Felsburg (Hessen)

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Felsburg
Felsburg in Felsberg

Felsburg in Felsberg

Entstehungszeit: 11. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Felsberg (Hessen)
Geographische Lage 51° 8′ 9″ N, 9° 25′ 13″ OKoordinaten: 51° 8′ 9″ N, 9° 25′ 13″ O
Höhe: 199 m ü. NN
Felsburg (Hessen) (Hessen)
Felsburg (Hessen)
Der Ort Felsberg mit der Felsburg in der Topographia Hassiae von Matthäus Merian im 17. Jahrhundert

Die Felsburg in Felsberg an der Eder in Hessen ist die Teilruine einer 199 m ü. NN hohen Höhenburg auf einer Basaltkuppe. Sie wird von einem Verein unterhalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Felsburg und die (Vize-)Grafen von Felsberg wurden erstmals 1060, die Stadt Felsberg (Velisberc) wurde im Jahre 1090 urkundlich erwähnt.

Der romanische Unterbau der Burg aus dem 11. Jahrhundert befindet sich auf einem Säulenbasaltkegel oberhalb der Stadt Felsberg an der alten Salzstraße, die von Bad Sooden-Allendorf an der Werra in das Ruhrgebiet führte. Die Ederfurt bei Felsberg war strategisch wichtig. Die Burg war Sitz des Amtsgrafengeschlechts Velisberc, das von 1090 bis 1286 nachweisbar auf der Burg lebte, sich dann aber auf seine Besitzungen im Raum Hessisch Lichtenau zurückzog und bald ausstarb.

1238 kamen Burg und Stadt Felsberg zunächst an die Landgrafschaft Thüringen, aber danach schon bald als Folge der Trennung Hessens von Thüringen nach dem Tode von Heinrich Raspe an die Landgrafschaft Hessen. Die Burg war dann Sitz einer Reihe von landgräflichen Amtmännern. 1367 schlugen landgräfliche Ritter unter Führung des Ritters Konrad Spiegel zum Desenberg eine Streitmacht des Hersfelder Abtes Berthold II. von Völkershausen in den Ederniederungen bei der nahen Altenburg. 1375 bewohnte der landgräfliche Ministeriale und Landvogt von Niederhessen, Friedrich von Felsberg, die Burg; schon zwei Jahre zuvor hatte der Landgraf ihm die Steuereinnahmen der Stadt Felsberg verpfändet. Von 1333 an baute Landgraf Heinrich II., „der Eiserne“, die Felsburg aus, und die Wehranlagen wurden 1387, 1388 und 1392 nochmals erweitert. Im Mainzisch-Hessischen Krieg 1427 führte Landgraf Ludwig I. von Hessen von Felsberg aus sein Aufgebot gegen den Mainzer Feldherrn Gottfried von Leiningen, der von Fritzlar aus mit 600 Reitern die Gegend von Gudensberg, Felsberg und Melsungen verwüstete. Ludwig besiegte ihn entscheidend auf der Großenengliser Platte zwischen Fritzlar und Großenenglis und nochmals bei Fulda, obwohl der Erzbischof von Mainz, Konrad III. von Dhaun, inzwischen selbst die Führung seines Heeres übernommen hatte, und zwang damit Kurmainz zum Frieden von Frankfurt.

Von 1455 bis 1458 lebte der Alchimist Klaus von Urbach auf der Felsburg; Landgraf Ludwig I. hatte ihn geholt, dass er Gold herstellen sollte. Seit 1511 bewohnte die Mutter Philipps des Großmütigen, Landgräfin Anna, die Burg. Landgraf Moritz von Hessen-Kassel hielt 1626 seinen letzten Landtag vor seiner Abdankung auf der Burg ab. Die Felsburg überstand den Dreißigjährigen Krieg nahezu unbeschadet, verfiel dann aber langsam. 1762 wurde die Felsburg im Siebenjährigen Krieg von hessischen Jägern unter Major von Linsingen erobert und kurz darauf von französischen Truppen zerstört.

Die Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höhenburg hat einen nahezu trapezförmigen Grundriss. An der Nord- und Westseite befinden sich spätgotische Zwinger mit Schlüsselscharten aus dem 14. Jahrhundert. Der Eingang mit Tor stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert. Das Tor ist durch zwei Flankentürme verstärkt und am Fuß mit zwei Maschikulis ausgestattet, die die Abwehr des Gegners am Boden ermöglichte.

In der Mitte der Burg befindet sich nahe der nördlichen Mauer der aus dem Jahre 1388 stammende Bergfried mit schmalem Aufsatz. Am Rücksprung zum Oberbau des Turmes war ein überdachter Wehrgang angebracht. Der heutige Zugang wurde erst später durch die dreieinhalb Meter dicken Mauern gebrochen. Der Eingang führt zum Turmverlies.

An der Südmauer steht die dem Heiligen Pankratius gewidmete Burgkapelle. 1544 lagerte Landgraf Philipp der Großmütige 297 Tonnen Schwarzpulver in der Kapelle. Das Pulvermagazin wurde 300 Jahre genutzt und erst in kurfürstlicher Zeit aufgegeben.

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Burgverein Felsberg pachtete die Burg vom preußischen Staat. Ab 1950 wurden Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. In der Burgkapelle wurde ein Burgmuseum eingerichtet. Die Burg gehört heute dem Land Hessen und wird durch die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen betreut.

Literarische Erwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schriftsteller Heinrich Ruppel dichtete über die Felsburg:

„Die Felsburg und die Altenburg, die gucken durch die Bäume durch.“

– Aus: Heinrich Ruppel, Humor in der Schule, A. Bernecker Verlag, Melsungen, 1983, 3. Auflage

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. Wartberg-Verlag, Gudensberg, S. 79, ISBN 3-86134-228-6
  • Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, S. 77–79, ISBN 3-89214-017-0
  • Heinrich Ruppel, Humor in der Schule, A. Bernecker Verlag, Melsungen, 1983, 3. Auflage

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Felsburg (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien