Feministische Partei Die Frauen

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Feministische Partei DIE FRAUEN
Feministische Partei Logo.jpg
Bundes­schatz­meisterin Renate Schmidtsdorff-Aicher
Gründung 10./11. Juni 1995
Gründungs­ort Kassel
Haupt­sitz Berlin
Staatliche Zuschüsse keine
Mitglieder­zahl 376 [1]
Mindest­alter 14
Website www.FeministischePartei.de

Die Feministische Partei Die Frauen (Eigenschreibweise: Feministische Partei DIE FRAUEN, Kurzbezeichnung: DIE FRAUEN) ist eine deutsche Kleinpartei.

Inhaltliches Profil[Bearbeiten]

Die Partei stellt laut eigener Aussage die Sichtweise von Frauen in den Mittelpunkt ihrer Politik.[2] Selbsterklärtes Ziel der Partei ist die Gestaltung einer herrschaftsfreien Gesellschaft, in der nicht auf Kosten von Frauen, anderer Völker oder der Natur gelebt wird, sowie eine Gesellschaft, in der für alle Personen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, ihrer Nationalität gleichwertige Lebensbedingungen bestehen.

Sie setzt sich in ihrem Parteiprogramm für die Verwirklichung der Rechte auf Selbstbestimmung in Bezug auf Schwangerschaft, Sexualität und Wahl der Lebensweise ein,[2] sie wirkt auf die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen hin und wendet sich gegen jede Form von Gewalt, Sexismus und Rassismus.[2]

Des Weiteren geht die Partei davon aus, dass Mensch, Tier und Umwelt verknüpft sind. Die Störung des Gleichgewichts der Natur ziehe Folgen an anderen Stellen nach sich. Die Herrschaft des Menschen über die Natur sei lange nicht angetastet worden, ebenso wenig wie die Herrschaft des Mannes über die Frau. Es sei daher kein Zufall, dass sich Feministinnen für Tiere einsetzen.[2]

Das Motto der Feministinnen lautet: „Frauen, wenn wir heute nichts tun, leben wir morgen wie vorgestern!“[3][4]

Struktur[Bearbeiten]

Die Partei besteht aus dem Bundesmitfrauenverband, Landesmitfrauenverbänden und Kreismitfrauenverbänden. Die Bundesmitfrauenversammlung ist das oberste Organ der Partei. Sie entscheidet über die Politik der Partei und ihre Programme, wobei sie von den Bundesarbeitsgemeinschaften und Projektgruppen unterstützt wird.

Mitfrauen der Partei können natürliche Personen werden, die das 14. Lebensjahr vollendet haben. Mitfrauen im Sinne der Satzung sind auch männliche Parteizugehörige. Die Übernahme von Wahlämtern ist geschlechtsunabhängig.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem sich im Jahr 1994 mit dem so genannten „Frauenstreiktag“ eine Vielzahl politisch denkender und feministisch orientierter Frauen in Deutschland versammelt hatten, trafen sich von Juni 1994 bis März 1995 fast monatlich etwa 30 Frauen, um in Arbeitsgruppen die Satzung und mehrere Teile für ein Programm einer Frauenpartei zu erarbeiten – in Unkenntnis der Tatsache, dass bereits eine Frauenpartei existierte.

Am 8. März 1995 riefen dann bundesweit etwa 50 Frauen zur Gründung einer Feministischen Partei – Die Frauen auf. Die Parteigründung wurde am 10./11. Juni 1995 in Kassel vollzogen. 421 Frauen waren dazu erschienen. 242 Frauen beantragten anschließend die Aufnahme in die Partei.[5]

1997 trat die Frauenpartei der Feministischen Partei Die Frauen bei.

Von 2001 bis 2011 hatte sie mit einer Abgeordneten in Darmstadt ein kommunales Mandat inne.

