Faucogney-et-la-Mer

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Faucogney-et-la-Mer
Wappen von Faucogney-et-la-Mer
Faucogney-et-la-Mer (Frankreich)
Faucogney-et-la-Mer
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Haute-Saône
Arrondissement Lure
Kanton Mélisey
Gemeindeverband Haute Vallée de l’Ognon
Koordinaten 47° 51′ N, 6° 34′ OKoordinaten: 47° 51′ N, 6° 34′ O
Höhe 352–533 m
Fläche 14,14 km2
Einwohner 558 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 39 Einw./km2
Postleitzahl 70310
INSEE-Code

Bergkapelle und -friedhof St. Martin

Faucogney-et-la-Mer ist eine französische Gemeinde mit 558 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Haute-Saône in der Region Bourgogne-Franche-Comté; sie gehört zum Arrondissement Lure und zum Kanton Mélisey.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faucogney-et-la-Mer liegt auf einer Höhe von 364 m über dem Meeresspiegel, 16 Kilometer nordöstlich von Luxeuil-les-Bains und etwa 23 km nördlich der Stadt Lure (Luftlinie). Die Streusiedlungsgemeinde erstreckt sich im Nordosten des Departements, im Tal des Breuchin in den südwestlichen Ausläufern der Vogesen.

Die Fläche des 14,14 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der von Tälern durchzogenen Plateaulandschaft am Südwestrand der Vogesen. Von Norden nach Süden wird das Gebiet vom Tal des Breuchin durchquert, der für die Entwässerung zur Lanterne sorgt. Die schmale Talaue liegt durchschnittlich auf 360 m und weist eine Breite von maximal einem Kilometer auf. Sie wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Das Tal des Breuchin ist an der Durchbruchstelle auf Höhe von Faucogney mehr als 200 m tief in das umgebende Hochplateau eingesenkt. Die steilen, meist bewaldeten Hänge werden durch verschiedene kurze Seitenbäche des Breuchin untergliedert. Nach Osten reicht der Gemeindeboden bis an den Rand des Plateaus von Esmoulières. Auf seiner Westseite wird das Tal von den Höhen Bois de la Noire Epine und Faucogney le Bois flankiert. Südlich von Faucogney erhebt sich der Bergstock Montagne Saint-Martin. Mit 563 m wird oberhalb des Ortsteils La Mer die höchste Erhebung der Gemeinde erreicht. Das Plateau zeigt ein lockeres Gefüge von Wald, Weideland, Heidelandschaften und Mooren. Es erreicht eine mittlere Höhe von über 500 m. In Muldenlagen befinden sich viele Seen, die überwiegend natürlichen Ursprungs sind und während der Eiszeit durch Gletscherschliff entstanden. Einige wurden auch aufgestaut und dienen der Fischzucht.

In geologisch-tektonischer Hinsicht bestehen die Höhen teils aus Sedimenten, die während der Lias abgelagert wurden, teils tritt das kristalline Grundgestein zutage. Auf den Höhen wie auch in den Tälern finden sich Ablagerungen des Quartärs. Das gesamte Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.

Faucogney-et-la-Mer besteht aus verschiedenen Siedlungen, Weilern und Gehöften:

  • Faucogney (364 m) im Engtal des Breuchin, Standort der Gemeindeverwaltung
  • La Mer (470 m) im Südosten zwischen Étang du Moulin und Étang des Grands Prés
  • Ferrières-le-Bas (366 m) im Tal des Breuchin gegenüber von Faucogney
  • Le Magny (361 m) südlicher Vorort von Faucogney

Nachbargemeinden von Faucogney-et-la-Mer sind Amont-et-Effreney im Nordwesten und Norden, Esmoulières im Nordosten, Servance-Miellin mit Servance im Osten, Ternuay-Melay-et-Saint-Hilaire im Südosten sowie Écromagny und La Voivre im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faucogney-et-la-Mer entstand am 8. Februar 1806 durch Zusammenschluss der Gemeinden Faucogney und La Mer. Faucogney und seine Burg waren Stammsitz der Herren von Faucogney, die zeitweise auch Vizegrafen von Vesoul waren.

Der bekannteste der Sires de Faucogney war Jean III. (1330/63 bezeugt), der um 1338/40 Isabella von Frankreich heiratete († nach 1363), Tochter von König Philipp V. und Witwe von Guigues VIII., Dauphin von Viennois († 1333). Er schenkte das Schloss Faucogney 1363 (seine eigene Ehe blieb kinderlos) Johann von Neuenburg (Jean de Neuchâtel, † 1369) anlässlich der Hochzeit Johanns und seiner Nichte Jeanne de Faucogney († 1373). Erbin Johann von Neuenburgs war dessen Schwester Isabella von Neuenburg, Gräfin von Nidau (siehe Liste der Herrscher von Neuenburg), die das Schloss 1370 der Witwe ihres Bruders überlässt. Deren zweiter Ehemann, Henri de Longvy, Seigneur de Rahon († 1396) (Haus Chaussin) verkauft das Schloss 1374, nach dem Tod seiner Frau, für 20000 Goldfranken an Philipp den Kühnen, Herzog von Burgund, während Jeanne de Faucogney den gemeinsamen Sohn, Jean III. de Longvy, als Erben eingesetzt hatte[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche St. Georg (Église Saint-Georges)
  • Bergkapelle St. Martin, Monument historique
  • Kapelle Leiden Jesu (Chapelle Dieu de Pitiè)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Faucogney-et-la-Mer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. nach: Detlev Schwennicke, Europäische Stammtafeln Band XV (1993) Tafel 156 Les Sires de Faucogney...