Ferrari F40

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Ferrari
Ferrari F40

Ferrari F40

F40
Produktionszeitraum: 1987–1992
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé
Motoren: Ottomotor:
2,9 Liter (352 kW)[1]
Länge: 4358[1] mm
Breite: 1970[1] mm
Höhe: 1124[1] mm
Radstand: 2450[1] mm
Leergewicht: 1254 kg
Vorgängermodell: Ferrari 288 GTO
Nachfolgemodell: keines

Der Ferrari F40 ist ein Supersportwagen, den der italienische Sportwagenhersteller Ferrari von 1987 bis 1992 baute. Rennsporttechnik wie etwa Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff kam zum Einsatz. Enzo Ferrari persönlich trieb 1986 dieses Projekt zum 40-jährigen Firmenjubiläum an, daher auch die Bezeichnung. Der F40 war als bis dahin schnellster und stärkster Ferrari für den Straßeneinsatz technisch und optisch ein besonderes Modell und der letzte Ferrari, der unter der Regie von Enzo Ferrari entwickelt wurde.

Auch wenn als Leistung offiziell immer 478 PS bei 7000/min angegeben wurde, gibt es unterschiedliche Versionen, wie europäische Version mit/ohne Katalysatoren und die US-Version, die sich im Drehmomentverlauf unterscheiden, auch in der Getriebeübersetzung gibt es Unterschiede. Die wahre Leistung variiert, so wurden zum Beispiel bei einem Testwagen 530 PS am Prüfstand gemessen.[2]

Rennausführungen wurden von Michelotto in Padua entwickelt und von 1989 an gebaut. Diese Fahrzeuge wurden in verschiedenen Rennserien eingesetzt. Über deren Anzahl gibt es widersprüchliche Angaben, laut Ferrari-Homepage wurden von F40 LM/Competizione "insgesamt rund zehn Exemplare gefertigt", dort werden als Trockengewicht 1040 kg und als Höchstleistung 515 kW (700 PS) angegeben.[3]

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1987 wurde der F40 vorgestellt. Der Wagen basierte auf dem Chassis des GTO Evoluzione, einer für den Rennsport weiterentwickelten Variante des 288 GTO. Die Motorleistung war offiziell auf nun 351,5 kW (478 PS) gesteigert worden, die Höchstgeschwindigkeit wurde mit 324 km/h angegeben.

Pininfarina hatte die funktionelle Karosserie entworfen, die fast wie die eines Rennwagens wirkte. Über den ganzen Wagen waren Ein- und Auslasskanäle verteilt. Kennzeichnend für das Autos war der große Heckflügel, dazu hatte er wie mehrere andere Ferrari-Modelle dieser Zeit Klappscheinwerfer. Auffällig ist hierbei, dass es für die Lichthupe und die Blinker im Vorbau der Karosserie links und rechts nochmals einen großen verglasten Bereich gab.

Laut Werksangaben beschleunigte der F40 in 4,1 s von 0–100 km/h, in 12 s von 0–200 km/h und brauchte 21 s für 1 km mit stehendem Start. Ermöglicht wurden diese Fahrleistungen auch durch das verhältnismäßig geringe Leergewicht von 1254 kg, wodurch das Leistungsgewicht mit 3,56 kg/kW (2,62 kg/PS) für ein Straßenfahrzeug sehr niedrig war. Auf der hauseigenen Teststrecke in Fiorano gab Ferrari eine Rundenzeit von 1:29,6 Minuten an, damit war der F40 zu dieser Zeit das mit Abstand schnellste Serienfahrzeug auf diesem Kurs. Die Rundenzeit entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwas mehr als 120 km/h auf dem damals noch 3000 Meter langen Kurs mit zwölf Kurven von unterschiedlichem Radius. Zum Vergleich: 2015 beziehungsweise 28 Jahre später fuhr ein Ferrari LaFerrari die gleiche, nun 2997 Meter lange Strecke in 1:19,7 Minuten.

Der mit einem Motorblock und Zylinderköpfen aus Aluminium gefertigte turbogeladene V-Motor mit acht Zylindern und 2936 cm³ Hubraum leistet maximal 352 kW bei einer Nenndrehzahl von 7000/min. Bei früheren Modellen liegt das maximale Drehmoment von 576 Nm bei 4000/min an, bei späteren Modellen liegt das maximale Drehmoment von 575 Nm erst bei 4.500/min an. Zwei Nockenwellen je Zylinderkopf wurden über Zahnriemen angetrieben und steuerten vier Ventile pro Zylinder. Das Verdichtungsverhältnis lag bei 7,8 : 1, einem für aufgeladene Motoren üblichen Wert. Die beiden japanischen IHI-Turbolader lieferten maximal 1,1 bar Druck. Die Ladeluftkühler kamen von Behr.