Bei der Europawahl 2004 erreichte die Partei eine Stimmenanzahl von 145.000, was 0,6 % entsprach, womit sie staatliche Parteienfinanzierung von 2004 bis 2008 erhielt. Zur Bundestagswahl 2005 trat die Partei nur in Bremen, Berlin und Bayern an. Zur Europawahl am 7. Juni 2009 erreichte sie 86.754 Stimmen (0,3 %)[6] und damit keine staatliche Finanzierung mehr, da sie bei keinen Landtagswahlen der letzten Jahre 1 % der Stimmen erhielt und zur Bundestagswahl 2009 nicht antrat.

Am 30. Oktober 2010 fand die erste Europäische Konferenz der Feministischen Parteien im spanischen Valencia statt. Dabei wurde ein Dachverband der feministischen Parteien in Europa gegründet. Die Initiativa Feminista aus Spanien, die Partia Kobiet (Frauenpartei) aus Polen und die Feministiskt initiativ aus Schweden gründeten gemeinsam mit der Feministischen Partei DIE FRAUEN einen Koordinationsrat als Dachorganisation der Feministischen Parteien in Europa.[7]

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Das Logo, ein rechts angeschnittener Kreis mit orangem Mittelpunkt, einem grünen und einem roten Kreis herum, wurde von Ursula Hirsch entworfen. Die Farben Rot-Grün-Orange hat sie eigenen Angaben zufolgen einem Plakat zum Internationalen Frauentag, dem FrauenStreiktag am 8. März 1994 entnommen. Der Kreis gilt als wichtigstes, ursprünglichstes Zeichen für Weiblichkeit.[8] Der Schnitt drückt aus, „…Wir Frauen sind noch nicht fertig, wir sind auf dem Weg - wir machen weiter.“[9]

Landtagswahlen[Bearbeiten]

Bundestagswahlen[Bearbeiten]

Europawahlen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Niederschrift über die 1. Sitzung des Bundeswahlausschusses für die Bundestagswahl 2013 im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Deutschen Bundestages am 4. und 5. Juli 2013 in Berlin. Der Bundeswahlleiter, 5. Juli 2013, S. 44, abgerufen am 14. Mai 2015 (PDF, 413 kB).
  2. a b c d Präambel. Das Programm der Feministischen Partei DIE FRAUEN. Abgerufen am 14. Mai 2015.
  3. Als Mann in der Feministischen Partei DIE FRAUEN. Leistungsnachweis Politikwissenschaft, Interview mit Frank-Michael Malchow. 12. Oktober 2008, abgerufen am 15. Mai 2015 (PDF, 78 kB).
  4. Wahlplakat zur hessischen Kommunalwahl 1997 auf Europeana.eu, abgerufen am 14. Mai 2015
  5. Geschichte. 1995 Gründungsparteitag. In: Webseite der Feministischen Partei DIE FRAUEN. Abgerufen am 14. Mai 2015.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBundesergebnis – Endgültiges Ergebnis der Europawahl 2009. In: bundeswahlleiter.de. Der Bundeswahlleiter, abgerufen am 4. Juli 2009.
  7. Die Feministischen Parteien Europas schreiben in Valencia Geschichte – die Feministische Partei DIE FRAUEN ist dabei. Feministi8sche Partei DIE FRAUEN (Presseerklärung), 15. November 2010, abgerufen am 14. Mai 2015.
  8. Nach Barbara G. Walker: The Woman´s Dictionary of Symbols & Sacred Objects
  9. Ursula Hirsch: Über das Logo der Feministischen Partei DIE FRAUEN. 2. März 2012, abgerufen am 14. Mai 2015 (PDF, 51 kB).
  10. Im Wahlbereich Bremerhaven ist die Partei nicht angetreten. Das Ergebnis im Wahlbereich Bremen ist deshalb etwas höher. Feministische Partei DIE FRAUEN auf der Webseite der Bundeszentrale für Politische Bildung (Memento vom 29. April 2007 im Internet Archive)
  11. Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl 2013, wahlrecht.de

Weblinks[Bearbeiten]