Fernmeldeturm Calau

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Fernmeldeturm Calau
Fernmeldeturm Calau.jpg
Basisdaten
Ort: Calau
Land: Brandenburg
Staat: Deutschland
Höhenlage: 105 m ü. NHN
Verwendung: Fernmeldeturm, Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeturm öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Deutsche Funkturm
Turmdaten
Bauzeit: 1985–1987
Bauherr: Deutsche Post
Baustoffe: Beton, Stahlbeton
Betriebszeit: seit April 1987
Letzter Umbau (Turm): 2010–2012
Gesamthöhe: 184 m
Daten der Sendeanlage
Letzter Umbau: 2011–2012
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetypen: DVB-T, DAB, Richtfunk
Positionskarte
Fernmeldeturm Calau (Brandenburg)
Fernmeldeturm Calau
Fernmeldeturm Calau
Koordinaten: 51° 44′ 30,8″ N, 13° 56′ 31,1″ O

Der Fernmeldeturm Calau ist ein Sendeturm für Fernseh- und Radioprogramme, Mobilfunk und Richtfunk in der südbrandenburgischen Stadt Calau. Er ging nach zweijähriger Bauzeit im April 1987 in Betrieb.[1]

Der Sendeturm ist mit 190 Meter Höhe vom gleichen Bautyp wie der 1988 errichtete Turm auf dem Schafberg bei Löbau und damit der vorletzte neu errichtete Turm vor der Wende. Am 12. Dezember 2006 erfolgte die Umstellung von analogem Fernsehen auf DVB-T. Der Turm wurde 2010 und 2012 grundlegend saniert.

Am 26. April 2011 kam es in 120 Metern zu einem Brand der Sendeanlagen, die zu deren völligen Ausfall führten.[2] Nachdem die Programme zunächst ersatzweise von kleineren Sendern in der Umgebung abgestrahlt worden waren, erfolgte ihre Abstrahlung seit Anfang Juni 2011 wieder vom Sendeturm, allerdings vorerst nur provisorisch.[3] Der ursprüngliche Zustand wurde im Juni 2012 mit Inbetriebnahme der Flughindernisbefeuerung vollständig wiederhergestellt.[4][5]

Frequenzen und Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Analoges Radio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frequenz 
(MHz)
Programm RDS PS Regionalisierung ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
90,8 Deutschlandfunk Kultur Dlf_Kult 20 ND H
93,4 infoRadio / Sorbischer Rundfunk (rbb) _INFO___ 30 ND H
95,1 radioeins (rbb) _radio1_ 22,4 ND H
98,6 Antenne Brandenburg (rbb) Antenne_/vom_rbb_ Niederlausitz
Elbe-Elster-Land
100 ND H
103,2 Fritz (rbb) _Fritz__ 100 ND H
104,4 Kulturradio (rbb) kultur__/radio___ 60 ND H
107,2 BB Radio BB_Radio Niederlausitz 100 ND H

[6]

Digitales Radio (DAB)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DAB+ wird in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern ausgestrahlt. Der bundesweite DAB+-Multiplex sendet seit dem 31. August 2016 und der rbb verbreitet seine Programme via DAB+ seit dem 27. März 2018 vom Sender Calau aus.

Block Programme
(Datendienste)
ERP 
(kW)
Antennen- diagramm
rund (ND),
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Gleichwellennetz (SFN)
5C
DRDeutschland
(D__00188)
DAB+ Block der Media Broadcast 10 ND V
10B
Berlin/Brandenburg
(D__00328)
DAB+-Block vom rbb:


10 ND V Berlin (Scholzplatz), Booßen, Calau, Casekow, Cottbus-Stadt, Pritzwalk


Digitales Fernsehen (DVB-T)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehprogramme Kanal ERP Polarisation Parameter des DVB-T-Signals Gleichwellennetz (SFN)
Das Erste
rbb Fernsehen
Phoenix
tagesschau24
53 100 kW horizontal 16-QAM, Guardintervall 1/4, FEC 3/4
Nettodatenrate: 14,93 Mbit/s
-
ZDF
3sat
ZDFinfo
KiKA/ZDFneo (im Wechsel)
36 100 kW horizontal 16-QAM, Guardintervall 1/4, FEC 2/3
Nettodatenrate: 13,27 Mbit/s
-
NDR Fernsehen
MDR Fernsehen
ARTE
57 100 kW horizontal 16-QAM, Guardintervall 1/4, FEC 2/3
Nettodatenrate: 13,27 Mbit/s
-

Analoges Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm DDR 1 wurde ab 1958 im VHF-Band I auf Kanal 4 ausgestrahlt. Auf dem gleichen Kanal wurde vom Ochsenkopf im Fichtelgebirge das Erste Programm der ARD gesendet. Im April 1987 ging der neue Sendeturm mit den Fernsehen der DDR 1 und DDR 2 mit zwei UHF-Kanälen auf Sendung. Deshalb konnte die bisherige Ausstrahlung von DDR 1 über den Kanal 4 von dem noch bestehenden Gittermast aufgegeben werden, und es wurde das Programm von DDR I dann auf den UHF-Kanal 53 über den neuen Turm abgestrahlt.

Das Fernsehprogramm DDR 2 wurde im UHF-Band-IV auf dem Kanal 23 ausgestrahlt. Dies störte u. a. im Chemnitzer Raum (durch Einstrahlung in Rückkeule, 180°) erheblich den Empfang des ZDF, das in Hof ebenfalls auf Kanal 23 ausgestrahlt wurde. Die Sendeleistung auf dem Kanal 23 in Calau war 1 MW, in Hof 500 kW. Es ist davon auszugehen, dass diese Störung des Westfernsehens der politischen Führung der DDR bekannt war.

Nach der Wiedervereinigung wurden bis zur Einführung von DVB-T die folgenden analogen Fernsehprogramme gesendet:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
23 487,25 ORB-Fernsehen 577 ND H
34 575,25 VOX 10 D H
36 591,25 RTL Television 4,5 D H
53 727,25 Das Erste (SFB/ORB) 355 ND H
57 759,25 ZDF 460 ND H

Der erste Calauer Fernsehturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Turm war ein 1958 aufgestellter Gittermast

Vor dem Neubau heutigen des Fernmeldeturms Calau sendete dort ab dem 24. Dezember 1958 der Calauer Fernsehturm, ein auf den Müggelbergen bei Berlin abgebauter Gittermast, das 1. Programm des Deutschen Fernsehfunks auf dem Kanal 4. Er hatte eine Höhe von 90 m und wurde Ende 1989 nach der Inbetriebnahme des Fernmeldeturm Calau abgerissen.

Ähnliche Türme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.calau.de/texte/seite.php?id=9808
  2. TV- und Radioempfang nach Brand in Sendemast weiter eingeschränkt. Der Tagesspiegel, 28. April 2011
  3. UKW-Sender Calau wieder in Betrieb. rbb-Medienmagazin, 13. Juni 2011@1@2Vorlage:Toter Link/www.radioeins.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Wir sind wieder da! Antenne Brandenburg, 20. Juni 2011@1@2Vorlage:Toter Link/www.antennebrandenburg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Funkturm Calau ist wieder beleuchtet, lr-online.de, 15. Juni 2012
  6. http://www.ukwtv.de/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]