Fedenatur

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FEDENATUR - Europäischer Verband der periurbanen Parks
Gründung 1997
Sitz Carretera de l’Església, 92, 08017 Barcelona, Spanien
Personen Marià Martí (Generalsekretär),

Josep Perpinyà (Präsident)

Aktionsraum Europa
Schwerpunkt Periurbane Parks, Biologische Vielfalt, Natur in der Stadt
Methode Netzwerkbildung, Informationsaustausch, Interessenvertretung
Mitglieder 35 (Vollmitglieder)
Website www.fedenatur.org

FEDENATUR ist ein europäisches Netzwerk, dessen Mitglieder sich aus lokalen und regionalen Körperschaften und deren gewählten Abgeordneten zusammensetzen, die über direkte Kompetenzen in der Verwaltung von Naturräumen in unmittelbarer Nähe oder peripherer Lage von Stadtgebieten und Ballungsräumen verfügen.

Geschichte und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FEDENATUR wurde 1997 gegründet, um seinen Mitgliedern als Plattform zum Erfahrungsaustausch über Themenfelder zu dienen, die untrennbar mit der Nähe dieser Naturflächen zu urbanen Siedlungsräumen zusammenhängen. Die Notwendigkeit und Aktualität eines derartigen Verbandes hat sich spätestens seit dem Rio Earth Gipfel von 1992 angedeutet und resultiert in erster Linie aus der hohen Urbanisierungsrate: in Europa leben über 75 % der Bevölkerung in Städten und urbanen Ballungsräumen. Im Gegensatz zu Nationalparks, die häufig in großer Entfernung zu stark besiedelten Stadtflächen liegen und sich in erster Linie dem Umwelt- und Artenschutz widmen, sind Naturräume in periurbaner Lage sowohl mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt als auch mit der sozialen Funktion konfrontiert, die alltägliche Frequentierung durch Menschen zu ermöglichen.

Periurbane Parks können dementsprechend u. a. anhand ihrer Multifunktionalität definiert werden, was gleichbedeutend damit ist, dass die Verwaltungseinheiten dieser Naturräume sich mit vielfältigen Herausforderungen auseinandersetzen müssen.[1]
FEDENATUR, mit der Bemühung, auf europäischer Ebene den Austausch des technischen wie organisatorischen Personals derartiger periurbaner Parks anzuregen, greift an dieser Stelle an. 2015 gab es im Netzwerk insgesamt 35 Partnern aus acht europäischen Staaten. Der Hauptsitz von FEDENATUR befindet sich in der Verwaltung des Serra de Collserola Mittelgebirges, einem Naturpark im Zentrum der Àmbit Metropolità de Barcelona.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gründung hat FEDENATUR durch die Organisation von zahlreichen thematischen Konferenzen und spezifischen Studienaufenthalten, aber auch durch Tätigkeiten im Bereich der Kommunikation und Interessenvertretung vielfältige Fähigkeiten entwickeln und intensive Erfahrungen sammeln können.

FEDENATUR hat seither an insgesamt drei europäischen INTERREG-Projekten teilgenommen, die das Ziel verfolgten den Austausch technischer Informationen und die Bewusstseinsschärfung über das Konzept periurbaner Parks zu fördern.[2]

Im Rahmen des durch das auf interregionale Zusammenarbeit angelegte EU-Programm INTERREG IVC geförderten und durch den Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) co-finanzierten Projektes PERIURBAN, wirkte FEDENATUR über die Gesamtdauer des Projektes, vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2012, als Kommunikationskoordinator.[3] PERIURBAN zielte darauf ab, auf interregionaler Ebene den Austausch von Erfahrungen anzuregen, um Politiken mit Bezug auf die Verwaltung stadtnaher Naturräume zu verbessern.[4]

Weiterhin sei in diesem Zusammenhang auf die Ausarbeitung zweier Studien im Auftrag der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Union verwiesen. Die Erste (2004), die den Titel „The place of periurban natural spaces for a sustainable city“[5] trägt, listet die Funktionsweisen solcher Naturräume auf (ökologisch, sozial, ökonomisch und kulturell). Die zweite Studie (2009–2012) bietet eine tiefergehende Analyse im Hinblick auf verschiedene Verwaltungsmethoden, soziale Funktionsweisen und Einrichtungen von periurbanen Parks.[6]

In 2005 hat sich FEDENATUR dem European Habitat Forum (EHF) angeschlossen, einer Gruppe aus im Umweltschutz tätigen nicht-staatlichen Organisationen, die der Generaldirektion Umwelt der EU beratend zur Seite stehen.[7] Das EHF, dessen Mitglieder sich zweimal jährlich mit den Kommissionsbeamten der DG treffen, dient folglich dazu, die direkte Kommunikation zwischen Naturschutzorganisationen und EU zu vereinfachen.

Auf Vorschlag von FEDENAUR hat der IUCN World Congress im Jahr 2008 eine Empfehlung veröffentlicht, die für den Schutz periurbaner Naturräume in Stadt- und Ballungsgebieten eintritt.[8]

Spätestens seit dem Kommunikationspapier der Europäischen Kommission zum Thema Grüne Infrastruktur (Green Infrastructure (GI) (COM (2013) 249 final))[9] taucht der Begriff verstärkt im politischen Diskurs auf. Anhand verschiedener Dokumente hat FEDENATUR versucht, mit seinem Erfahrungsschatz auf den Prozess der Ausarbeitung dieser europäischen Strategie einzuwirken.

Die Mitglieder von FEDENATUR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe: The place of periurban natural spaces for a sustainable city, S. 12–19. (Memento des Originals vom 11. Mai 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ec.europa.eu
  2. INTERREG IVC PERIURBAN Parks (2009-2012)
  3. PERIURBAN PARKS - Improving Environmental Conditions in Suburban Areas
  4. about periurban parks
  5. The place of periurban natural spaces for s sustainable city, FEDENATUR Report To the European Commission (2004) Archivlink (Memento des Originals vom 11. Mai 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ec.europa.eu and Annexes [1]
  6. Nature and countryside within the urban fringe
  7. European Habitats Forum (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eurosite.org
  8. Setting up Networks of protected urban and periurban areas (Memento des Originals vom 29. Oktober 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/intranet.iucn.org
  9. Green Infrastructure (GI) (COM (2013) 249 final)