Felsen-Baldrian

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Felsen-Baldrian
Felsen-Baldrian (Valeriana saxatilis)

Felsen-Baldrian (Valeriana saxatilis)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Baldriangewächse (Valerianoideae)
Gattung: Baldriane (Valeriana)
Art: Felsen-Baldrian
Wissenschaftlicher Name
Valeriana saxatilis
L.

Der Felsen-Baldrian (Valeriana saxatilis) ist eine Pflanzen-Art aus der Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae), die in den Kalkgebieten der Ostalpen vorkommt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um mehrjährige Kräuter (Hemikryptophyt). Die meist lediglich im Bereich des Blütenstandes verzweigten Stängel werden 5 bis 30 cm hoch.

Die ungeteilten Grundblätter sind breit oval bis spatelförmig. Oft sind neben der Mittelrippe zwei weitere Seitenrippen erkennbar, die bogenförmig nach vorne laufen. Im Gegensatz zum ähnlichen Berg-Baldrian gibt es höchstens ein Paar Stängelblätter. Diese sind viel kleiner als die Grundblätter und von der Form her linealisch.

Die 1–2 mm langen, meist weißen, manchmal leicht rosa gefärbten Blüten stehen in Rispen. Diese sind weniger reichblütig und nicht so deutlich schirmförmig wie bei den meisten anderen Baldrian-Arten. Oft stehen beispielsweise die untersten Seitenzweige deutlich vom Rest des Blütenstandes ab.

Die Blütezeit liegt zwischen Juni und Juli.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[1]

Felsen-Baldrian (Valeriana saxatilis)

Verbreitung und Standortansprüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art wächst in subalpinen bis alpinen Kalkfelsspalten. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Potentilletum caulescentis, kommt aber auch im Caricion davallianae vor.[1] In den Allgäuer Alpen steigt sie bis über 2000 Meter auf.[2]

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Ostschweiz über die östlichen Kalkalpen nach Südosten über die Kalkgebirge Jugoslawiens bis nach Albanien. Es umfasst Deutschland, Italien, Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Serbien, Albanien und Rumänien.[3] Ein isoliertes Vorkommen befindet sich in den Apuanischen Alpen.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann zwei Unterarten unterscheiden:[3]

  • Valeriana saxatilis L. subsp. saxatilis
  • Valeriana saxatilis subsp. pancicii (Halácsy & Bald.) Ockendon (Syn.: Valeriana pancicii Halácsy & Bald.): Sie kommt in Serbien, Montenegro und Albanien vor.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-060-12539-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 882.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 537.
  3. a b c E. von Raab-Straube & T. Henning (2017+): Valerianaceae. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Valerianaceae

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Valeriana saxatilis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien