Fermanville

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Fermanville
Fermanville (Frankreich)
Fermanville
Region Normandie
Département Manche
Arrondissement Cherbourg
Kanton Val-de-Saire
Gemeindeverband Communauté de communes de Saint-Pierre-Église
Koordinaten 49° 41′ N, 1° 27′ WKoordinaten: 49° 41′ N, 1° 27′ W
Höhe 0–136 m
Fläche 11,60 km²
Einwohner 1.348 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 116 Einw./km²
Postleitzahl 50840
INSEE-Code

Leutchturm am Kap Lévi

Fermanville ist eine französische Gemeinde mit 1348 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Manche in der Region Normandie. Es handelt sich um eine der bedeutendsten Fundstätten des Mittelpaläolithikums.

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem anglo-skandinavischen Namen Farman + Endung -ville [1][2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fermanville liegt an der Nordküste der Halbinsel Cotentin auf halben Weg zwischen Cherbourg-Octeville und Pointe de Barfleur im armorikanischen Massiv [3][4], in der Landschaft Val de Saire. Die Gemeinde grenzt an die Küste des Ärmelkanals, die sich im Gemeindegebiet auf einer Länge von 24,3 Kilometern erstreckt. Nahe dem Cap Lévi liegen zwei Häfen, Port du Cap Lévi und Port Pigeot. Am Kap selbst befindet sich der Leuchtturm Phare du Cap Lévi.

Der Gemeinde-Hauptort heißt La Heugue, die Siedlungsgebiete sind verstreut (wie üblich in der Normandie). Dazu gehören 24 Weiler, deren Häusern häufig aus rosafarbenem Granit bestehen.

Die Gemeinde wird vom Flüsschen Poult durchflossen. Das Poult-Tal wird durch eine 242 Meter lange Brücke (Viaduc de Fermanville[5]) überquert. Sie wurde von der seit sehr langem aufgelassenen Bahnlinie Cherbourg-Barfleur genutzt. Diese Bahnstrecke bekam den französischsprachigen Spitznamen tue-vaques, weil die Züge angeblich mehrere Kühe getötet hätten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der 1978 entdeckten archäologischen Stätte Port Pignot [6] fand man bedeutende Überreste einer menschlichen Ansiedlung. Die Funde reichen bis vor 200.000 oder 250.000 Jahren im mittleren Paläolithikum zurück. Die Reste der Hütten, die Feuerstellen, können im Musée de Normandie in Caen besichtigt werden, und die Stellen, wo Steine behauen wurden, lassen sich vor Ort besichtigen. Eine andere wichtige Stätte des mittleren Paläolithikums befindet sich auch auf der Halbinsel Cotentin im Gebiet von La Hague in Saint-Germain-des-Vaux am Roche Gélétan.

1968 kam ein 18 m langer 6 m breiter Kahn des Mittelalters zum Vorschein dank der Springtide. Er war am Pointe de Fréval im Sand begraben. Er reicht ins 7. Jahrhundert zurück. Er wurde wahrscheinlich bis zum Strand gezogen, um als Begrabungsstätte einer wichtigen Person zu dienen. Dadurch können Kenntnisse über die Seetechniken des Mittelalters gewonnen werden (in Groix wurde 1906 ein Wikinger-Kahn entdeckt). 1932 sank das U-Boot Prométhée vor dem Cap Lévi.

Am 30. April 1997 explodierte das Marineschiff La Fidèle mit seiner Mannschaft. Sie wollten Sprengkörper vor dem Cap Lévi versenken. Fünf Leute kamen dabei ums Leben gekommen, viele wurden verletzt.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le viaduc de Fermanville
Fort Lévi

Mit 18 Ankerplätzen ist Port Pignot einer der kleinsten Häfen Frankreichs. Im Steinbruch wurde rosa Granit gewonnen, das nicht nur zum Bau der örtlichen Häusern gedient hatte, sondern auch zum Bau der Hauptfassade des Pariser Kaufhauses Le Printemps, des Gatteviller Leuchtturms und der Obelisk von Utah Beach verwendet wurde.

  • Port Pignot, archäologische Stätte: Ein ehemaliger Strand; der heute 10 m unter dem Meeresspiegel liegt, erwies sich als eine der zwei bedeutenden Stätten Frankreichs, wenn es um das Früh-Mittelpaläolithikum geht.
  • Kapelle Notre-Dame des Champs, kleine Kapelle aus Holz.
  • Die Kirche Saint-Martin, ohne Kirchturm, aus dem XIII. Jahrhundert weist einen Plan der einem griechischen Kreuz ähnelt, Mitte des 17. Jahrhunderts wurde ein getrennter Kirchturm gebaut.
  • Die Kapelle des Nord-Querschiffs ist Sankt Martin gewidmet, während die Kapelle des Süd-Querschiffs ist Notre-Dame de Lourdes gewidmet.
  • Stele zur Erinnerung an die Dichterin Marie Ravenel (* 1811 in Réthoville; † 1892 in Fermanville 1893)
  • Stele zur Erinnerung an die Vermissten vom Schiff La Fidèle, das vor dem Kap Lévi explodierte
  • Gedenkkreuz in Fréval zur Erinnerung an die Vermissten des U-Bootes Prométhée bei der Havarie von 1932
  • Fort du Cap Lévi: Festung aus der Napoleon-Zeit (Anfang des 19. Jahrhunderts)
  • Vallée des moulins: 7 Mühlen erzeugten damals Mehl (Weizen und Buchweizen) und Öl (darunter Nussöl)
  • Viaduc de Fermanville: Bahnviadukt 20 Bögen 242 m lang und 32 m hoch, erbaut zwischen 1908 und 1911, um die Fahrt der Züge zwischen Cherbourg und Barfleur zu ermöglichen. Es wurde teilweise von den deutschen Streitkräften und von der alliierten Marine am 21. Juni 1944 zerstört. 1947 wurde es wieder instand gesetzt und wurde bis zur Stilllegung der Strecke am 30. September 1950 benutzt.
  • La Pointe du Brick, im Westen der Gemeinde, und die gemeinsam mit Maupertus-sur-Mer geteilt ist, ist eine Naturschutzzone wegen der Heide, des Hochwalds und des Niederwalds. In der Brulay-Heide, wurden Exmoor Poneys und Ziegen wieder auf die Weiden gesetzt. Die Heide gehört dem Conservatoire du littoral, wo sich auch eine ehemalige französische Verteidigungsanlage befindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frédéric Scuvée, «La grande barque médiévale de Fermanville », in Les Normands et la Mer, Actes du XXVe congrès des sociétés historiques et archéologiques de Normandie, Cherbourg, 4.–6. Oktober 1990, Saint-Vaast-la-Hougue, Musée maritime de l’Île de Tatihou, 1995;

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Etymology of villa.
  2. René Lepelley, Dictionnaire étymologique des noms de communes de Normandie.
  3. Variszisches Magmatismus im Anse du Brick Webseite Lithothèque de Normandie (französisch).
  4. Variszisches Magmatismus am Kap Lévi Webseite Lithothèque de Normandie (französisch).
  5. Vallée des moulins Webseite der Gemeinde Fermanville.
  6. Port Pignot Webseite der Gemeinde Fermanville.
  7. La Fidèle.