Ferrari SF70H

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Ferrari SF70H

Kimi Räikkönen im SF70H bei den Testfahrten vor der Saison in Barcelona

Konstrukteur: ItalienItalien Ferrari
Designer: Simone Resta
Vorgänger: Ferrari SF16-H
Nachfolger: Ferrari SF71H
Technische Spezifikationen
Chassis: CFK-Monocoque mit seitlicher Crashstruktur aus Zylon
Motor: Ferrari 062
Federung vorn: Drehstabfeder- und Stoßdämpfersystem mit Druckstrebe
Federung hinten: Drehstabfeder- und Stoßdämpfersystem mit Zugstrebe
Breite: 2000 mm
Höhe: 950 mm
Radstand: 3594 mm[1]
Gewicht: 728 kg (inkl. Fahrer)
Reifen: Pirelli
Statistik
Fahrer: FinnlandFinnland Kimi Räikkönen
DeutschlandDeutschland Sebastian Vettel
Erster Start: Großer Preis von Australien 2017
Letzter Start: Großer Preis von Abu Dhabi 2017
Starts Siege Poles SR
20 5 5 6
WM-Punkte: 522
Podestplätze: 20
Führungsrunden: 313 über 1427,9 km
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Vorlage:Infobox Formel-1-Rennwagen/Wartung/Federung Vorne
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Der Ferrari SF70H ist der Formel-1-Rennwagen von Ferrari für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2017. Er ist der 50. Ferrari-Formel-1-Wagen und wurde am 24. Februar 2017 in Fiorano präsentiert; die Präsentation wurde live im Internet übertragen.[2]

Die Bezeichnung des Wagens setzt sich aus der Abkürzung des Teamnamens, SF, der Zahl 70 als Anlehnung an das 70-jährige Bestehen des Unternehmens und der Abkürzung für Hybridelektrokraftfahrzeug zusammen.

Technik und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie alle Formel-1-Fahrzeuge des Jahres 2017 ist der SF70H ein hinterradangetriebener Monoposto mit einem Monocoque aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Daneben bestehen viele weitere Teile des Fahrzeugs, darunter die Karosserieteile und das Lenkrad bestehen aus CFK. Auch die Bremsscheiben sind aus einem mit Kohlenstofffasern verstärkten Verbundwerkstoff.

Der SF70H ist das Nachfolgemodell des Ferrari SF16-H. Da sich das technische Reglement zur Saison 2017 stark änderte, ist das Fahrzeug größtenteils neu entwickelt. Um hierfür Ressourcen zur Verfügung zu haben, wurde die Weiterentwicklung des Vorgängermodells frühzeitig eingestellt.

Mit einer Gesamtbreite von 2000 mm und einer Breite zwischen Vorder- und Hinterachse von 1600 mm ist das Fahrzeug jeweils 200 mm breiter als das Vorgängermodell. Die Höhe ist mit 950 mm unverändert. Komplett neu sind neben dem Frontflügel, der statt 1650 mm nun 1800 mm breit ist, und dem Heckflügel, dessen Breite sich von 750 mm auf 950 mm und dessen Höhe sich von 950 mm auf 800 mm ändert, auch der Diffusor, der nun eine Gesamthöhe von 175 mm statt 125 mm sowie eine um 50 mm erhöhte Breite von 1050 mm hat. Um die Luftführung zum Heckflügel zu verbessern, hat der Wagen eine auffällig große Finne an der Motorabdeckung. Zusätzlich ist am Ende dieser Finne ein Flügel angebracht.

Angetrieben wird der SF70H vom Ferrari 062, einem in Fahrzeugmitte montierten 1,6-Liter-V6-Motor mit einem Turbolader sowie einem 120 kW starken Elektromotor, es ist also ein Hybridelektrokraftfahrzeug. Die Kraft wird über ein sequentielles, mit Schaltwippen betätigtes Achtganggetriebe übertragen. Das Fahrzeug hat nur zwei Pedale, ein Gaspedal (rechts) und ein Bremspedal (links). Genau wie viele andere Funktionen wird die Kupplung, die nur beim Anfahren aus dem Stand verwendet wird, über einen Hebel am Lenkrad bedient.

Anders als der Vorgänger ist der SF70H mit 305 mm breiten Vorderreifen und mit 405 mm breiten Hinterreifen des Einheitslieferanten Pirelli ausgestattet, die auf 13-Zoll-Rädern montiert sind. Damit sind die Reifen an der Vorderachse 60 mm und an der Hinterachse 80 mm breiter als in der Vorsaison. Dies erforderte auch die Entwicklung von neuen Radaufhängungen beim SF70-H.

Der SF70H hat, wie alle Formel-1-Fahrzeuge seit 2011, ein Drag Reduction System (DRS), das durch Flachstellen eines Teils des Heckflügels den Luftwiderstand des Fahrzeugs auf den Geraden verringert, wenn es eingesetzt werden darf. Auch das DRS wird mit einem Schalter am Lenkrad des Wagens aktiviert.

Bei den ersten Rennen der Saison zeigten Kameraaufnahmen, dass Front- und Heckflügel sowie auch der Unterboden des SF70H flexibel sind und sich so während der Fahrt verformen, obwohl das Reglement flexible oder bewegliche aerodynamische Komponenten verbietet.[3]

Lackierung und Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SF70H ist überwiegend im klassischen Rot lackiert, Front- und Heckflügel sowie die Finne an der Motorabdeckung sind weiß lackiert.

Es werben Alfa Romeo, Hublot, Kaspersky Lab, Mahle, Pirelli, Ray-Ban, Santander, Shell und UPS auf dem Fahrzeug.

Fahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferrari trat in der Saison 2017 erneut mit der Fahrerpaarung Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel an.

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrer Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Punkte Rang
Formel-1-Weltmeisterschaft 2017 Flag of Australia.svg Flag of the People's Republic of China.svg Flag of Bahrain.svg Flag of Russia.svg Flag of Spain.svg Flag of Monaco.svg Flag of Canada.svg Flag of Azerbaijan.svg Flag of Austria.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of Singapore.svg Flag of Malaysia.svg Flag of Japan.svg Flag of the United States.svg Flag of Mexico.svg Flag of Brazil.svg Flag of the United Arab Emirates.svg 522 2.
FinnlandFinnland K. Räikkönen 07 4 5 4 3 DNF 2 7 14* 5 3 2 4 5 DNF DNS 5 3 3 3 4
DeutschlandDeutschland S. Vettel 05 1 2 1 2 2 1 4 4 2 7 1 2 3 DNF 4 DNF 2 4 1 3
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ferrari SF70H – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sven Haidinger: Rennvorschau Monaco: Mercedes muss auf die Angststrecke. Motorsport-Total.com, 23. Mai 2017, abgerufen am 23. Mai 2017.
  2. Dominik Sharaf: Ferrari zeigt den SF70-H: Vettels Göttin hat eine Riesenflosse. Motorsport-Total.com, 21. Februar 2017, abgerufen am 24. Februar 2017.
  3. Dieter Rencken, Christian Nimmervoll, Dominik Sharaf: Flexibler Unterboden: TV-Bilder belasten Ferrari. Motorsport-Total.com, 15. April 2017, abgerufen am 15. April 2017.