Federico Italiano

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Federico Italiano (* 28. Juni 1976 in Novara) ist ein italienischer Lyriker, Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Herausgeber.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Federico Italiano studierte Philosophie in Mailand und verfasste seine tesi di laurea über Seamus Heaney. Er promovierte in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München über Geopoetik bei Montale und Celan.[1] Anschließend habilitierte er sich, ebenfalls an der LMU, mit einem englischsprachigen Werk über Translation und Geographie.[2]

2003 erschien sein erster Gedichtband Nella costanza, der vom Annuario di Poesia zu einem der sieben besten Büchern des Jahres gekürt wurde.[3] Dasselbe gilt für seinen dritten Band L’invasione dei granchi giganti (2010),[4][5] der auf das Langgedicht I Mirmidoni (2006) folgte. 2015 erschien Un esilio perfetto. Poesie scelte 2000-2015 bei Feltrinelli.[6] Seine Gedichte wurden in mehrere Anthologien (innerhalb und außerhalb Italiens) aufgenommen und in verschiedene Sprachen übersetzt – darunter Deutsch, Spanisch, Englisch, Rumänisch und Albanisch. Bei einer Umfrage der Tageszeitung Il Sole 24 Ore wurde Federico Italiano 2010 zu den sechs besten zeitgenössischen italienischen Lyrikern (unter 40 Jahren) gezählt.[7] Seit 2000 ist Federico Italiano Redakteur bei der italienischen Zeitschrift für Literatur Atelier und als Literaturkritiker bei verschiedenen italienischen Zeitschriften und Zeitungen (u. a. il manifesto) tätig.

Als Übersetzer hat er insbesondere moderne und zeitgenössische Dichter (César Vallejo, Philippe Soupault, Vicente Aleixandre, Elizabeth Bishop, Michael Krüger, Durs Grünbein, Lutz Seiler, Jan Wagner u. a.) ins Italienische übertragen. Er ist außerdem Herausgeber dreier Lyrik-Anthologien: Stella e giaguaro. Canti di libertà dall’America Latina al Medioriente (1999), Giovane poesia europea (2003) und Die Erschließung des Lichts. Italienische Lyrik der Gegenwart (zusammen mit Michael Krüger 2013 im Hanser Verlag).[8][9]

Als Wissenschaftler hat Federico Italiano zwei Monografien zum Verhältnis zwischen Literatur und Geographie publiziert und vier Sammelwerke herausgegeben, darunter Translatio/n. Narration, Media and the Staging of Differences (mit Michael Rössner, Bielefeld 2012) und Geopoetiche. Studi di geografia e letteratura (mit Marco Mastronunzio, Mailand 2011).

Federico Italiano lehrt Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und der Ludwig-Maximilians-Universität München.[10][11] Seit 2016 ist er Senior Researcher an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in deutscher Übersetzung:

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Federico Italiano und Stefano Pellò (Hrsg.): Stella e giaguaro. Canti di libertà dall’America Latina al Medioriente. Luni, Milano 1999, ISBN 8879841815.
  • Federico Italiano (Hrsg.): Giovane poesia europea. In: Atelier. Trimestrale di poesia critica letteratura, 30/2003.
  • Federico Italiano und Marco Mastronunzio (Hrsg.): Geopoetiche. Studi di geografia e letteratura. Unicopli, Milano 2011, ISBN 8840015302.
  • Federico Italiano und Michael Rössner (Hrsg.): Translatio/n. Narration, Media and the Staging of Differences. transcript-Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 3837621146.
  • Federico Italiano und Michael Krüger (Hrsg.): Die Erschließung des Lichts. Italienische Dichtung der Gegenwart. Carl Hanser Verlag, München 2013, ISBN 3446240403.

Literaturwissenschaftliche Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Federico Italiano: Tra miele e pietra. Aspetti di geopoetica in Montale e Celan. Mimesis, Milano 2009, ISBN 8884839092.
  • Federico Italiano: Translation and Geography. Routledge, London 2016, ISBN 9781138828919.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die italienischsprachige Homepage von Federico Italiano ist seit Anfang 2015 unter www.federicoitaliano.com abrufbar.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Federico Italiano: Tra Miele e Pietra. Aspetti di Geopoetica in Montale e Celan Mimesis, Mailand u. a. 2009.
  2. Federico Italiano: Translation and Geography Routledge, London u. a. 2016.
  3. Giorgio Manacorda (Hrsg.) Poesia 2004. Annuario. Castelvecchi, Roma 2004.
  4. Paolo Febbraro und Matteo Marchesini (Hrsg.) Poesia 2010-2011. Perrone, Roma.
  5. Lorenzo Muccioli über L’invasione dei granchi giganti Abgerufen am 5. März 2014.
  6. Federico Italiano: Un esilio perfetto. ​Poesie scelte 2000-2015
  7. Andrea Cortellessa: Io ci metto anche i poeti. In: Il Sole 24 Ore, 1. August 2010. Abgerufen am 5. März 2014.
  8. Nominiert vom Lyrik Kabinett München in der Rubrik: Die Gedichtbücher des Jahres 2013. Abgerufen am 5. März 2014.
  9. Marie Luise Knott FAZ Feuilleton vom 15. Januar 2014 Welch ein Glück - welch ein Gemetzel. Abgerufen am 5. März 2014.
  10. i.vau.el. Homepage PD Dr. Federico Italiano an der Universität Innsbruck. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  11. Institut für AVL an der LMU Homepage PD Dr. Federico Italiano an der Universität München. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  12. Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte Homepage Federico Italiano am IKT der ÖAW Abgerufen am 16. Oktober 2016.