Fast Fashion

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Fast Fashion bezeichnet ein Geschäftsmodell des Textilhandels, bei dem die Kollektion laufend geändert und die Zeit von den neuesten Designs der Modeschöpfer zur Massenware in den Filialen stark verkürzt wird. Die stetige Veränderung des Sortiments und eine verkürzte Haltbarkeitsdauer der verwendeten Materialien soll die Kunden dazu bewegen, die Verkaufsflächen immer wieder aufzusuchen. Durch Auswerten von Abverkaufsdaten und schneller Reaktion auf diese (Quick Response) kann der Umsatz weiter erhöht werden. Dies stellt Warenwirtschaftssysteme vor Herausforderungen, die von größeren Unternehmen wie Inditex oder H&M jedoch bereits gemeistert werden.[1] Zu den bekanntesten Anbietern von „Fast Fashion“ werden oft Textil-Discounter wie beispielsweise H&M, Primark und KiK gezählt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff „Fast Fashion“ soll neben den verkürzten Lieferzeiten auch auf die mangelnde Qualität und der damit verbundenen kurzen Haltbarkeitsdauer der zumeist billig hergestellten Kleidungsstücke hinweisen. Zahlreiche Studien warnen vor den Folgen von „Fast Fashion“. Einer Untersuchung der britischen Ellen-MacArthur-Stiftung ist die gesamte Textilindustrie für einen Großteil des CO2-Ausstoßes verantwortlich.[2] Laut Greenpeace verursache die Herstellung von Kleidung derzeit mehr Emissionen wie beispielsweise CO2 als die Seeschifffahrt und die weltweite Luftfahrt zusammen. Laut einem Bericht aus 2012 kaufe jeder deutsche Bundesbürger im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr mit einer deutlich kürzeren Verwendungsdauer. Zudem weist Greenpeace auf einen hohen Ressourcenverbrauch, schwierige Arbeitsbedingungen sowie erhöhte Umweltverschmutzung aufgrund der Produktion in Niedriglohnländern hin.[3]

Laut Ulrich Müller, dem Geschäftsführer der deutschen Kleiderstiftung, sei aufgrund der Verwendung von minderwertigen Materialien mittlerweile nur noch knapp ein Fünftel aus der Altkleidersammlung wiederverwendbar.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerrit Heinemann, Kathrin Haug, Mathias Gehrckens und dgroup (Hrsg.): Digitalisierung des Handels mit ePace: Innovative E-Commerce-Geschäftsmodelle und digitale Zeitvorteile. Springer Gabler, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-658-01299-1, doi:10.1007/978-3-658-01300-4.
  2. Nachhaltigkeit: Was blenden wir aus?Schlimmer als Kreuzfahrten: Mode-Wahnsinn zerstört Umwelt – wie wir das ändern focus.de
  3. Fast Fashion vs. Grüne Mode Greenpeace.de
  4. Fast Fashion – Wegwerfprodukte für wenig Geld daserste.de