FemArc – Netzwerk archäologisch arbeitender Frauen

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FemArc – Netzwerk archäologisch arbeitender Frauen e. V. ist eine Organisation von Frauen, die an feministischer Archäologie, archäologischer Geschlechterforschung / Gender Studies oder Frauenforschung interessiert sind, unabhängig von ihrer Ausbildung. Seit 2004 ist das Netzwerk ein eingetragener Verein. Er hat seinen Sitz in Hannover und eine Geschäftsstelle in Marburg.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Netzwerk verfolgt zwei Ziele: zum einen das Etablieren von Geschlechterthemen und feministischen Ansätzen in den verschiedenen archäologischen Disziplinen; zum anderen die Unterstützung von Frauen bei ihren archäologischen Karrieren.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inspiriert von den Studentenprotesten Ende der 1980er Jahre, begannen Studentinnen der archäologischen Fächer, vor allem der Ur- und Frühgeschichte, sich für Geschlechterthemen zu interessieren. An mehreren Universitäten bildeten sich Arbeitsgruppen, um die entsprechenden Texte benachbarter Fächer und aus anderen Ländern zu rezipieren. 1991 organisierten Studentinnen der Ur- und Frühgeschichte das Symposium „Feminismus und Archäologie“ in Tübingen.[1] Daraus entstand einige Monate später das Netzwerk archäologisch arbeitender Frauen. Dieses war noch ein informeller Zusammenschluss.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Vorstand bilden zurzeit (November 2015) Julia K. Koch, Johanna Kranzbühler, Jutta Leskovar, Susanne Moraw und Ulrike Rambuscheck. Das Netzwerk gibt dreimal im Jahr einen Rundbrief heraus.[2] Dort werden die eingesandten Beiträge sowie Informationen zu archäologischen Tagungen, Publikationen und anderes veröffentlicht.

Weiterhin gibt es eine Mailingliste.[3] Nach einmaliger Registrierung kann dort jeder Anfragen an alle anderen Registrierten stellen. Eine Mitgliedschaft bei FemArc ist nicht notwendig. Eine Vortragsbörse auf der Webseite[4] vermittelt Vorträge, Seminare und Workshops zu archäologischen Themen aus der Geschlechterperspektive, die direkt bei den Referentinnen gebucht werden können.

Einmal jährlich findet die Mitgliederversammlung (Mitfrauenversammlung) statt.

Die FemArcEdition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tagungen des Netzwerks wurden von Anfang an publiziert: zunächst im Selbstverlag, dann in der wissenschaftlichen Reihe Frauen – Forschung – Archäologie. Im Jahr 2000 gaben sich diejenigen Netzwerk-Frauen, die speziell mit der Herausgabe von Büchern befasst waren, den Namen und institutionellen Rahmen der FemArcEdition. Dieser gehören maximal 10 Herausgeberinnen an. Derzeit (November 2015) sind das Jana Esther Fries, Doris Gutsmiedl-Schümann, Michaela Helmbrecht, Julia K. Koch, Jutta Leskovar, Susanne Moraw, Ulrike Rambuscheck und Grietje Suhr.

Kooperation mit Archaeology and Gender in Europe (AGE)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AGE ist eine Arbeitsgruppe, angesiedelt bei der European Association of Archaeologists (EAA). Bei deren jährlichen Treffen bieten Mitglieder von AGE mindestens eine thematisch passende Sektion an. AGE steht in seinem Selbstverständnis und seinen Zielen FemArc relativ nahe. Auch hier geht es um die Weiterentwicklung von Gender Studies und feministischer Forschung in den Altertumswissenschaften sowie deren Etablierung im wissenschaftlichen Mainstream; und um die Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit in den wissenschaftlichen Institutionen. Anders als FemArc steht AGE Frauen und Männern offen.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Projekte des Netzwerks sind vor allem die in regelmäßigen Abständen stattfindenden Tagungen. Die AG Geschlechterforschung tagt alle 2 Jahre im Rahmen der Jahrestagungen der Deutschen Altertumsverbände.[5] Andere Tagungen fanden statt in Kooperation mit der Humboldt-Universität Berlin[6], dem Deutschen Archäologischen Institut Berlin[7] und den Städtischen Museen Heilbronn[8].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sibylle Kästner, Sigrun M. Karlisch (Hrsg.): Feminismus und Archäologie?! Symposium Tübingen 1991. Selbstverlag Tübingen 1991.
  2. http://www.femarc.de/organisatorisches/rundbrief.html
  3. http://www.femarc.de/organisatorisches/mailingliste.html
  4. http://www.femarc.de/vortragsboerse.html
  5. http://www.landesarchaeologen.de/fileadmin/Dokumente/Tagungen/NI_04092015_DetektorArchaeologie_.pdf
  6. http://www.femarc.de/netzwerk/archiv/139-goettinnen-graeberinnen-und-gelehrte-frauen.html; vgl. Sylvie Bergmann – Sibylle Kästner – Eva-Maria Mertens (Hrsg.), Göttinnen, Gräberinnen und Gelehrte Frauen. Jubiläumstagung zum 10-jährigen Bestehen des Netzwerks archäologisch arbeitender Frauen in Berlin 2001. Frauen – Forschung – Archäologie 5, Waxmann Verlag Münster 2004, ISBN 3-8309-1285-4
  7. http://www.femarc.de/netzwerk/archiv/135-maedchen-im-altertum.html; vgl. Susanne Moraw – Anna Kieburg (Hrsg.), Mädchen im Altertum / Girls in Antiquity. Frauen – Forschung – Archäologie 11, Waxmann Verlag Münster 2014, ISBN 978-3-8309-3101-0
  8. http://www.femarc.de/netzwerk/archiv/133-jubilaeumstagung-20-jahre.html