Ferry-Dusika-Hallenstadion

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Ferry-Dusika-Hallenstadion

Das Ferry-Dusika-Hallenstadion ist eine multifunktionale Sporthalle im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt. Mit bis zu 5.500 Plätzen ist sie eine der größten Leichtathletik- und Radhallen Österreichs. Benannt ist die Halle nach dem ehemaligen Radrennfahrer Ferry Dusika.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anstelle des heutigen Stadions stand ehemals die alte Freiluft-Radrennbahn, die am 11. Juli 1931 gemeinsam mit Praterstadion und Stadionbad eröffnet wurde.[2]

Das von Herbert Schürmann (1925–1994) mit Überdachung geplante Bauwerk (Radbahnprojekt Nr. 77)[3] wurde – anstelle der Freiluftbahn – in den Jahren 1968[4] bis 1976 am Rand des Praters zwischen dem rechten Donauufer und dem Ernst-Happel-Stadion (bis 1992: Praterstadion) errichtet und am 20. April 1977 vom Bürgermeister der Stadt Wien, Leopold Gratz (1929–2006), im Rahmen eines (mehr als 9000 Zuschauer verzeichnenden) internationalen Radmeetings eröffnet,[5] für das Dusika Größen des Radsports verpflichten konnte.[6] Bereits im März 1977 hatten sechs Spiele der ersten Handball-B-Weltmeisterschaft (25. Februar bis 6. März 1977) im Stadion stattgefunden, darunter das Finalspiel.[7] Diese Veranstaltung wurde, obwohl bisweilen behauptet, nicht für die feierliche Eröffnung des Bauwerks benutzt.

Eine Generalsanierung der Indoor-Radbahn erfolgte in den Jahren 1997 bis 1999 wiederum von Schuermann Architects – als Radbahnprojekt Nr. 113 (Umbau) in ihrer Referenzliste. Nach der Länge der Bahn von 250 m, nach wie vor in Holz, eignet sie sich bestens für Training und alle Arten von Wettbewerben bis zu Weltmeisterschaften.

Es handelt sich um die nunmehr einzige Bahnradsportanlage Österreichs und zudem um eine der wichtigsten Hallen für Leichtathletik- und Ballspielwettbewerbe des Landes. 2005 wurden auf der Radrennbahn die UCI-Bahn-Weltmeisterschaften der Junioren ausgetragen.[8] Jährlich wird der GP Vienna Preis ausgetragen.

Während der Fußball-Europameisterschaft 2008 diente das Stadion als Akkreditierungszentrum und Lagerhalle.

Als Konsequenz eines Berichtes über Dusikas NS-Vergangenheit wird eine Umbenennung des Stadions geprüft.[9] Es wird überlegt, die Halle nach einer Frau und Pionierin des Radsports zu benennen, wie etwa Mizzi Wokrina, Cenci Flendrofsky oder Elise Steininger.[10]

Großveranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zudem diente die Halle bereits sechsmal der Austragung von Tennis-Länderkämpfen im Rahmen des Davis Cups.

Andere historische Radbahnen in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1952 als ungedeckte Beton-Radbahn errichtete Bodenseestadion in Bregenz hatte eine große Länge von 450 m und ist Nr. 41 in der Referenzliste von Schürmann. [11] Spätestens mit dem Einbau der Leichtathletikanlage, also 8 Laufbahnen mit 10 m Gesamtbreite und in Verlängerung der Westgerade tangentialen Ein- und Ausläufen beim Umbau 1993/1994 wurde die kurvenüberhöhte Radbahn zugunsten einer ebenen Laufbahn eliminiert. Nach aussen ansteigende Sitzstufen um die Kontur der Kurven erinnern an die Geometrie und das Material der Radbahn.

1958 wurde für Roland Rainer geplante Wiener Stadthalle eine "demontable Radrennbahn" geschaffen. Auch diese Indoor-Bahn aus Holz mit der unrunden Streckenlänge von 212 m wurde von den Architekten Schürmann (Nr. 48 in der Referenzliste) entworfen. Sie ist laut Rainer in Teilen mit Hubstaplern und Elektrokarren in Depots verfahrbar. Unsicher erscheint ob sie heute noch existiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ferry-Dusika-Hallenstadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Willkommen in Österreichs einziger Bahnradsport- und Indoor-Leichtathletik-Anlage. wienersportstaetten.at, abgerufen am 6. März 2017.
  2. Die Sportarena der Sechzigtausend. Zur Eröffnung des Wiener Stadions. In: Wiener Bilder, Nr. 28/1931 (XXXVI. Jahrgang), 12. Juli 1931, S. 2 f. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrb.
  3. http://www.velodromes.com/list50.htm Schuermann Architects : Cycle Tracks : List of References no. 1- 50 ... – Referenzliste von 121 von 1926 bis 2007 von den Architekten Schürmann erbauten Radrennbahnen (3 Seiten, englisch), abgerufen 10. Dezember 2015.
  4. Radstadion: Baubeginn im Frühjahr. Zuschauertribünen und Rennbahn werden überdacht sein – Kosten: 30 Millionen. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 12. Jänner 1968, S. 6.
  5. Massenaufmarsch bei Radmeeting im Prater. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 21. April 1977, S. 24, Spalte 3 Mitte.
  6. Eintrittskarten werden knapp. Ferry Dusika bringt Radsportprominenz nach Wien: Moser, Gimondi, Sercu. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 2. März 1977, S. 12.
  7. Der Hallenhandball. In: oehb.sportlive.at, abgerufen am 6. November 2013.
  8. Junioren-Bahn-WM 2005. salzburg-2006.com, abgerufen am 6. November 2013.
  9. Dusika-Stadion: Umbenennung geprüft auf wien.orf.at 11. Oktober 2012
  10. Fritz Neumann: So war Ferry Dusika, so ist Österreich. derStandard.at, 25. März 2014, abgerufen am 26. März 2014.
  11. http://www.bregenz.gv.at/sport-freizeit/sport/staedtische-sportanlagen/beitrag/casino-stadion.html Bodenseestadion, Website der Stadt Bregenz > Sport, Freizeit > Casino Stadion. Historisches Luftbild mit Beton-Radbahn samt schmalem Sicherheitsraum innen, um Fußballfeld, (c) 2005, abgerufen 10. Dezember 2015.

Koordinaten: 48° 12′ 39″ N, 16° 25′ 25″ O