Feldsee

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Dieser Artikel behandelt den Feldsee am Feldberg in Baden-Württemberg. Ein weiterer See dieses Namens ist der auch Brennsee genannte Feldsee auf dem Gebiet der Gemeinde Feld am See in Kärnten.
Feldsee
Feldseekessel vom Seebuck aus
Feldseekessel vom Seebuck aus
Geographische Lage Baden-Württemberg
Zuflüsse Seebach
Abfluss Seebach
Orte in der Nähe Feldberg (Schwarzwald)
Daten
Koordinaten 47° 52′ 13″ N, 8° 1′ 57″ OKoordinaten: 47° 52′ 13″ N, 8° 1′ 57″ O
Feldsee (Baden-Württemberg)
Feldsee
Höhe über Meeresspiegel 1109 m ü. NHN
Fläche 9,75 haf5
Länge 350 mf6
Breite 360 mf7
Umfang 2,5 kmf9
Maximale Tiefe 32 mf10

Besonderheiten

Vorkommen des stachelsporigen Brachsenkrauts

Blick auf den Feldsee im Herbst

Der Feldsee (auch Feldbergsee) ist ein See im Süden Baden-Württembergs am Fuße des Feldbergs östlich von Freiburg im Breisgau, er gehört zum Naturpark Südschwarzwald.

Geologie und Erdgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der rund 97.500 m² große und bis zu 32 m tiefe Karsee ist durch Gletscher der letzten Eiszeiten entstanden.[1] Der größte Karsee im Schwarzwald wird auf drei Seiten von bis zu 300 m hohen Steilwänden eingefasst. Er ist fast kreisrund, mit einem Durchmesser zwischen 350 und 370 Metern. Die nach Nordosten offene Höhenlage auf 1100 m, durch die sich größere Schneemengen anhäufen und erhalten konnten, war die Ursache für die lehnstuhlartige Geländeform mit der steilen Rückwand, dem flachen Boden und dem vorgelagerten Moränenwall. Der See bildete sich nach dem Abschmelzen des Eises oberhalb der aufgeschütteten Schuttwälle.[2] Den Feldsee durchfließt der Seebach, der zwischen Feldberg und Seebuck im Grüble entspringt, im Feldseewasserfall die Karwand hinunterstürzt und später, jenseits des Titisees, den Namen Gutach führt. Einige hunderttausend Jahre lang war dies der Oberlauf der Urdonau, der bei Immendingen die heutige Donau zuströmte, und seit einigen zehntausend Jahren ist der Bach Oberlauf der Wutach, die zum Rhein entwässert.

Unterhalb des Feldsees war zwischen Moränenwällen ein weiterer, kleinerer See eingeschlossen, der durch Torfbildung[2] zum heutigen, botanisch wertvollen Feldseemoor verlandet ist.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittlerweile herrscht im Feldsee ein generelles Badeverbot. Dies dient zum Schutz einer seltenen Art des stachelsporigen Brachsenkrauts (Isoetes echinospora), eines Unterwasserfarns, der in 1–2 m Tiefe gedeiht und in Deutschland außer im Feldsee nur noch im Titisee vorkommt.[3] Diese Pflanze ist auf nährstoffarme Seen mit kühlem, sehr klarem Wasser angewiesen.[4] Rund um den Feldsee findet man einen sogenannten Bannwald. Dieser Mischwald steht ebenfalls unter Naturschutz und wird sich selbst überlassen. Das Naturschutzgebiet besteht seit 1937 und ist das älteste Naturschutzgebiet in Baden-Württemberg.[5] Die Feldseefelsen unterliegen einem Kletterverbot. Die Feldbergwächter (Ranger) achten streng auf die Einhaltung dieser Regeln. Hier sind seltene Pflanzen wie der violette Alpenmilchlattichs, die Türkenbundlilie, der Wolfs-Eisenhut und Sonnentau zu finden[6]

Zugang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt keine direkte Autostraße zum Feldsee. Er ist lediglich über Wander- und Fahrradwege erreichbar. Nächstgelegene Parkplätze findet man in 3–4 km Entfernung in Feldberg-Bärental (Wanderparkplatz Kunzenmoos) sowie am Feldberg. Mit dem Fahrrad ist der Feldsee sehr gut von Alpersbach über den Rinken zu erreichen. Der See kann auf einem gut ausgebauten Spazierweg umrundet werden. 490 Meter östlich des Feldsees befindet sich das Gasthaus Raimartihof.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Feldberg im Schwarzwald. Subalpine Insel im Mittelgebirge. Karlsruhe 1982, ISBN 3-88251-046-3.
  • E. Liehl u. a. (Hrsg.): Der Schwarzwald. Beiträge zur Landeskunde. 2. Auflage. Verlag Konkordia, Bühl 1982, ISBN 3-7826-0047-9.
  • August Vetter: Feldberg im Schwarzwald. Selbstverlag der Gemeinde Feldberg (Schwarzwald), 1982/1996, DNB 94935886X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Müller: Der Feldberg im Schwarzwald. L. Bielefeld, Freiburg 1948, DNB 451230450.
  2. a b Wolfgang Fleck: Spuren der Eiszeit: das Feldsee-Kar. (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive)
  3. Infotafel am See
  4. Lena Ganschow: Das Brachsenkraut. In: Planet Wissen. 1. Juni 2009, abgerufen 20. Oktober 2011.
  5. Naturschutzgroßprojekt Feldberg-Belchen-Oberes Wiesental Teilgebiet Feldberg
  6. Regine Ounas-Kräusel: Zu Besuch in der Wildnis. In: Badische Zeitung. 25. Juli 2011, abgerufen 20. Oktober 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Feldsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Feldsee – Quellen und Volltexte