Ferda Ataman

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Ferda Ataman (2018)

Ferda Ataman (* 1979 in Stuttgart) ist eine deutsche Journalistin und Kolumnistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ataman wurde 1979 in Stuttgart geboren und wuchs in Nürnberg auf. Ihre Eltern stammen aus der Türkei.[1] Sie hat in Erlangen und Berlin Politikwissenschaft studiert und ihren Abschluss am Otto-Suhr-Institut in Berlin gemacht.[2] Nach dem Studium absolvierte sie eine Lehrredaktion (Ausbildung) an der Berliner Journalisten-Schule. Ataman arbeitete unter anderem als Referentin für NRW-Integrationsminister Armin Laschet und war Referatsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit in der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Als Journalistin schrieb sie unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel, Spiegel Online, Der Spiegel und die Jüdische Allgemeine. Bekannt ist sie vor allem seit 2018 mit ihrer Kolumne „Heimatkunde“ bei Spiegel Online.[3]

Sie ist Mitbegründerin und im Vorstand des Vereins „Neue Deutsche Medienmacher“ und eine von drei Sprechern des Netzwerks „neue deutsche organisationen“, einem bundesweiten Zusammenschluss von rund 100 Initiativen, die sich für Vielfalt und gegen Rassismus engagieren.[4] Ferda Ataman lebt in Berlin.

Ein Kommentar, den sie für eine Publikation der Amadeu Antonio Stiftung verfasst hatte,[5] war laut Bundesinnenminister Horst Seehofer der Grund, warum er seine Teilnahme am 10. Integrationsgipfel am 13. Juni 2018 abgesagt hat. Damit blieb erstmals ein Bundesinnenminister dem Deutschen Integrationsgipfel mit über 100 Teilnehmern fern.[6] Ataman hatte in ihrem Artikel geschrieben: „Politiker, die derzeit über Heimat reden, suchen in der Regel eine Antwort auf die grassierende ‚Fremdenangst‘. Doch das ist brandgefährlich. Denn in diesem Kontext kann Heimat nur bedeuten, dass es um Blut und Boden geht: Deutschland als Heimat der Menschen, die zuerst hier waren.“ Das Heimatministerium sei vor allem „Symbolpolitik für potenzielle rechte Wähler“.[7] Seehofer, in dessen Zuständigkeit die Themen Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt fallen, hatte daraufhin erklärt: „Ich kann an einem Integrationsgipfel nicht teilnehmen, wenn eine Teilnehmerin meine Strategie für Heimat in einem Artikel […] mit dem Heimat-Begriff der Nationalsozialisten in Verbindung bringt.“[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferda Ataman: Ich bin von hier. Hört auf zu fragen! S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2019, ISBN 978-3-10-397460-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dominik Fürst: „Ferda Ataman: Warum die Journalistin Innenminister Horst Seehofer ärgert.“ In: sueddeutsche.de, 13. Juni 2018.
  2. WIR-Interview: „In meinem ersten Job wurde ich zur Türkin“. 15. Juli 2015, abgerufen am 9. Oktober 2018.
  3. SPIEGEL ONLINE, Hamburg, Germany: S.P.O.N. - Heimatkunde – SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 9. Oktober 2018.
  4. neue deutsche organisationen: Wer wir sind | Über uns | neue deutsche organisationen. Abgerufen am 9. Oktober 2018.
  5. praktikantin: Deutschland, Heimat der Weltoffenheit ~ Amadeu Antonio Stiftung. Abgerufen am 9. Oktober 2018.
  6. tagesschau.de: Integrationsgipfel: Seehofer sagt Teilnahme ab. Abgerufen am 9. Oktober 2018.
  7. Seehofer und Merkel treffen sich zum Krisengipfel. In: FAZ. 13. Juni 2018, abgerufen am 10. September 2018.
  8. Debatte um Heimat-Begriff: Sie soll Grund für Seehofers Gipfel-Absage sein: Jetzt äußert sich Ataman zu Vorwürfen. In: Focus. 13. Juni 2018, abgerufen am 10. September 2018.