Der F40 wurde für 444.000 DM (heute ca. 380.000 Euro[4]) ausschließlich an ausgewählte Interessenten verkauft. Dazu gehörten in erster Linie langjährige Ferrari-Kunden sowie Prominente.

Ursprünglich sollten von diesem Fahrzeug nur 450 Exemplare gebaut werden. Diese ersten Modelle sind an den seitlichen Schiebefenstern zu erkennen, die Produktion wurde danach auf normale Kurbelfenster umgestellt. Wegen der unerwartet hohen Nachfrage wurden insgesamt 1315 Fahrzeuge produziert, davon allein 900 Stück im ersten Jahr 1988. Zwei wurden in der Farbe Schwarz ausgeliefert, weniger als zehn in Gelb. Ein Wagen in Weiß wurde an den Sultan von Brunei ausgeliefert. Eines dieser Fahrzeuge kam allerdings nie auf den Markt, sondern erhielt direkt nach der Produktion einen Platz im Ferrari-Museum.

Der F40 profitierte sehr vom Wertzuwachs aller Ferrari-Fahrzeuge nach dem Tod Enzo Ferraris am 14. August 1988 und der damit einhergehenden Ungewissheit über die Zukunft des Unternehmens. Während selbst für ältere und kleinere Ferrari-Modelle praktisch über Nacht Rekordsummen gefordert und auch bezahlt wurden, erzielte der F40 geradezu utopische Preise. 1989 wurde ein F40 für 3,2 Millionen Mark verkauft.[5] Nach heutiger Kaufkraft und inflationsbereinigt entspricht dies 2,73 Millionen Euro.[4] Um derartigen Spekulationen zukünftig vorzubeugen, regelte Ferrari bei den Nachfolgemodellen die Bedingungen für einen Weiterverkauf der Fahrzeuge bereits im Kaufvertrag.

Der Nachfolger des F40 ist der im Jahr 1996 auf den Markt gekommene F50.

Testwerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Test in Auto, Motor und Sport 02/1989

  • 0–80 km/h 3,8 s
  • 0–100 km/h 4,6 s
  • 0–120 km/h 5,6 s
  • 0–160 km/h 8,1 s
  • 0–180 km/h 9,3 s
  • 0–200 km/h 11,0 s
  • Gewicht (vollgetankt mit 120 l): 1254 kg
  • 1000 m mit stehendem Start 21,0 s
  • Höchstgeschwindigkeit 321 km/h

Die Tester merkten an, dass der F40 trotz seiner 335 mm breiten Hinterreifen in den ersten beiden Gängen mit starken Traktionsproblemen zu kämpfen hatte, was den vergleichsweise schwachen Beschleunigungswert bis 100 km/h erklärt. Im oberen Geschwindigkeitsbereich konnte der F40 sein überlegenes Leistungsgewicht allerdings deutlich ausspielen: So beschleunigte der F40 in lediglich 6,4 s von 100 auf 200 km/h.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell Ferrari F40
Zylinderzahl V8
Hubraum (cm³) 2936
Max. Leistung (kW/PS) 352/478 bei 7000/min
Max. Drehmoment (Nm) 577 bei 4000/min
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 324
Getriebe (serienmäßig) 5-Gang-Schaltgetriebe
Beschleunigung (0–100 km/h) 4,1 s
Verbrauch kombiniert (l/100 km) 20,0 SP
Kohlenstoffdioxid-Emissionen - g/km
Tankinhalt 120 l
Preis 444.000 DM (1989)

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Webseite zum F40 Ferrari F40. ferrari.com, abgerufen am 25. November 2015.
  2. https://www.youtube.com/watch?v=80lZDYz9Veo
  3. Artikel über den F40 LM auf www.ultimatecarpage.com
  4. a b Der Betrag wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle Zehntausend Euro gerundet und bezieht sich auf den vergangenen Januar.
  5. AMS Ferrari F40. Abgerufen am 21. Februar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ferrari F40 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien