Federlibellen

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Federlibellen
Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes). Federlibellen sind im Gelände sehr unscheinbar. Typisch sind die weit auseinander stehenden Augen.

Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes). Federlibellen sind im Gelände sehr unscheinbar. Typisch sind die weit auseinander stehenden Augen.

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Überfamilie: Coenagrionoidea
Familie: Federlibellen
Wissenschaftlicher Name
Platycnemididae
Tillyard, 1917
Arten

Die Federlibellen (Platycnemididae) sind eine Familie der Kleinlibellen (Zygoptera). Sie gehören damit auch zu den Libellen (Odonata). Weltweit sind etwa 400 Arten bekannt, die sich auf 41 Gattungen aufteilen. In Mitteleuropa ist aus dieser Familie nur die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes) verbreitet, in Südwesteuropa finden sich außerdem die Weiße Federlibelle (Platycnemis latipes) und die Orangerote Federlibelle (Platycnemis acutipennis). Die Illyrische Federlibelle (Platycnemis nitidula) wird häufig als Unterart von P. acutipennis angesehen und kommt nur in Griechenland und den vorgelagerten Inseln vor. In Nordafrika ist zudem die Maghreb-Federlibelle Platycnemis subdilatata weit verbreitet, mit deren Auftreten auch auf der Iberischen Halbinsel gerechnet werden kann. Federlibellen kommen in Afrika, Asien und Europa vor, fehlen aber in Nordamerika und Australien. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Südostasien.

Die Federlibellen sind sehr zart gebaut. Die Unterschenkel (Tibien) der mittleren und der hinteren Beinpaare sind flach und verbreitert. Sie erinnern dadurch an Vogelfedern, woher sich der deutsche Name ableitet. Die meisten Federlibellen sind Fließgewässerarten.

Fortpflanzung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Paarung bilden die Partner ein Paarungsrad und die darauf folgende Eiablage der Federlibellen geschieht im Tandemflug. Dabei werden die Eier in Wasserpflanzen wie der Teichrose oder dem Laichkraut eingestochen, wobei das Weibchen maximal mit dem Hinterleib unter die Wasseroberfläche taucht.

Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Larven, die sich vor allem im Bodenschlamm aufhalten und sich von anderen Insektenlarven oder Würmern ernähren. Die Entwicklung ist einjährig, die Überwinterung erfolgt als letztes Larvenstadium.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martens A (1996): Die Federlibellen Europas (Platycnemididae) [Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 626]. Westarp & Spektrum, Magdeburg & Heidelberg. ISBN 3-89432-458-9
  • Bellmann H (1993): Libellen beobachten - bestimmen. Naturbuch, Augsburg. ISBN 3-89440-107-9
  • Jurzitza G (2000): Der Kosmos-Libellenführer, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co., Stuttgart
  • Wildermuth, H. und Martens, A. (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas, Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co., Wiebelsheim. ISBN 978-3-494-01558-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]