Ferdinand Zvonimir Habsburg-Lothringen

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Ferdinand Habsburg (2015)

Ferdinand Zvonimir Habsburg-Lothringen (vollständiger Name: Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonhard Habsburg-Lothringen; * 21. Juni 1997 in Salzburg[1]) ist ein österreichischer Automobilrennfahrer. Er ist der Sohn von Francesca und Karl Habsburg-Lothringen, dem Familienoberhaupt des Hauses Habsburg. Ferdinand Zvonimir ist Urenkel von Kaiser Karl I. von Österreich-Ungarn.[2]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Am 20. September 1997 wurde er in Zagreb von Kardinal Franjo Kuharić getauft. Seine Paten sind Georg Habsburg-Lothringen, Alois Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, Margarita Sakskoburggotski (Ehefrau des abgesetzten Zaren Simeon von Bulgarien) und Agnes Husslein. Ferdinand erhielt zusätzlich den traditionellen kroatischen Vornamen Zvonimir (nach König Zvonimir von Kroatien). Diese Namensgebung in einer Zeit politischer Instabilität in Kroatien gab Anlass zu Spekulationen, die Familie Habsburg dementierte jedoch alle Restaurationsbestrebungen.[3]

Ferdinand Zvonimir ist österreichischer Staatsbürger. Während seine traditionellen Titel (Kaiserlicher Prinz und Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn, Böhmen und Kroatien) im Ausland und durch die genealogische Literatur genutzt werden, darf er diese in Österreich aufgrund des Adelsaufhebungsgesetzes nicht verwenden. In Ungarn, wo der Adel 1945 abgeschafft wurde, tritt er bei Motorsportrennen als Habsburg Ferdinánd Zvonimir an.[4]

Über seine Teilnahme an Trauerfeiern zum Tod seiner Großmutter Regina von Sachsen-Meiningen und seines Großvaters Otto von Habsburg wurde in der Presse breit berichtet.[5][6][7][8][9]

Motorsportkarriere[Bearbeiten]

Habsburg in der nordeuropäischen Formel Renault 1.6 (2014)

Habsburg begann seine Motorsportkarriere 2012 im Kartsport.[9][10] Sein Mentor ist Alexander Wurz.[11] 2012 gewann er die Meisterschaft bei den Rotax Max Junioren in Niederösterreich.[12] 2013 fuhr er ein Rennen bei den ungarischen Kartmeisterschaften und gewann den Meistertitel der Rotax Max Junioren.[13] Bei den Rotax Max Challenge Grand Finals 2013, die vom 13. bis zum 16. November in New Orleans stattfanden, qualifizierte er sich nach mehreren Knockout-Durchgängen für das Finale der Junioren und beendete es auf Rang zehn.[14][15] 2014 wurde er österreichischer Staatsmeister in der DD2-Klasse der Rotax Max Challenge.

2014 debütierte Habsburg zudem im Formelsport. Er nennt sich dort Ferdinand Habsburg.[16] Für den österreichischen Rennstall Lechner Racing School trat er in der nordeuropäischen Formel Renault 1.6 an.[17] Er erzielte vier Podest-Platzierungen und schloss die Saison auf dem vierten Rang ab.[18] Sein Teamkollege Anton de Pasquale gewann den Meistertitel. Anfang 2015 ging Habsburg für Victory Motor Racing in der Toyota Racing Series an den Start.[19] Mit einem zweiten Platz als bestes Ergebnis erreichte er den elften Gesamtrang. Anschließend wird Habsburg 2015 zu Fortec Motorsports in die nordeuropäische Formel Renault, die mit 2,0-Liter-Motoren ausgestattet ist, wechseln.[20]

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

Einzelergebnisse in der Toyota-Racing-Series[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang
2015 Victory Motor Racing NeuseelandNeuseeland CHR NeuseelandNeuseeland INV NeuseelandNeuseeland HMP NeuseelandNeuseeland TAU NeuseelandNeuseeland MAN 490 11.
6 3 DNF 7 6 12 10 2 11 15 16 16 14 11 14 DNF

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Croatians celebrate christening of Habsburg heir. In: The Nation (Thailand), 22. September 1997, S. 7. 
  2. Bernhard A. Macek: Kaiser Karl I.: der letzte Kaiser Österreichs: ein biografischer Bilderbogen, Sutton, Erfurt 2012, S. 90 (Stammbaum)
  3. Martha Schad (Hg.): Macht und Mythos − Die großen Dynastien: Die Habsburger; Weltbild, Augsburg 2000, S. 72 f.
  4. Habsburg Ferdinánd Zvonimir Győrbe igazolt. In: mno.hu. 7. Februar 2013, abgerufen am 8. Dezember 2013 (ungarisch).
  5. Eva Winroither, Hans Werner Scheidl: Zum letzten Mal sieht Wien ein „Kaiserbegräbnis“, Die Presse, 16. Juli 2011
  6. Hans Werner Scheidl: Otto Habsburg beigesetzt: „Vergelt's Gott, hoher Herr!“, Die Presse, 16. Juli 2011
  7. Ein Karneval für Monarchisten, Der Standard, 17. Juli 2011
  8. Nach Ottos Tod: Die Zukunft der „neuen“ Habsburger, Tageszeitung Österreich, 16. Juli 2011
  9. a b Hans Rauscher: Ferdinand Zvonimir trägt auf dem Helm den Doppeladler, Der Standard, 29. November 2013
  10. Nathalie Martens: Rasender Royal: Der Prinz der Königsklasse, news.at, 10. Oktober 2013
  11. Kaiser-Urenkel liebt es rasant auf ORF vom 3. Mai abgerufen am 8. Mai 2014
  12. Drivers 2014: Ferdinand Habsburg, SpeedWorld Academy, abgerufen 14. Februar 2014
  13. Link zu einer Veröffentlichung über die Rotax MAX Junior Meisterschaften in ungarischer Sprache
  14. Platzierungen der Rotax Max Challenge Grand Finals 2013
  15. Bericht zu den Rotax Max Challenge Grand Finals 2013 in einem ungarischen Gokart-Magazin online
  16. Participants Spa. frcup.com, abgerufen am 25. Januar 2015.
  17. BREAKING: Ferdinand Habsburg continues in Formula category. Motorsport Csatorna, 3. Dezember 2013, abgerufen am 8. Dezember 2013.
  18. Erfolgreiche Österreicher – Janits und Habsburg zeigen auf. In: motorline.cc. 20. Oktober 2014, abgerufen am 21. Januar 2015.
  19. Habsburg Starts Debut Toyota Racing Series Season In Ruapuna. In: http://paddocktalk.com. 15. Januar 2015, abgerufen am 20. Januar 2015.
  20. Valentin Khorounzhiy: Ferdinand Habsburg graduates to Formula Renault 2.0 NEC with Fortec. paddockscout.com, 16. Januar 2015, abgerufen am 25. Januar 2015 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]