Ferry Ahrlé

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Ferry Ahrlé (* 17. Juni 1924 in Frankfurt am Main; † 4. April 2018 ebenda[1]) war ein deutscher Maler, Autor und Entertainer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferry Ahrlé, der Sohn von René Ahrlé, wuchs in Berlin auf.[2] Er studierte an der Akademie der bildenden Künste unter anderem bei Max Kaus und nahm neben seinem Studium Schauspielunterricht bei dem späteren Burgschauspieler Albin Skoda. Das von Ahrlé gemalte Porträt Skodas als Torquato Tasso hängt im Burgtheater in Wien. Zwei Spielzeiten zeichnete er die Programmtitel der Berliner Philharmoniker,[3] darunter die Porträts von Sergiu Celibidache, Wilhelm Furtwängler, Yehudi Menuhin und Otto Klemperer. Er entwarf Dekorationen für den Film „Berliner Ballade“ und für das literarische Kabarett „Die Stachelschweine“.

Mitte der 1950er-Jahre ging Ahrlé nach Frankfurt am Main. Hier entstanden seine Filmplakate u. a. zu Filmen von Federico Fellini, Ingmar Bergman, Luis Buñuel, François Truffaut und Roman Polański.[4] Diese wurden anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Films zusammen mit Schauspielerporträts im Deutschen Filmmuseum gezeigt.[5]

In den 1960er-Jahren arbeitete Ahrlé in Paris. Zurück in Deutschland zeigte er ab den 1970er Jahren seine Bilderzyklen „Signal und Schiene“, „Von Ikarus bis Überschall“, „Das Geld in Oper und Schauspiel“, „Mozartissimo“, „Alles Theater“ und „Gemalte Musik“.

Von 1979 bis 1990 war er im Fernsehen präsent. Für seine verschiedenen Serien schrieb er auch die Drehbücher. In seiner Serie „Die Kleinen der Großen“ erfand er dienstbare Geister historischer Persönlichkeiten. In der „Galerie der Straße“ trat er in den Rollen großer Plakatkünstler auf.

In der Serie „Sehr ähnlich, wer soll’s denn sein?“ unterhielt er sich mit seinen Gesprächspartnern und porträtierte sie gleichzeitig. Persönlichkeiten wie Maria Schell, Marianne Hoppe, Erika Pluhar, Karl John, Paul Dahlke, Martin Held, Johannes Heesters, Yehudi Menuhin, Erich von Däniken und viele andere saßen ihm Modell. Für diese besondere und unterhaltende Art des Porträtierens im doppelten Sinn erhielt er in New York den „Golden Award“ auf dem „Internationalen Film- und Fernsehfestival“.

Neben seiner Malerei schrieb Ahrlé Bücher. Seine Bilder hängen in privaten und öffentlichen Sammlungen. Er lebte und arbeitete in Frankfurt am Main und in Berlin.

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Buchveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sehen und sehen lassen, Autobiographie – Kramer Verlag, Frankfurt am Main (1981)
  • Galerie der Straße – Große Meister der Plakatkunst
  • Flötentöne ohne Noten – Kramer Verlag, Frankfurt am Main (1989)
  • Balkone – Vier Wände und ein bisschen mehr – Umschau-Verlag, Frankfurt am Main (1987)
  • Mögliche Begegnungen – Mosaik eines Erfinderlebens (Henri Nestlé) – Umschau Verlag, Frankfurt am Main (1997)
  • Mir werden Flügel wachsen, der Mensch wird fliegen – Umschau Braus Verlag, Heidelberg (1999)
  • Türme der Macht und des Geistes – Umschau Braus Verlag, Heidelberg (1999)
  • Straßen, Lebenslinien europäischer Metropolen – Universitätsdruckerei H. Schmidt 2002
  • Von Gönnern und Könnern, Finanzgenies und ihre Baukünstler – Bankakademie Verlag, Frankfurt am Main (2003)
  • Jahre wie Tage – Das spannende Leben des Ferry Ahrlé (Bucher-Verlag, 2016)

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ferry Ahrlé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Maler, Zeichner, Autor Ferry Ahrlé ist im Alter von 93 Jahren am 4. April 2018 in Frankfurt am Main gestorben. Pressemeldung von Roessler ProResult, 5. April 2018, abgerufen am 7. April 2018.
  2. Ferry Ahrlé, in: Internationales Biographisches Archiv 42/1996 vom 7. Oktober 1996, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 3. Mai 2013 (Artikelanfang frei abrufbar)
  3. Wieland Aschinger: Der die Musik malt: Ferry Ahrlé – „Ein Tag ohne Malen oder Musik ist kein gelebter Tag“. In: Musik Heute, 5. März 2012, abgerufen am 3. Mai 2013.
  4. Claus-Jürgen Göpfert: Das alternde Wunderkind. Frankfurter Rundschau, 28. Februar 2013, abgerufen am 3. Mai 2013.
  5. FilmKunstGrafik – Eine Ausstellung zur neuen deutschen Filmgrafik der 60er Jahre. Ausstellung im Filmmuseum Düsseldorf (2007) und im Deutschen Filmmuseum Frankfurt/Main (2007–2008), abgerufen am 3. Mai 2013.
    FilmKunstGrafik – Ausstellung / Buch / Filmklassiker zur neuen deutschen Filmgrafik der 1960er Jahre. Ausstellungsvideotrailer zur Ausstellung im Deutschen Filmmuseum Frankfurt/Main, abgerufen am 3. Mai 2013.