leben im Distrikt Yazdi.

Klima und Vegetation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farah ist äußerst wüstenartig. Es erinnert an eine Oase, die an manchen Stellen enorm fruchtbar ist. Im Nord- und Südwesten ist die Provinz durch zahlreiche Flüsse gekennzeichnet. Im Norden ist das bekannte Tal Anar Dare (persisch AnarGranatapfel“; Dare bedeutet „Tal“) zu nennen. In Farah fließt der Fluss Farāh Rud, der über die ganze Provinz verläuft. An der ungefähren Mitte dieses Flusses liegt die Provinzhauptstadt Farah. Im Südwesten befindet sich ein riesiges Wasserreservoir, das von der angrenzenden Provinz Nimrus (früher Chekhansoor genannt) ebenfalls geteilt wird. Im Allgemeinen ist die Provinz trocken.

Farah liegt auf der gleichen geographischen Ebene wie die Stadt Birjand in Iran.

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Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Provinzhauptstadt ist die Altstadt gelegen (persisch Schahre Koohne). Diese Altstadt hieß davor Fereydoon Schahr (persisch „Fereydoons Stadt“, nach einem früheren König). Dieser Stadtteil im Herzen der Provinz war Begegnungsstätte, Bazar und Handelszentrum. Die Altstadt stammt aus vorislamischer Zeit, d. h. aus der Zeit der alten Religion des Zarathustras. Die Altstadt war auch eine Ausruhestätte der alten Seidenstraße.

Aus der vorislamischen Zeit stammen auch historische Monumente im Osten der Provinz, die Kafir Qalah (persisch „Haus der Ungläubigen“) genannt wurde. Qalah ist ein Haus, das eine Eingangstür besitzt mit mehreren darin sich befindenden Häusern, was z. B. Schutz vor einem fremden Überfall bieten soll. In Farah treten solche Qalah häufig auf.

In Farah existiert auch das Takhte Rostam (persisch „Thron Rostams“). Rostam (und sein Sohn Sohrab) stammt(en) aus der Stadt Jowain in Farah, der auch im Schāhnāme des Ferdousī durch seine heldenhafte Taten vorkommt. Da früher es keine Grenzen zwischen Iran und Afghanistan gab, galt er als der tapfere Mann aus dem Sistan.

Neueste Entwicklungen für Farah[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Farah wird eine Straße gebaut, die es mit dem Iran verbindet. Dabei wird die Provinz Farah mit der iranischen Provinz Süd-Chorasan verbunden. Dieses Projekt wird finanziell vom Iran unterstützt und gefördert.

Ebenso geht es um ein technisches Hilfsprojekt und ein technisches Zentrum für die Provinz Farah, welches schon in Betrieb genommen werden kann und auch vom Iran mit technischem Know-how begleitet wurde.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Farah ist in folgende Distrikte gegliedert:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Provinz Farah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Afghanistan. In: citypopulation.de. Abgerufen am 9. Januar 2016.
  2. https://my.nps.edu/web/ccs/farah
  3. https://www.ethnologue.com/country/ir/languages