Farbindex

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In der Astronomie ist der Farbindex (FI) eine ursprünglich von Karl Schwarzschild eingeführte Maßzahl für die Farbe von Sternen.

Er ist heute allgemein definiert als Differenz zwischen der gemessenen scheinbaren Helligkeit (Magnitude) eines Sternes im kurzwelligen Bereich (bläulich) und der Helligkeit im langwelligen Bereich (rötlich):

Aus der Definition der astronomischen Magnitudenskala (je kleiner die Zahl, desto heller das Gestirn) ergibt sich, dass der Farbindex eines Sterns desto größer ist, je rötlicher er erscheint.

An den Bezugswerten für den langwelligen und für den kurzwelligen Bereich unterscheiden sich die verschiedenen photometrischen Systeme. Am häufigsten angewendet wird heute das UBV-System (Dreifarbenphotometrie) nach Harold L. Johnson und William Wilson Morgan. Darin stehen

  • U für die Helligkeit im ultravioletten Licht mit der Schwerpunktwellenlänge von 365 nm
  • B für die Helligkeit bei 440 nm (Blau)
  • V für die Helligkeit bei 550 nm (Gelb); V steht dabei für visuell, da das menschliche Auge Sterne im gelblichen Bereich am stärksten wahrnimmt.

Anhand dieser Bezugsgrößen werden im UBV-System drei Farbindizes gebildet: U-B, U-V und B-V, wobei letzterer für visuelle Beobachter die größere Bedeutung hat und z. B. oft in Sternkatalogen angegeben wird.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der leicht bläuliche Stern θ Virginis (links, Spektralklasse A1 IV) in der Nähe des Planeten Jupiter mit den Galileischen Monden Io, Ganymed und Kalisto am 10. April 2017 um 1:45 Uhr MESZ
Stern (B-V)-Farbindex Farbe
Spica −0,23 blau
Rigel ±0,00 bläulichweiß
Deneb +0,09 weiß
Sonne +0,65 gelblich
119 Tauri +2,06 tiefrot

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Krautter et al.: Meyers Handbuch Weltall. 7. Auflage. Meyers Lexikonverlag, 1994, ISBN 3-411-07757-3, S. 231 ff.
  • James B. Kaler: Sterne und ihre Spektren. Spektrum Akademischer Verlag, 1994, ISBN 3-86025-089-2, S. 41