Fātima bint Muhammad

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Der Prophet Mohammed gibt seine Tochter Fatima zur Heirat mit seinem Cousin ʿAlī ibn Abī Tālib.

Fātima bint Muhammad (arabisch فاطمة بنت محمد, DMG Fāṭima bint Muḥammad, * 606; † 632), im persischen Sprachraum auch Fātemeh, mit den Beinamen az-Zahrāʾ (الزهراء) und Saiyidat Nisāʾ al-ʿĀlamīn (سيدة نساء العالمين, d. h. „Herrin der Frauen der Welten“) war die vierte und jüngste Tochter des Propheten Mohammed von seiner ersten und lange Zeit einzigen Gattin Chadīdscha bint Chuwailid und die Gattin ʿAlī ibn Abī Tālibs; aus dieser Ehe gingen die Söhne Hasan ibn ʿAlī und al-Ḥusain ibn ʿAlī hervor.

Zur Person[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fatima gehörte zur ahl al-bait (أهل البيت / ‚Familie des (Propheten)hauses‘); sie war unter den Kindern Mohammeds das einzige, dessen Nachkommen bis ins Erwachsenenalter überlebten. Die Schiiten lassen Fatima besondere Verehrung zukommen: als einzige Frau wird sie zusammen mit Mohammed und den Zwölf Imamen zu den „Vierzehn Unfehlbaren“ gezählt. Schiitische Quellen überliefern, dass sie ihr ungeborenes Kind Mohsin dabei verloren hat, als sie die Haustür gegen das Eindringen von Abu Bakr und Umar ibn al-Chattab zuhielt und diese beim gewaltsamen öffnen gegen ihren Bauch schlug. Wegen des Streits mit Abu Bakr redete sie nie wieder mit ihm. Sie starb in einer kleinen Kammer, aus Gram über den Tod ihres Vaters und an den Verletzungen des Kampfes an ihrer Haustür. In der sunnitischen Tradition werden diese Berichte abgelehnt,[1] es wird davon ausgegangen, dass die Beziehung zwischen Aischa und Fatima gut und fest war.[2] Wobei die Beweislage hier nicht klar ist, auch in sunnitischen Quellen lassen sich Anhaltspunkte für einen Streit zwischen Fatima und den Kalifen Abu Bakr und Umar ibn al-Chattab finden.[3]

Grabstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund von Erbstreitigkeiten um das Erbe des Propheten zerstritt Fatima sich mit Abu Bakr. Der Streit ging so weit, dass ihr Beerdigungsort von ihrem Mann Ali gegenüber Abu Bakr geheimgehalten wurde.[4] Bis heute kann niemand mit Sicherheit sagen, wo sich ihre Grabstätte in Medina befindet. Jedoch gehen die meisten Historiker heute davon aus, dass Ali sie entweder im Friedhof al-Baqīʿ oder im Rawdah, der Fläche zwischen der Kanzel und dem Grab ihres Vaters Muhammad, begraben hat. Erstere These wird durch Überlieferungen gestützt, denen zufolge am Morgen nach ihrer nächtlichen Beerdigung auf dem Friedhof al-Baqīʿ mehrere neu angelegte Gräberhügel gesehen wurden. Demnach gingen die Zeitgenossen davon aus, dass Ali mehrere Grabhügel anlegte, um zu verschleiern, welches das tatsächliche Grab ist. Die andere Vermutung, Fatima wäre im Rawdah der Prophetenmoschee begraben, geht auf verschiedene Aussprüche des Propheten selbst zurück, denen zufolge dort etwas paradiesisches liegen wird. Dies wird insbesondere von Schiiten als Andeutung verstanden, dass Fatima dort begraben werden soll. Muhammad Baqir Madschlisi erwähnt dies in seiner Überlieferungssammlung Bihar al Anwar im „Buch über das Unheil nach dem Propheten“ (Band 28–34) und im „Buch der Biografie der Herrin der Frauen unter den Weltbewohnern“ (Band 43–45).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. كسر ضلع الزهراء وصلب السيد المسيح. In: www.almanhaj.com. Abgerufen am 13. Oktober 2016.
  2. العلاقة بين أم المؤمنين عائشة ، وفاطمة بنت النبي ، رضي الله عنهما . - islamqa.info. In: islamqa.info. Abgerufen am 13. Oktober 2016.
  3. Al-Bukhari: al-Dschāmiʿ as-sahīh. Band 4 Buch 53 Hadith Nr.325.
  4. Al-Bukhari in al-Dschāmiʿ as-sahīh: al-Dschāmiʿ as-sahīh. Band 5, Buch 53, Number 546.