Feldafing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Feldafing
Feldafing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Feldafing hervorgehoben
Koordinaten: 47° 57′ N, 11° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Starnberg
Höhe: 646 m ü. NHN
Fläche: 9,15 km²
Einwohner: 4333 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 474 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82340
Vorwahlen: 08157, 08158
Kfz-Kennzeichen: STA, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 88 118
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofsplatz 1
82340 Feldafing
Webpräsenz: www.feldafing.de
Bürgermeister: Bernhard Sontheim (Bürgergruppe)
Lage der Gemeinde Feldafing im Landkreis Starnberg
Ammersee Starnberger See Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Landsberg am Lech Landkreis München Landkreis Weilheim-Schongau München Andechs Berg (Starnberger See) Feldafing Gauting Gilching Herrsching am Ammersee Inning am Ammersee Krailling Pöcking Seefeld (Oberbayern) Starnberg Tutzing Weßling Wörthsee (Gemeinde)Karte
Über dieses Bild

Feldafing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Starnberg. Der Ort liegt bis zu 650 m über NN am Westufer des Starnberger Sees und bietet einen Rundblick über den See und einen Teil der Alpen.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur heutigen Gemeinde Feldafing gehören die Ortsteile Feldafing, Garatshausen, Wieling und Wörth (Roseninsel).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldafing gehörte seit 1565 zu Weilers Hofmark Garatshausen, kam dann um 1760 in den Besitz des Grafen La Rosee. Danach gehörte der Ort Herzog Max Joseph in Bayern, dem Vater der späteren Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sissi). Feldafing war Bestandteil der geschlossenen Hofmark Garatshausen-Possenhofen des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Der Ort wurde bekannt durch die vorgelagerte Roseninsel und das Hotel Kaiserin Elisabeth. Beide Örtlichkeiten waren beliebte Aufenthaltsorte der österreichischen Kaiserin Sisi.

Während der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Feldafing eine Eliteschule der NSDAP, die Reichsschule Feldafing. Auf dem dazugehörigen Gelände wurde 1942 ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau eingerichtet, an dessen Opfer heute ein Denkmal auf dem Jüdischen Friedhof erinnert.[2]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Feldafing zur Amerikanischen Besatzungszone. Von der Militärverwaltung wurde das Gelände der ehemaligen Reichsschule mit den Baracken des Konzentrationslagers als DP-Lager für jüdische so genannte Displaced Persons verwendet, das DP-Lager Feldafing.

Von 1950 bis 1978 befand sich in Feldafing das Privatinternat Institut Dr. Greite, ein 13-klassiges Gymnasium für Mädchen und Jungen, das sechs ehemalige Villen nutzte.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurden kleine Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Traubing mit damals etwa 50 Einwohnern eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf der Bevölkerungsentwicklung[4]
Jahr 1840 1900 1939 1950 1970 1987 2003 2012 2014
Einwohner 304 632 1676 1956 2966 3647 4364 4143 4224

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus der Gemeinde Feldafing

Bürgermeister ist Bernhard Sontheim (Bürgergruppe). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Günter Gerhard (CSU/Parteifrei).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.638.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 569.000 Euro.

Gemeinderat
Sitzverteilung im Gemeinderat
Jahr CSU SPD Grüne FDP BG FL AUF gesamt Wahlbeteiligung
2014 5 0 3 1 4 1 2 16 65,03 %
2008 5 2 1 1 4 2 1 16 64,74 %
2002 5 2 1 1 3 2 2 16 69,0 %

AUF = Aktion Unabhängige Feldafinger     BG = Bürgergruppe Feldafing     FL = Frauenliste Feldafing

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villa Waldberta
Roseninsel bei Feldafing
Golfplatz am Starnberger See

Feldafing kann eine sehenswerte Villenkolonie aus dem 19. Jahrhundert vorweisen, darunter die "Villa Carl", im Jugendstil erbaut von Richard Riemerschmid oder die Villa Waldberta, heute Internationales Künstlerhaus der Stadt München. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Roseninsel. Der öffentlich begehbare langgestreckte 18-Loch-Golfplatz liegt direkt am See-Ufer und wird zu den schönsten Europas gerechnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft vier, im produzierenden Gewerbe 162 und im Bereich Handel und Verkehr 57 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 735 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1087. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 acht landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 144 ha, davon waren 119 ha Dauergrünfläche.

Wichtige Firmen haben sich in Feldafing niedergelassen, u. a. auch die Siemens AG mit seinem Global Leadership Center, gelegen direkt neben der Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr.

An Bildungseinrichtungen gibt es u. a. die Otto-Bernheimer Grundschule, drei Kindergärten und ein internationales Fortbildungszentrum InWEnt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Feldafing wird im Zwanzig- bzw. Vierzigminutentakt von Zügen der S-Bahnlinie 6 der S-Bahn München bedient, somit besteht ein direkter Anschluss an die Münchener Innenstadt und mit Umsteigen im Bahnhof Tutzing auch nach Garmisch-Partenkirchen. Hinzu kommt der Autobahn-Beginn schon ab Starnberg in Richtung München. Von der Bundesstraße B2 erreicht man Feldafing über Pöcking, Traubing oder den Ortsteil Wieling. Von Tutzing oder Possenhofen kommend erreicht man Feldafing über die Staatsstraße St2063, von Einheimischen auch "Seestraße" genannt.

Von Frühjahr bis Herbst verkehrt eine witterungsabhängige Personenfähre zur Roseninsel.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In direkter Nachbarschaft befinden sich Tutzing, Pöcking, Possenhofen und Traubing, sowie auf der gegenüberliegenden Seeseite die Ortsteile Allmannshausen, Rottmannshöhe und Leoni der Gemeinde Berg.

Bekannte Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lothar-Günther Buchheim: Die Tropen von Feldafing. Über das Sehen und das Malen, Piper, München / Zürich 1978, ISBN 3-492-02338-X; Taschenbuch dtv, München 1988, ISBN 3-423-02899-8.
  • Gemeinde Feldafing (Hrsg.): Feldafing Ortsmitte. Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart, Feldafing 1999.
  • Dirk Heißerer (Hrsg.): Thomas Manns "Villino" in Feldafing am Starnberger See 1919–1923, München 2001.
  • Kulturreferat der LH München (Hrsg.)/Tobias Mahl: Kosmopolitentreff und Künstlerhaus. Die Villa Waldberta als Spiegel des 20. Jahrhunderts, Allitera, München 2006, ISBN 978-3-86520-216-1.
  • Gerhard Schober: Frühe Villen und Landhäuser am Starnberger See. Zur Erinnerung an eine Kulturlandschaft, Oreos, Waakirchen-Schaftlach 1999, ISBN 3-923657-53-6.
  • Simon Schochet: Feldafing, Vancouver 1983.
  • Karin Sommer: Vom Vernichtungslager ins Flüchtlingslager. Jüdische Überlebende des Holocaust als ‚Displaced Persons', in: Peter Fassl (Hrsg.), Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben II, Sigmaringen 2000, S. 401-412.
  • Arbeitskreis Feldafinger Chronik, Gemeinde Feldafing, Ferdinand Kistler: Heimatbuch für Feldafing, 2 Bände, Friedl-Brehm, Feldafing 2010, 2012, ISBN 978-3-937165-06-6.

Radio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karin Sommer: Eines Tages wird es wieder ein friedlicher Ort sein. Simon Schochets Erlebnisse im Flüchtlingslager Feldafing. (Radiosendung vom 11. Januar 1992 im Bayerischen Rundfunk)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 131
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 591.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 12. Juli 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Feldafing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien