Federkonstante

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Physikalische Größe
Name Federkonstante
Formelzeichen
Größen- und
Einheitensystem
Einheit Dimension
SI N·m−1 = kg·s−2 M·T−2

Die Federkonstante, auch Federsteifigkeit, Federhärte, Federrate, Richtgröße oder Direktionskonstante genannt, gibt das Verhältnis der auf eine Feder wirkende Kraft zur dadurch bewirkten Auslenkung der Feder an. Im Gegensatz zur Steifigkeit im üblichen Sinn bezieht sich die Federsteifigkeit nicht auf die Dehnung der Feder (Verlängerung im Verhältnis zur Länge). Mit Auslenkung ist die absolute Verlängerung der Feder oder ihre Verdrehung gemeint.

Nur bei linearen Federn ist die Kraft proportional zur Auslenkung und dann auch nur bis zum Erreichen der Elastizitätsgrenze.

Die Federkonstante ist keine Materialkonstante, sie gilt immer nur für eine bestimmte Feder.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Federdehnung durch Gewichtskraft. (Sowie Parallelschaltung von Federn)

Nach dem hookeschen Gesetz ist die Federkraft einer Feder proportional zur Auslenkung . Der Proportionalitätsfaktor wird Federkonstante genannt. Es gilt also die Beziehung

Statt des Buchstabens [1] wird auch [2] oder [3] für die Federkonstante verwendet.

Berechnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Federkonstante hängt sowohl von Material und Form der Feder als auch von der Belastungsrichtung ab. So beträgt sie z. B. für einen Stab der Länge mit Querschnittsfläche bei einer Zug- oder Druckkraft in Längsrichtung des Stabes:

Dabei bezeichnet den Elastizitätsmodul, welcher eine Materialeigenschaft ist.

Die Federkonstante einer Schraubenfeder ist:

mit

Drahtdurchmesser
mittlerer Federdurchmesser
federnde Windungen
Schubmodul (für Federstahldraht i. d. R. G = 81500 N/mm², laut DIN EN 13906-1:2002)

Messung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine direkte Bestimmung der Federkonstante erhält man durch einen Zugversuch, bei dem man eine Kraft anlegt und die Auslenkung bzw. Längenänderung in Richtung der angelegten Kraft misst. Daraus ergibt sich die Federkonstante zu

Die Federkonstante D einer Zug- oder Druckfeder wird üblicherweise in der Einheit Newton/Meter angegeben:

Die Beschreibung einer Feder durch ihre Federkonstante ist eine in der Praxis nützliche und zumeist ausreichend genaue Näherung. Die Kraft-Abstands-Kurve benachbarter Atome, auf der das elastische Verhalten der festen Stoffe basiert, ist im Bereich elastischer Verformung nahezu linear und somit durch das Hookesche Gesetz beschreibbar.

Indirekt kann man die Federkonstante über die Messung der Periodendauer eines Federpendels bestimmen.

Federn mit nichtlinearem Zusammenhang von Kraft und Weg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Federkonstante gewöhnlicher Metallfedern bleibt über einen weiten Bereich gleich. Das heißt, die zur Auslenkung nötige Kraft ist proportional zur Auslenkung.

Bei Luftfedern erhöht sich die Kraft demgegenüber überproportional (exponentiell) mit der Auslenkung. Die Federkonstante steigt ebenfalls mit der Auslenkung an, da Luftfedern eine sogenannte progressive Charakteristik haben.

Durch besondere Gestaltung (etwa durch veränderliche Windungsdurchmesser oder parallelgeschaltete Luftfedern) lassen sich auch Stahlfedern herstellen, deren Kraft-Weg-Zusammenhang nicht linear ist. Federn in Fahrzeugen sollen gegen Ende des Federwegs versteifen, um ein Durchschlagen der Radaufhängung an die Karosserie zu verhindern. Dies wird häufig durch zusätzliche Gummiformkörper erreicht, welche die Radaufhängung weich auflaufen lassen.

Bei Metallfedern, die ein Drehmoment ausüben (z. B. Spiralfedern in mechanischen Uhren, Drehspulmesswerk und Federwerken, aber auch Drehstabfedern sowie Spannbänder in Messwerken und Drehpendeln), besteht ebenfalls ein nahezu linearer Zusammenhang zwischen Winkelauslenkung und Drehmoment. Ihre Federkonstante wird in Newtonmeter pro Winkelgrad angegeben. In Federwerken strebt man einen besonders flachen Verlauf der Drehmomentkennlinie an, was bei Spiralfedern z. B. durch einen von innen nach außen abnehmenden Querschnitt des Bandes oder durch einen sich beim Aufzug umkehrenden Wickelsinn erreicht wird.

Kombination von Federn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Zusammenfügen mehrerer Federn kann man eine Federkonstante der Gesamtschaltung, die sogenannte Ersatzfederkonstante, angeben.

Bei Parallelschaltung von Federn mit Federkonstanten berechnet sich diese als Summe der Einzelkonstanten:

In Reihenschaltung (z. B. Aneinanderhängen mehrerer Federn) ergibt sich die Ersatzfederkonstante aus

Zusammengefasst haben zwei aneinander gehangene gleiche Federn die halbe Federkonstante. Und zwei gleiche Federn nebeneinander gekoppelt haben die doppelte Federkonstante.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieter Meschede (Hrsg.): Physik. 22. Auflage. Springer, 2004, ISBN 3-540-02622-3, S. 181 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. David Halliday, Robert Resnick, Jearl Walker: Physik. Wiley-VCH, 2001, ISBN 978-3-527-40746-0, S. 356 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Bruno Assmann, Peter Selke: Technische Mechanik. 13. Auflage. Oldenbourg, 2004, ISBN 3-486-27294-2, S. 369 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Kapitel Federn auf der Internetseite Hochschule-Technik.de