Felix Genn

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Bischof Felix Genn bei einem Gottesdienst am 28. Juni 2009 in der Pfarrgemeinde St. Dionysius Recke

Felix Genn (* 6. März 1950 in Burgbrohl) ist Bischof von Münster. Von 2003 bis 2009 war er Bischof von Essen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felix Genn wuchs in Wassenach am Laacher See auf. Nach seinem Abitur 1969 am Kurfürst-Salentin-Gymnasium in Andernach trat er in das Trierer Priesterseminar ein und studierte bis 1974 in Trier und Regensburg Katholische Theologie. Am 11. Juli 1976 wurde er vom Trierer Bischof Bernhard Stein[1] in Trier zum Priester geweiht, anschließend war er bis 1978 Kaplan in Bad Kreuznach. Von 1978 bis 1985 war er Subregens am Bischöflichen Priesterseminar zu Trier. Er wurde am 29. Juni 1985 an der Theologischen Fakultät Trier mit einer patrologischen Dissertation mit dem Titel Das Verständnis des kirchlichen Amtes in seiner Beziehung zur Trinitätstheologie bei Augustinus zum Dr. theol. promoviert. Anschließend war er bis 1994 Spiritual am selben Priesterseminar.

Von 1994 bis 1997 war er als ständiger Lehrbeauftragter für Christliche Spiritualität an der Theologischen Fakultät Trier tätig. Parallel wurde er von Bischof Hermann Josef Spital als Wallfahrtsleiter für die Vorbereitung und Durchführung der Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt 1996 berufen. 1997 erfolgte seine Ernennung zum Regens am Studienhaus St. Lambert in Burg Lantershofen.

Am 16. April 1999 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Uzalis und zum Weihbischof im Bistum Trier. Am 30. Mai desselben Jahres spendete ihm der Trierer Bischof Hermann Josef Spital die Bischofsweihe. Mitkonsekratoren waren Weihbischof Alfred Kleinermeilert aus Trier und der Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode. Von diesem Zeitpunkt an war Genn für den Visitationsbezirk Saarland zuständig.

Es war ebenfalls Papst Johannes Paul II., der ihn am 4. April 2003 zum Bischof von Essen ernannte. Am 6. Juli 2003 wurde er auf dem Burgplatz feierlich in sein Amt eingeführt. Im Zuge der finanziellen Sanierung des Bistums wurde unter Genn 2005 ein Zukunftskonzept für das Bistum vorgestellt, nach dem es Ende des Jahres 2008 im Ruhrbistum nur noch 43 Pfarreien mit 7.500 bis 40.000 Katholiken geben sollte; in diesem Prozess werden 96 Kirchen geschlossen. Außerdem wurde das Generalvikariat erheblich verkleinert und die gesamte „mittlere Ebene“ aufgelöst.

Am 19. Dezember 2008 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. nach der Wahl des münsterischen Domkapitels als Nachfolger von Bischof Reinhard Lettmann zum Bischof von Münster;[2] die feierliche Amtseinführung und kirchenrechtliche Besitzergreifung fand am 29. März 2009 statt.[3] Bis dahin leitete er das Bistum Essen noch mit den Rechten und Pflichten eines Diözesanadministrators.

In seiner Predigt auf der Pest- und Brandprozession am 7. Juli 2013 beklagte Genn, dass die Orientierungshilfe der EKD zur Familie[4] „alle Formen von Partnerschaft unterschiedslos auf eine Stufe“ stelle.[5]

2013 wurde Genn als derzeit einziger Deutscher (und Einziger der nicht im Erzbischofs- oder Kardinalsrang steht) in die Kongregation für die Bischöfe in Rom berufen.

Im Dezember 2018 forderte Genn, die Verjährung sexuellen Missbrauchs abzuschaffen und Täter härter zu bestrafen. Hintergrund war der Fall eines Priesters in der Diözese, der mehrmals Erwachsene sexuell bedrängt hatte und rückfällig geworden war, obwohl Experteneinschätzungen das Gegenteil prognostiziert hatten.[6]

Wahlspruch und Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bischof Felix Genn als Bischof von Essen

Genns Wahlspruch lautet: Annuntiamus vobis vitam („Wir verkünden euch das Leben“) und entstammt dem 1. Johannesbrief. (1 Joh 1,2 EU)

Wappen als Bischof von Essen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten und hinten geteilt, vorne in Silber ein rotbewehrter, halber schwarzer Adler am Spalt, hinten oben in Grün ein sechsstrahliger goldener Stern, unten in Gold ein linksschräger, dreiästiger, grüner Olivenzweig, alles belegt mit einem blauen, linksschrägen Wellenbalken.“

