Feldulme

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Feld-Ulme
Feld-Ulme (Ulmus minor)

Feld-Ulme (Ulmus minor)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Ulmengewächse (Ulmaceae)
Unterfamilie: Ulmoideae
Gattung: Ulmen (Ulmus)
Art: Feld-Ulme
Wissenschaftlicher Name
Ulmus minor
Mill.
Feld-Ulme (Ulmus minor), Illustration
Ulmus minor

Die Feldulme (Ulmus minor) ist ein sommergrüner Laubbaum aus der Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae). (Syn.: Ulmus campestris L., nom. ambig., Ulmus campestris var. umbraculifera Trautv., Ulmus carpinifolia Gled., Ulmus carpinifolia var. suberosa (Moench) Rehder, Ulmus carpinifolia var. umbraculifera (Trautv.) Rehder, Ulmus foliacea Gilib., nom. inval., Ulmus foliacea var. suberosa (Moench) Rehder, Ulmus foliacea var. umbraculifera (Trautv.) Rehder, Ulmus glabra var. suberosa (Moench) Gürke, Ulmus nitens Moench, Ulmus suberosa Moench)

In weiten Teilen Europas ist der Baum durch das Ulmensterben, durch den Pilz Ophiostoma (novo-) ulmi verursacht, stark gefährdet. Ältere Bäume ab einem Stammdurchmesser von ca. 15 cm werden bevorzugt befallen. Die geschädigten Bäume treiben aber wieder aus. So findet man fast nur noch jüngere Pflanzen. Feldulmen können 600 Jahre alt und 40 m hoch werden. Die Feldulme wird auch heute noch häufiger zur Anlage von Hecken angepflanzt und stark beschnitten. Hier kommen jedoch fast ausschließlich in Holland gezüchtete Varianten zum Einsatz, die meist vegetativ durch Wurzelsprosse vermehrt werden.

Erkennungsmerkmale[Bearbeiten]

Die Feldulme erreicht Wuchshöhen zwischen einem und 30 Meter. Die Zweige bilden oft auffallende Korkleisten aus. Jüngere Pflanzenteile sind rotdrüsig. Die Blüten und die kahlen Früchte sind gestielt. Das Blatt besitzt 8 bis 14 Seitennerven, ist kurz zugespitzt und in der Mitte am breitesten. Die Blüte hat 3 bis 7 Staubblätter, bildet weiße Narben aus und ist häufig vormännlich. Der Blattstiel ist 8 bis 15 mm lang und länger als die Knospen. Die Blüten werden durch den Wind bestäubt. Die Früchte (Flügelnüsse) werden durch den Wind verbreitet. Die Blütezeit ist im März und April.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Feldulme kommt in weiten Teilen Europas vor, ist jedoch durch das Ulmensterben im Rückgang begriffen. Außerdem hat sie Habitate auf den Kanarischen Inseln, in Nordafrika, in Kleinasien und im Kaukasus.

Die Feldulme kommt sowohl im Tiefland als auch in den kollinen Höhenlagen vor. Sie bevorzugt teils überflutete Laub- oder Mischwälder, ist nährstoff- und kalkliebend.

Nutzung[Bearbeiten]

Die Blätter wurden im Mittelalter als Futter für Schafe verwendet. Die Borke wurde früher arzneilich genutzt. Das Holz hat eine schöne Maserung und wurde früher oft für Drechselarbeiten und Intarsien genutzt. Seit dem Ulmensterben wird aber das Holz kaum noch wirtschaftlich genutzt.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Der eingekochte Sud der Feldulmenrinde wurde früher unter anderem gegen Durchfall verordnet. Er enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe, Phlobaphene und Phytosterine.[1] Das Phloem der Pflanze enthält außerdem Stoffe, die den Antioxidantien ähnlich sind.[2]

Resistente Sorten[Bearbeiten]

'Christine Buisman' und 'Bea Schwarz'

Unterarten und Varietäten[Bearbeiten]

  • Ulmus minor subsp. angustifolia. (Syn. U. minor var. cornubiensis)
  • Ulmus minor subsp. minor (Syn. U. carpinifolia)
  • Ulmus minor var. plotii: Endemit in England.
  • Ulmus minor subsp. sarniensis: Lokalendemit auf den Kanalinseln und in Frankreich. Wird in weiten Teilen Großbritanniens kultiviert.
  • Ulmus minor var. vulgaris: Beheimatet in England, Italien und Spanien. (Syn. U. procera).

Quellen[Bearbeiten]

  1. H. P. T. Ammon (Ed.): Pharmazeutisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2004. ISBN 3-11-017475-8 S. 1552.
  2. W. Feucht u.a.: Localization and quantitative determination of catechins and proanthocyanidins in the phloem of elm and cherry. Tree Physiol. 1992 Mar;10(2):169-77. PMID 14969867

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feldulme – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien