Felix Stephan Huber

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Felix Stephan Huber (* 20. September 1957 in Zürich) ist ein Schweizer Multimedia-Künstler.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk des Künstlers besteht aus Digitalkunst, Multimedia, Videoinstallationen, Fotografie und Internet-Projekten, in denen er die sozialen und politischen Systeme thematisiert und die Möglichkeiten der Kunst, Inhalte zum Ausdruck zu bringen oder sogar zu verändern, untersucht.[1] Bei den Fotografien, wie auch seinen weiteren Arbeiten, richtet Huber „sein Augenmerk auf Stellen, die zwar allgemein geläufig sind, aber dennoch nicht im Mittelpunkt des Interesses stehen: Fahrstühle, Schlafzimmer, Industriebrachen. Sein bildnerischer Ansatz ist dabei zunächst der des notierenden Fotografen: unprätentiös nimmt er mit der Kamera auf, was zu sehen ist“[2] (Johannes Stahl). So entstehen großformatige, aus mehreren Ansichten zusammengesetzte Bildtafeln, wie eine Arbeit von 1985 im Format 240 × 740 cm,[3] bei der „eine ästhetisierende Lesart (wie schönes Licht, besonderer Ausschnitt oder extreme Perspektive) unterbleibt“ (J. Stahl w.o.).

Auf der documenta X zeigte Huber ein zusammen mit Philip Pocock (* 1954 in Ottawa), Udo Noll (* 1966 in Hadamar/Hessen) und Florian Wenz (* 1958 in München) entwickeltes Internet-Projekt A Description of Equator an Some Other Lands (1997), an dem sich der Besucher interaktiv beteiligen konnte. Er nahm so an einer virtuellen Reise teil, die er selbst beeinflussen konnte. „Jeder kann als Autor selbst erlebte oder erfundene Szenen hochladen, auf Erzählstränge der anderen reagieren und online eine Welt aus ‚lesbaren Körpern‘ schaffen“.[4] Ein vorhergehendes Netzwerkprojekt von Huber und Pocock unter dem Titel Arctic Cicle beschäftigte sich noch mit einer realen Reise in den Norden Kanadas, ein weiteres, Tropic of Cancer, hatte eine Reise als Tourist durch Mexiko zum Thema.

Für die Installation a-side (2000) zeigte er in einer verschachtelten Raumsituation großformatige Schwarzweiß-Fotografien mit verschiedenen banalen Stadtmotiven, die mit kleinerformatigen, sattgrüne Naturidylle zeigenden, Hochglanzfotos kombiniert waren, während auf Fernsehgeräten Videoloops mit einem eintönigen Hintergrundsound abliefen.[5] In der Kunsthalle Nürnberg stellte Huber 2005 ein neues, interaktives Computerspiel als raumgreifende Installation vor, bei der die Wolfsschanze als ehemaliges Führerhauptquartier im Mittelpunkt stand. Das Spiel bot die passende Kulisse für explosive Aktionen, „ließ aber auch die Flucht auf vermeintlich friedlichere Levels zu“.[6]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen und Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kataloge (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Photographie: Felix Stephan Huber und Beat Streuli, Aargauer Kunsthaus 1986
  • Felix Stephan Huber: 10 Kalenderlandschaften, Kulturamt Konstanz 1989
  • Felix Stephan Huber: Provisional, Kunsthalle Innsbruck u. a. 1992
  • Felix Stephan Huber: Black Sea Diary, Zürich 1993
  • Ausstellungskatalog, Dorothea-von Stetten-Kunstpreis, Kunstmuseum Bonn 1993
  • Felix Stephan Huber: RAM – Realität Anspruch Medium, Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1994
  • Felix Stephan Huber: Berechenbarkeit der Welt, Bonner Kunstverein 1996

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kunsthaus Aargau, 2005
  2. Johannes Stahl in: Bonner Kunstverein, artothek@1@2Vorlage:Toter Link/www.bonner-kunstverein.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Huber, Fotografie
  4. Paul Sztulman in: documenta X, Kurzführer, Canz 1977, S. 106 ISBN 3-89322-938-8
  5. Installation in der Galerie Otto Schweins, 2000
  6. Kunsthalle Nürnberg (Memento des Originals vom 27. Dezember 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kunsthalle.nuernberg.de
  7. Preisträgerinnen und Preisträger - Conrad Ferdinand Meyer Stiftung. Abgerufen am 17. Juli 2019.