Der Adler, der das Symbol des Evangelisten Johannes ist, verweist auch auf das Wappen von Wassenach, der Heimatgemeinde Felix Genns: Bischof Genn ist Oberer des priesterlichen Zweiges der Johannesgemeinschaft, eines 1945 von dem Theologen Hans Urs von Balthasar gegründeten Säkularinstituts. Weiterhin ist der Adler ein ikonographisches Heiligenattribut des heiligen Augustinus, über den Bischof Genn 1985 seine Dissertation mit dem Titel „Trinität und Amt bei Augustinus“ schrieb. Der sechsstrahlige goldene Stern symbolisiert eine Anrufung der Gottesmutter Maria als Stern des Meeres und verweist auf das Bistumswappen von Essen, in dem sich der Stern ebenfalls befindet. Der blaue Wellenbalken vom linken Obergeviert in die rechte untere Wappenhälfte stellt den Lauf der Ruhr dar und verweist auf den volkstümlichen Namen „Ruhrbistum“. Der grüne Olivenzweig in Gold bezieht sich auf den Wahlspruch des Bischofs „Wir verkünden euch das Leben“ und verweist auf die Erzählung von der Sintflut: Die von Noah ausgesandte Taube bringt als Zeichen neuen Lebens einen grünen Olivenzweig zur Arche zurück.

Wappen als Bischof von Münster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neues Wappen als Bischof von Münster

Blasonierung: „Geviert, in Feld 1 und 4 in Gold ein roter Balken, in Feld 2 in Blau ein rotbewehrter und rotbezungter, silberner Adler, in Feld 3 in Grün eine siebenährige goldene Garbe.“ Beizeichen: grüner Priesterhut mit 1/2/3 Quasten, hinter dem Schild stehendes goldenes Vortragekreuz. Wahlspruch Annuntiamus vobis vitam

Wappenerklärung: Das heraldisch neu konzipierte Wappen zeigt in den Feldern 1 und 4 das gold-rot-goldene münsterische Bistumswappen, ein weiteres Feld (2) stellt auf blauem Grund einen silbernen Adler dar, einerseits Wappentier der Eifeler Heimatgemeinde Wassenach, andererseits Attribut des Evangelisten Johannes und Symbol der Johannesgemeinschaft, der der Bischof angehört. Ein viertes Feld zeigt in Grün ein goldenes Ährenbündel, das Genns familiäre Wurzeln in der Landwirtschaft verdeutlicht.

Beide Wappen sind timbriert (gekennzeichnet) mit einem grünen Hut und beidseitig sechs grünen Quasten einer Kordel, die den Träger des Wappens als Bischof ausweisen.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römische Kurie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Bischofskonferenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrenbürgerwürde von Wassenach in der Eifel (2010)
  • Ehrendomkapitular der Hohen Domkirche zu Trier
  • Ehrendomherr an der Kathedralkirche des Ruhrbistums Essen
  • Ehrendomherr an der Kathedrale St. Peter und Paul im nordostfranzösischen Troyes

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trinitiät und Amt nach Augustinus, Diss., Einsiedeln 1986
  • Aufbau und Aufbruch, Trier 1997
  • Denn dazu bin ich gekommen, Trier 1997
  • Klartext Glaube. Ein Bischof stellt sich ungeschminkten Fragen, Freiburg 2007
  • Es würde der Welt etwas fehlen. Pastorale Impulse aus dem Geist der Exerzitien, Würzburg 2008
  • Das Priestertum ist die Liebe des Herzens Jesu: Geistliche Impulse anlässlich des Internationalen Priesterjahres, Münster 2010

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zu Felix Genn auf catholic-hierarchy.org
  2. Ruhrbischof geht nach Münster, Bericht des WDR vom 19. Dezember 2008.
  3. Amtseinführung von Felix Genn: Bischof kommt am 29. März 2009, Westfälische Nachrichten vom 29. Dezember 2008.
  4. EKD veröffentlicht neue Orientierungshilfe Abgerufen am 6. Januar 2015.
  5. Gläubige ziehen bei Großer Prozession durch Münster, bistum-muenster.de, abgerufen am 6. Januar 2015.
  6. Bischof Felix Genn fordert Ende der Verjährungsfrist. Westfälische Nachrichten vom 20. Dezember 2018
  7. „Papst beruft Bischof Genn in vatikanisches Ministerium“, Domradio, 16. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Felix Genn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerAmtNachfolger
Reinhard LettmannBischof von Münster
seit 2009
 
Hubert LutheBischof von Essen
2003–2009
Franz-Josef Overbeck