Felix Gasselich

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Felix Gasselich
Spielerinformationen
Geburtstag 21.12.1955
Geburtsort Wien, Österreich
Grösse 183
Position Mittelfeld
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1970–1983
1983–1985
1985–1986
1986–1988
1988–1989
1989–1990
FK Austria Wien
Ajax Amsterdam
Lask
Wiener Sport-Club
Grazer AK
Kremser SC
334 (94)
57 (16)
23 (8)
64 (11)
30 (3)
17 (1)
Nationalmannschaft
1978–1984 Österreich 19 (3)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Frank Rijkaard, Felix Gasselich, Aad de Mos, Walter Meeuws & Sonny Silooy

Felix Gasselich (* 21. Dezember 1955 in Wien) ist ein ehemaliger österreichischer Fußballspieler und aktiver Nachwuchstrainer.

Bei FK Austria Wien war er neben Herbert Prohaska Mittelfeldregisseur. Nach seiner aktiven Karriere wurde er als Unternehmer tätig (Gebäudereinigung). Von 2000 bis 2004 war er Gemeinderat in Laxenburg.[1] Daneben absolvierte er die Trainerausbildung zum A-Trainer. Heute ist er als Spartentrainer im Nachwuchsbereich tätig und betreut talentierte Jungfußballer im Individualtraining.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geprägt durch seinen Vater, der für den Wiener Sport-Club spielte, begann Felix Gasselich schon früh als Jugendlicher mit dem Fußballspielen, war allerdings bis zu seinem 15. Lebensjahr nicht in Vereinen aktiv. Sein Vater übernahm das Individualtraining, das unter anderem auch darin bestand, Bälle passgenau aus größerer Entfernung in geöffnete Kellerfenster in Wiener Hinterhöfen zu bugsieren. Darüber hinaus übte er sich in Wiener Freibädern im klassischen 1-zu-1-Spiel auf Minitore. Es geht der Ruf, dass er damals unbesiegt aus diesen Spielen ging. Felix Gasselich gelang dies ohne klassische Jungendausbildung nur aufgrund seines ausgeprägten Gefühls für den Ball, sein räumliches Vorstellungsvermögen und seine Fähigkeit zur Antizipation. Dieses Talent, des "Lixl" [2], wie man ihn damals nannte, blieb weder dem Vater noch den Scouts der Wiener Vereine verborgen. Mit 15 Jahren wurde er 1970 mit dem FK Austria Wien von seinem ersten Verein verpflichtet, dem er bis 1983 treu blieb.

Profi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein erstes Spiel als Profi in der Bundesliga bestritt Felix Gasselich in der Saison 1973/1974. Insgesamt absolvierte er von 1973 bis 1983 478 Spiele (davon 334 Pflichtspiele) für den FK Austria Wien und erzielte dabei als offensiver Mittelfeldspieler 212 Tore (davon 94 Pflichtspieltore). Mit dem FK Austria Wien gelangen ihm nicht nur wahre technische Kunststücke, sondern auch die Erfolge blieben nicht aus. Felix Gasselich wurde mit dem FK Austria Wien fünf Mal österreichischer Meister (1975/76, 1977/78, 1978/79, 1979/80, 1980/81), drei mal Cupsieger (1976/77, 1979/80, 1981/82) und erreichte 1978 das Finale im Europacup der Cupsieger 1978 in Paris, in dem man mit 0:4 gegen RSC Anderlecht unterlag. Auf das Finale folgten zwei Semifinalteilnahmen im Meistercup 1979 sowie im Cup der Cupsieger 1983. Im Jahr 1982 gelang Felix Gasselich ein Meisterstück, das auch noch gut 30 Jahre später von sich reden machen sollte. Im Europacupspiel gegen Galatasaray Istanbul, das die Austria mit 2:4 gewann erzielte er ein Tor das nachfolgend zum Tor des Jahres 1982 in Österreich gewählt wurde. Nach einem Pass knapp vor den 16er gaberlte bzw köpfte er den Ball sieben Mal auf, spielte zwei Gegner aus und platzierte danach den Ball unhaltbar für den Tormann ins Eck. Dieses Tor wurde 2011 anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Austria Wien" zum Austria-Tor des Jahrhunderts gekürt und Felix Gasselich wurde in die "Austria-Jahrhundert-Elf" (Mittelfeld) gewählt.

Nach einer sehr erfolgreichen Saison 1982/1983 mit 14 Toren in 28 Ligaspielen und den Erfolgen auf internationaler Ebene wurde Ajax Amsterdamauf Felix Gasselich aufmerksam und so spielte er von 1983 bis 1985 in der Eredivisie, wo er in der Saison 1984/85 niederländischer Meister wurde. Dem Einsatz in den Niederlanden folgten 1985/86 eine Bundesligasaison für den LASK und zwei Saisonen für den Wiener Sport-Club, für den schon sein Vater gespielt hatte. Zum Ende seiner Profikarriere war Felix Gasselich noch für den Grazer AK (1988/89) und den Kremser SC (1989/90) tätig. Nach diesen Einsätzen in der Bundesliga liess er seine Karriere bei Unterklassigen Vereinen ausklingen, bei denen er zum Teil auch als Spielertrainer tätig war.

Felix Gasselich wurde 19 mal ins Österreichische Nationalteam einberufen und konnte dort drei Treffer für sich verbuchen. Am 15. November 1978 erfolgte sein Debüt beim 1:2 in Wien gegen Portugal. Das letzte Spiel absolvierte er am 26. September 1984 beim 1:3 in Wien gegen Ungarn.

Die wahre Domäne von Felix Gasselich lag im technischen Spiel "klein-klein" und damit der Spieleigenschaft, die man dem FK Austria Wien klassisch zuschreibt. Seine Fähigkeiten konnte er daher vor allem im Wiener Stadthallenturnier ausspielen, wo er von 1980 bis 1983 drei mal in Serie zum Spieler des Turniers gekürt wurde und somit nahtlos die Rolle des zwischenzeitig in Italien bei Inter Mailand weilenden Herbert Prohaska übernehmen konnte. Gasselich war Prohaska im technischen Spiel in der Halle ebenbürtig, wenn nicht sogar noch besser. [3]

Am 19.09.2012 wurde er zum Präsidenten des frisch gegründeten Legendenclubs gewählt, den er nach niederländischem Vorbild ins Leben rief.[4] Als "Austria-Legende" darf sich danach jeder (nicht mehr aktive) Austria-Wien-Spieler bezeichnen, der mit der Austria zumindest drei Titel (Meisterschaft oder Cup) errungen hat, in einer Saison, in der der Titel errungen wurde auch tatsächlich zum Einsatz gekommen ist und zumindest 100 Pflichtspiele für die Austria absolviert hat. [5]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größte Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Was wurde aus ...? Der Professor weiß alles besser - Axel Reiserer begegnete Felix Gasselich , 12. Mai 2008.
  2. 1911Aktuell, Felix Gasselich im Wordrap, 1. September 2016.
  3. Redaktion Österreichisches Pressebüro, 1. September 2016.
  4. 1911aktuell - Ich muss Bonuspunkte sammeln, 1. September 2016.
  5. FK-Austria Wien, Legendenklub, 1. September 2016.