Ferropolis

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Ferropolis

Ferropolis (gr.-lat. ferro und polis „Stadt aus Eisen“) ist ein Museum und Veranstaltungsort nahe Gräfenhainichen östlich von Dessau auf einer Halbinsel im ehemaligen Tagebau Golpa-Nord. Ferropolis ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferropolis, Gremminer See, Juli 2015

Ursprünglich befanden sich an dieser Stelle die Werkstätten, die Energieversorgung und die Sozialeinrichtungen des Tagebaus Golpa-Nord, ein Teil des Bitterfelder Bergbaureviers. Bis 1955 verband eine Grubenbahnlinie Bergwitz mit dem Kraftwerk Zschornewitz. Teile des aufgegebenen Bahndammes wurden später als Erschließungsstraße für den Braunkohlentagebau Golpa-Nord und später für die Anbindung von Ferropolis genutzt. Die Grubenbahn und jetzigen Anschlussgleise für Ferropolis wurden parallel zu dieser ehemaligen Bahnlinie errichtet.

Nach dem Ende des Braunkohlebergbaus in diesem Gebiet entstand 1991 durch die Stiftung Bauhaus Dessau die Idee eines Freilichtmuseums, für das man fünf Großgeräte zusammenführte. Am 14. Dezember 1995 wurde „Ferropolis – Die Stadt aus Eisen“ gegründet, durch den damaligen Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt Klaus Schucht.

2004 fanden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an den Großgeräten statt.

Die Anbindung nach Ferropolis wurde 2005 erneuert. Im Dezember 2005 wurde Ferropolis offiziell in die Europäische Route der Industriekultur aufgenommen. Seit dem 22. April 2006 betreibt das Standesamt Gräfenhainichen in der stillgelegten Schaltwarte des Tagebaus Golpa-Nord eine Nebenstelle für Hochzeiten. Ferropolis kann auch mit Museumszügen der ehemaligen Zschornewitzer Kleinbahn erreicht werden. Im ehemaligen Kohlekraftwerk Zschornewitz wurde ein Industriemuseum als Zeugnis der Kohleverstromung eingerichtet.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein ausgedienter Schaufelradbagger („Big Wheel“) in Ferropolis.
Absetzer „Gemini“

Im Freilichtmuseum finden sich neben einem Eimerkettenschwenkbagger (Spitzname „Mad Max“) und einem Schaufelradbagger („Big Wheel“) auch zwei Absetzer („Gemini“ und „Medusa“) und ein Raupensäulenschwenkbagger („Mosquito“).

In der ehemaligen Stromversorgungs-Station ist zusätzlich neben der Schaltwarte, den Knochen eines ausgegrabenen Waldelefanten und den Spuren des Braunkohlebergbaus auch eine Ausstellung zur Vermessungstechnik (Markscheiderei) zu sehen.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ungewöhnliche Kulisse wurde und wird von vielen Künstlern geschätzt. Beispielsweise traten hier Die Ärzte, Die Toten Hosen, Linkin Park, Metallica, Böhse Onkelz, Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, Paul Kalkbrenner, Nena, Deep Purple, Alice Cooper und die Puhdys auf. Auch für Festivals und für klassische Musikaufführungen wird die „Stadt aus Eisen“ genutzt. Veranstaltungen, die regelmäßig stattfinden, sind unter anderen die Festivals Melt, splash! und die Pyrogames.

Überregional bekannt wurde Ferropolis im Jahr 2000 durch ein Galakonzert zur Eröffnung des Kulturprojekts, welches der griechische Komponist Mikis Theodorakis dirigierte.[1]

Am 6. Juli 2013 fand das Konzert Gemeinsam gegen die Flut – Wir sagen Danke des Radiosenders MDR Jump statt, bei dem unter anderen Stanfour, Die Atzen und die Band Staubkind auftraten. Seit 2017 findet das Metal-Festival With Full Force in Ferropolis statt.

In Ferropolis kann auch geheiratet werden. Das Standesamt Gräfenhainichen unterhält in der ehemaligen Leitwarte eine Dependence.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ferropolis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ferropolis - Feuerwerk in der Baggerstadt

Koordinaten: 51° 45′ 42″ N, 12° 26′ 56″ O