Feldexperiment

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Dieser Artikel behandelt Feldexperiment als Kontrast zu Laborexperiment; in der Landwirtschaft sind kleinräumige Feldversuche üblich

Das Feldexperiment steht im Kontrast zu einer anderen experimentellen Forschungsart, dem Laborexperiment.

Definition[Bearbeiten]

Das Feldexperiment findet, anders als das Laborexperiment, nicht in einem speziellen Untersuchungsraum bzw. Labor statt, sondern im natürlichen Umfeld. Bei Feldexperimenten mit Menschen wissen die Versuchspersonen nicht, dass sie an einem Experiment teilnehmen, sodass ihr Verhalten völlig „natürlich“ ist.

Im Feldexperiment werden alle verfügbaren Kontrolltechniken angewendet; aus der Tatsache der experimentellen Untersuchung im ”Feld” ergeben sich jedoch Einflussmöglichkeiten auf den Ablauf des Experiments, die der Versuchsleiter nicht abwehren kann oder gerade - z.B. im Fall der Übertragung eines im Labor erprobten Sachverhalts auf die ”natürlichen Bedingungen” - studieren will. Insbesondere sozialpsychologische Aspekte des Experiments wirken im Feldexperiment, die zwar den Anspruch schmälern, Kausalitäten aufzudecken, die ökologische Validität des experimentellen Befunds hingegen erhöhen können.[1]

Kritische Würdigung[Bearbeiten]

Die Vorteile des Feldexperiments bestehen in der hohen externen Validität und in der Realitätsnähe der experimentellen Situation. Nachteile sind die geringere interne Validität, aufgrund ungenügender Kontrolle des Ablaufs und der Situation durch den Versuchsleiter, sowie ethische Bedenken bei Versuchen mit Menschen, da diese ohne ihre Einwilligung Versuchsobjekte sind.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Hager: Grundlagen einer Versuchsplanung zur Prüfung empirischer Hypothesen der Psychologie. 1987. In: G. Lüer (Hrsg.): Allgemeine Experimentelle Psychologie (43-253). Stuttgart, Gustav Fischer Verlag
  • F. N. Kerlinger: Foundations of behavioral research. 2nd ed., 1979 London, Holt, Rinehart & Winston

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G. Nieding, P. Ohler: Laborexperimentelle Methoden. 2004. In: R. Mangold, P. Vorderer & G. Bente, (Hrsg.): Lehrbuch der Medienpsychologie, Kap. 15. Göttingen, Hogrefe