Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg

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Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg
Berlin - Fernmeldeturm auf dem Schäferberg - 2013.jpg
Basisdaten
Ort: Berlin-Wannsee
Land: Berlin
Staat: Deutschland
Höhenlage: 103 m ü. NHN
Verwendung: Fernmeldeturm
Zugänglichkeit: Sendeturm öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Deutsche Funkturm
Turmdaten
Bauzeit: 1961–1964
Architekt: Hans Gerds
Baustoffe: Beton, Stahlbeton
Betriebszeit: seit dem 18. Juli 1964
Gesamthöhe: 212 m
Höhen der Aussichtsplattformen: 101,6 m, 132,44 m
Daten der Sendeanlage
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetypen: DVB-T, DAB, Richtfunk
Positionskarte
Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg (Berlin)
Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg
Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg
52.41749413.127756Koordinaten: 52° 25′ 3″ N, 13° 7′ 39,9″ O

Der Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg ist ein für die Öffentlichkeit nicht zugänglicher Fernmeldeturm auf dem 103 m ü. NHN hohen Schäferberg im Südwesten von Berlin (Ortsteil Wannsee, Bezirk Steglitz-Zehlendorf), der zwischen 1961 und 1964 errichtet wurde. Betreiber und Eigentümer der Anlage ist die Deutsche Funkturm (DFMG), ein Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom mit Sitz in Münster.

Der Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg ist 212 Meter hoch, wovon die Höhe des Turmschafts 186,5 Meter beträgt. In einer Höhe von 101,6 Meter bis 132,44 Meter besitzt der Turm sechs Betriebsgeschosse, in denen Rundfunksender für digitales Fernsehen DVB-T und UKW-Sender für analogen Hörrundfunk sowie Sendeeinrichtungen für die neuen digitale Breitbanddienste DAB und DMB untergebracht sind. Architekt des Fernmeldeturms war Hans Gerds, Ingenieur war Walther Pieckert.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Vom 18. Juli 1964 bis zu Beginn der 1990er Jahre diente er zur Realisierung von Überhorizont-Richtfunkverbindungen in die alte Bundesrepublik (Gegenstation: Richtfunkturm Torfhaus im Harz; → Richtfunkverbindung nach West-Berlin). Hierzu trug der Turm zwei Parabolantennen mit 18 Meter Durchmesser an seinem Schaft, die 1996 demontiert wurden. Wegen dieser Antennen, die hohe Windwiderstände ergaben, musste der Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg für dreimal größere Beanspruchungen dimensioniert werden als der gleich hohe Stuttgarter Fernsehturm. Außerdem existierte eine Richtfunkverbindung zum 1963 errichteten und am 20. August 2009 gesprengten Sendemast Höhbeck in Gartow, wobei als Antennen quadratische Gitterkonstruktionen am Antennenmast zum Einsatz kamen. Der Turmschaft weist unten einen Außendurchmesser von 12 Meter auf, die Wanddicke beträgt 55 Zentimeter. In 97 Meter Höhe unterhalb der Betriebsgeschosse beträgt der Durchmesser 6,91 Meter.

Daneben existiert in unmittelbarer Nachbarschaft des Turmes noch ein freistehender Stahlfachwerkturm, bei dem die zwei 10 Meter Parabolantennen für Überhorizont-Richtfunk inzwischen demontiert wurden. Er wird jetzt vorwiegend für Mobilfunk-Dienste verwendet.

Ab 2001 diente er auch für DRM-Sendungen im Mittelwellenbereich auf der Frequenz 1485 kHz. Da der Turm nicht zur Ausstrahlung von Mittelwellen konzipiert ist, wurde hierfür eine Langdrahtantenne installiert.

Frequenzen und Programme[Bearbeiten]

Analoges Radio (UKW)[Bearbeiten]

Der Privatsender BB Radio nutzt seine für den Berliner Fernsehturm Alex koordinierte Frequenz 107,5 MHz mit erlaubten 100 kW alternativ vom Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg mit nur 13 kW.

Beim Antennendiagramm sind im Falle gerichteter Strahlung die Hauptstrahlrichtungen in Grad angegeben.

Frequenz 
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
89,2 89.2 Radio Potsdam POTSDAM_ 103B - 0,5 D (240°-290°) H
90,7 88vier 88vier 1A2A - 0,1 D (70°-110°) H
94,8 BBC World Service BBCWorld D02E - 4 D (0°-100°, 160°-240°) H
107,5 BB Radio BB_RADIO D338 Potsdam/Berlin 13 ND H

Digitales Fernsehen (DVB-T)[Bearbeiten]

Die DVB-T-Ausstrahlungen vom Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg laufen im Gleichwellenbetrieb (Single Frequency Network) mit anderen Sendestandorten. In Deutschland war dieses Sendernetz, als es 2003 schrittweise startete, das Erste seiner Art.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(kW)
Antennen-
diagramm

rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(MBit/s)
SFN
25 506 RTL Group Berlin 50 ND H 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berliner Fernsehturm Alex
27 522 ARD Digital (rbb) 50 ND H 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Charlottenburg (Scholzplatz)
33 570 ZDFmobil 50 ND H 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berliner Fernsehturm Alex, Frankfurt/Oder (Booßen)
39 618 Gemischt Berlin 4 50 ND H 64-QAM 2/3 1/8 22,12 Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berliner Fernsehturm Alex
44 658 ProSiebenSat.1 Media Berlin 50 ND H 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berliner Fernsehturm Alex
47 682 ARD regional (rbb) Berlin 50 ND H 16-QAM
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Charlottenburg (Scholzplatz)
50 706 Gemischt Berlin 1 50 ND H 16-QAM
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berliner Fernsehturm Alex
56 754 Gemischt Berlin 2 20 ND H 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berliner Fernsehturm Alex
59 778 Gemischt Berlin 3 5 ND H 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/8 14,75 Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berliner Fernsehturm Alex

Analoges Fernsehen[Bearbeiten]

Bis zur Umstellung auf DVB-T wurden vom Berliner Fernsehturm folgende Programme in analogem PAL gesendet:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
22 479,25 Fernsehen aus Berlin (FAB) 25 D H
25 503,25 Sat.1 125 D H
29 535,25 VOX 14,1 D H
33 567,25 ZDF 330 ND H
39 615,25 SFB1 200 ND H
47 679,25 RTL II 100 D H
56 751,25 RTL 100 D H

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Müller: Symbol mit Aussicht. Der Ost-Berliner Fernsehturm. 2. Aufl. Verlag für Bauwesen, Berlin 2000, ISBN 3-345-00761-4, S. 69