Felgentreu (Nuthe-Urstromtal)

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Felgentreu
Koordinaten: 52° 5′ 41″ N, 13° 1′ 3″ O
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 9,7 km²
Einwohner: 449 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²
Eingemeindung: 6. Dezember 1993
Postleitzahl: 14947
Vorwahl: 033734
Dorfstraße
Dorfstraße

Das Dorf Felgentreu ist seit 1993 einer von 23 Ortsteilen der Gemeinde Nuthe-Urstromtal im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Der Ort hat 449 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2016).[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felgentreu liegt rund 11 km westlich von Luckenwalde. Nördlich befindet sich der Ortsteil Zülichendorf. Es folgen im Uhrzeigersinn: Gottsdorf, Frankenfelde, Luckenwalde, das Naturschutzgebiet Forst Zinna Jüterbog-Keilberg, Bardenitz (zu Treuenbrietzen) und Niebelhorst. Das wasserreiche Gebiet durchziehen mehrere Gräben, darunter der Voßgraben und der Nuthegraben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Aufnahme der Kirche

Der Name des Ortes könnte vom sorbischen welike drewo abgeleitet sein, was hoher Laubwald oder feuchter Laubwald bedeutet. Als Velgendreve war der Ort von 1285 bis 1553 Besitztum des Klosters Zinna.[2] 1285 gilt damit auch als das Jahr der urkundlichen Ersterwähnung. Aus der Zeit im Dreißigjährigen Krieg sind 34 Berittene überliefert.[3] Während der Befreiungskriege war der Ort von Plünderungen betroffen; hinzu kamen durch Missernten mehrere Hungersnöte, die zu einer Verarmung der Bevölkerung führte. Bei mehreren Großbränden wurden die vornehmlich aus Fachwerk errichteten Gebäude zerstört und nach und nach durch Steinbauten ersetzt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts begannen die Bauern damit, das angrenzende Sumpfgelände zu entwässern und die so gewonnenen Flächen für den Ackerbau und die Viehzucht zu nutzen. 1897 errichteten sie eine Molkerei zur Weiterverarbeitung der Milch. In Spitzenzeiten wurden täglich rund 250 kg Butter erzeugt.

In der Zeit des Nationalsozialismus kamen 1935 Pläne auf, den Ort zu Gunsten eines Truppenübungsplatzes aufzugeben. Dies führte dazu, dass im Herbst 1936 der überwiegende Teil der Einwohner den Ort verließ; 1937 wurde er für militärische Zwecke vollständig aufgegeben. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Nebenlager des Stammlager III A für Kriegsgefangene sowie ein Außenlager des Gefängnisses in Luckau eingerichtet. Nach Kriegsende wurde der Ort wieder besiedelt, vornehmlich durch Heimatvertriebene aus dem Osten.[2] Sie rissen die mittlerweile baufällig gewordene Kirche ab. Rund 30 Neubauern begannen ab 1948 mit dem Anbau von Gemüse, die sich in den kommenden Jahrzehnten in der Zeit der DDR zu einer Gärtnerei entwickelte. 1952 errichteten die Bauern eine Maschinen-Traktoren-Station, die für die südlichen Teile des Altkreises Luckenwalde und der Kreisstadt zuständig war. Im gleichen Jahr entstand auch eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die 358 Hektar bewirtschaftete. Es entstanden eine Schmiede, eine Zimmerei, eine Bäckerei, eine Korbmacherei, ein Kolonialwarengeschäft sowie zwei Gasthöfe.[4] Am 6. Dezember 1993 wurde Felgentreu nach Nuthe-Urstromtal eingemeindet.[5] Im Jahr 2010 feierte der Ort sein 725-jähriges Bestehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanderweg im NSG Forst Zinna Jüterbog-Keilberg
  • Eine Mühle in der Straße Zum Sportplatz, ein Stallgebäude in der Felgentreuer Dorfstraße und ein Einfamilienhaus in der Kemnitzer Straße sind die Baudenkmale des Ortes (siehe Liste der Baudenkmale in Nuthe-Urstromtal).
  • Die Geschichte des Ortes wird in einem Chronikzimmer im Naturhaus Felgentreu dargestellt.
  • Denkmal für die Gefallenen aus den Weltkriegen auf dem Dorfanger
  • Von Felgentreu aus führt ein Rundwanderweg in den Naturpark Nuthe-Nieplitz in das Naturschutzgebiet Forst Zinna Jüterbog-Keilberg, das auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes entstand. Auf geräumten, ausgeschilderten Wegen kann der Besucher Pechüle, Frankenförde und Luckenwalde erreichen. Auf der Fläche wurden 600 verschiedene Arten Farn- und Blütenpflanzen nachgewiesen

Wirtschaft und Infrastruktur, Vereinswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich des Ortes befindet sich der 18 Hektar große Biogaspark Felgentreu mit zehn Biogasanlagen, eine Gärtnerei, eine Agrargenossenschaft sowie mehrere Landwirte, Kleingewerbetreibende und Handwerksbetriebe. Privatpersonen und Gewerbetreibende bieten Übernachtungen für Touristen an.

Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 7218, die von Norden kommend im Ort nach Osten abzweigt und so eine Verbindung zur Bundesstraße 2 bzw. nach Luckenwalde zur Bundesstraße 101 herstellt. Die Linie 755 der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming verbindet den Ort mit Luckenwalde und Kemnitz.

Im Ort sind sechs Vereine aktiv. Sie organisieren regelmäßige Veranstaltungen wie ein Dorffest, den Felgentreuer Wandertag oder das Felgentreuer Adventsanleuchten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Felgentreu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsteil Felgentreu, Webseite der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, abgerufen am 2. März 2017.
  2. a b Felgentreu auf der Website der Gemeinde Nuthe-Urstromtal (Memento des Originals vom 29. Juli 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nuthe-urstromtal.de
  3. Ortsteil Felgentreu, Webseite der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, abgerufen am 2. März 2017.
  4. Informationstafel Rundwanderweg Pechüle – Felgentreu, aufgestellt an der Zinnaer Straße am Naturpark, März 2017.
  5. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1993 StBA