Ferrari 312PB

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Ferrari 312 PB, 1000 km Nürburgring 1973, Jacky Ickx am Steuer

Der Ferrari 312 PB war ein Sportwagen von Ferrari, der von 1971 bis 1973 bei internationalen Sportwagenrennen eingesetzt wurde. Vorgänger war 1969 der Ferrari 312P, ein 3 Liter 12 Zylinder Prototyp. Nun kam noch (inoffiziell) ein "B" dazu, für Boxermotor, was jedoch inkorrekt war, denn der neue flachere Motor war genaugenommen ein 180°-V12.

Der 312 PB war eine Neuentwicklung für die Rennen der Markenweltmeisterschaft ab 1971 vor dem Hintergrund, dass ab 1972 nur noch Fahrzeuge mit maximal 3 Litern Hubraum eingesetzt werden durften und die bis dahin dominierenden Fünfliter-Sportwagen Porsche 917 und Ferrari 512S ins Museum wanderten. Der 312 PB war im Prinzip ein verkappter Monoposto auf Basis des Formel-1-Modells Ferrari 312B von 1970, das erstmals mit einem 180° gespreizten V12 ausgestattet wurde, um den Schwerpunkt zu senken. Neben verkleideten Rädern wurde für die Anforderungen der Langstreckenrennen der Motor leicht gedrosselt, galt aber als ungeeignet für ein 24-Stunden-Rennen. Im Erprobungsjahr 1971 gewann der Ferrari nicht gegen die Fünfliter, was dem Alfa Romeo Tipo 33 mit Dreilitermotor jedoch in Brands Hatch gelang.

Der neue Prototyp war das dominante Fahrzeug der Markenweltmeisterschaft 1972, für die nur Alfa einen neuen Wagen bereitstellte, während Porsche sich werksseitig zurückzog. Gefahren von den Weltklassepiloten Jacky Ickx, Carlos Reutemann, Clay Regazzoni, Ronnie Peterson, Carlos Pace, Arturo Merzario und Tim Schenken gewannen Ferrari 312PB fast alle Rennen der Serie und die Weltmeisterschaft. Bei den prestigeträchtigen 24 Stunden von Le Mans setzte man aus, um keine Niederlage zu riskieren. Es gewannen die einheimischen Matra.

1973 gab auch Alfa auf, jedoch bestritt nun Matra auch die Weltmeisterschaft und gewann diese mit fünf Siegen, gegenüber nur zwei der 312PB. Diesmal konnte Ferrari Le Mans nicht auslassen. Man setzte dort mehrere Wagen ein, darunter einen als "Hasen", der mit hohem Tempo die Matra zu einer Verfolgungsjagd verleiten sollte. Ausgerechnet dieser kam als einziger 312PB ins Ziel, zudem als Zweiter, hinter einem Matra. Bei der Targa Florio, der letzten Ausgabe mit WM-Status, fielen alle italienischen Sportwagen aus bzw. zurück, es gewann mit einem Porsche 911 Carrera RS ein Tourenwagen.

Mit dem Ende der Saison 1973 zog sich Ferrari völlig von Sportwagenrennen zurück, um sich auf die F1 zu konzentrieren, wo man 1973 mangels Konkurrenzfähigkeit einige Rennen ausließ. Erst mit dem Ferrari 333SP der 1990er-Jahre stellte Ferrari wieder einen Formel-1-Motor und den Firmennamen zur Verfügung, für einen Sportwagen, den eine Fremdfirma baute.

Technische Daten[Bearbeiten]

Ferrari 312 PB (1971) Daten
Motor: Zwölfzylinder-V-Motor (180°)
Hubraum: 2991 cm³
Bohrung × Hub: 78,5 × 51,5 mm
Ventilsteuerung: 2 obenliegende Nockenwellen je Zylinderreihe,
4 Ventile pro Zylinder
Verdichtung: 11,5 : 1
Leistung: 343 kW (460 PS) bei 10800/min
Getriebe: 5-Gang (vollsynchronisiert)
Radstand: 2220 mm
Länge × Breite × Höhe: 3500 × 1880 × 956 mm
Trockengewicht: ca. 665 kg
Höchstgeschwindigkeit:  ca. 350 km/h

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ferrari 312PB – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien