Festival des amerikanischen Films

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Das Festival des amerikanischen Films (Festival du cinéma américain de Deauville) ist ein Filmfestival in der französischen Küstenstadt Deauville (Normandie). Es ist dem US-amerikanischen Independentkino gewidmet und findet seit 1975 jährlich statt. Seinen nicht-kompetitiven Charakter hat das Festival erst 1995 mit der Einführung einer Preisverleihung durch eine Jury abgelegt.

Geschichte und Gegenwart[Bearbeiten]

Das Festival des amerikanischen Films wurde 1975 im normannischen Deauville von Lionel Chouchan und André Halimi ins Leben gerufen. Finanziert wurde es zunächst mit Hilfe der lokalen Casino- und Hotelkette Groupe Lucien Barrière, ebenfalls Unterstützung erhielt es von der Stadt selbst unter dem damaligen Bürgermeister Michel d’Ornano. Die Einrichtung des Festivals geschah im Rahmen und infolge der Öffnung der Stadt gegenüber dem internationalen Tourismus.

Veranstaltungsort ist das Centre international de Deauville, die Veranstaltung dauert jeweils vom ersten Donnerstag im September eines Jahres bis zum Sonntag der folgenden Woche. Von Anfang an war das Festival dem Kino jenseits des Atlantiks gewidmet, zunächst ohne Wettbewerb. Seit 1995 werden Preise für den besten Langfilm und seit 1998 auch Preise für den besten Kurzfilm vergeben.

Seit 1977 finden im Rahmen des Festivals mit der Bezeichnung Les Hommages Ehrungen von verdienten Persönlichkeiten des US-amerikanischen Kinos statt.[1] Nicht zuletzt aus diesem Grund sind US-amerikanische Stars häufiger zu Gast. Mehrere Hommagen wurden posthum verliehen, u. a. 1987 an Rita Hayworth. Verschiedentlich gab es auch thematische Hommagen, so z. B. zum 25-jährigen Jubiläum des Sundance Film Festivals 2006.

Auszeichnungen und Jurys[Bearbeiten]

Großer Preis der Jury[Bearbeiten]

Preisträger Benh Zeitlin beim Besuch des Festivals (2012)

Der Originaltitel des Preises lautet Grand Prix du Jury. Zwischen 1995 und 1997 hieß er zunächst Grand Prix spécial Deauville, 1998 und 1999 dann Grand Prix du cinéma indépendant américain.

Preis der Jury[Bearbeiten]

Der Originaltitel des Preises lautet Prix du jury. Zwischen 1995 und 1997 hieß der Preis Prix du jury spécial Deauville, 1998 und 1999 dann Prix spécial du jury du cinéma indépendant américain.

Zusammensetzung der Jurys[Bearbeiten]

Coups de cœur LTC[Bearbeiten]

Zwischen 1987 und 1994 existierte als Vorläufer der Preisverleihungen eine Art inoffizieller Wettbewerb; auf jedem Festivaltreffen wurden ein oder zwei Independent-Filme besonders hervorgehoben:

  • 1987: Hollywood Shuffle, Regie: Robert Townsend
  • 1988: Patti Rocks – Sex macht Spaß (Patti Rocks), Regie: David Burton Morris
  • 1989: Signs of Life, Regie: John David Coles
  • 1990: Metropolitan, Regie: Whit Stillman, sowie Pump Up the Volume, Regie: Allan Moyle
  • 1991: My Private Idaho (My Own Private Idaho), Regie: Gus Van Sant, sowie Trust – Blindes Vertrauen (Trust), Regie: Hal Hartley
  • 1992: Gas, Food, Lodging, Regie: Allison Anders
  • 1993: Das Hochzeitsbankett (The Wedding Banquet), Regie: Ang Lee
  • 1994: Federal Hill, Regie: Michael Corrente

Literatur[Bearbeiten]

  • Roland Godefroy: Deauville: 25 ans de cinéma américain: Des stars dans la ville. éditions CID, Deauville, 2000 (französisch).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das zweitschönste Geschenk Frankreichs an Amerika in FAZ vom 18. September 2014, S. 12