Feuerbock

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Dieser Artikel beschreibt das rostartige Gestell in einer Feuerstelle, für die archäologischen Fundstücke siehe Feuerbock (Archäologie).
Moderner rostartiger Feuerbock in einem offenen Kamin

Ein Feuerbock, auch Feuerroß, Feuerhund oder Brandbock genannt, ist ein meist zweiteiliges Gestell in einer Feuerstelle, auf das das Feuerholz gelegt wird. Durch die erhöhte Lage wird die Luftzufuhr zum Feuer verbessert und dadurch einer bessere und heißere Verbrennung gewährleistet.

Archäologische Fundstücke unterschiedlicher Zeitstellung aus Keramik oder Eisen, die den eigentlichen Feuerböcken ähneln, deren Funktion jedoch nicht geklärt ist, werden ebenfalls „Feuerbock“ genannt.

Geschichte und Gebrauch[Bearbeiten]

In der jüngeren Eisenzeit kommen Feuerböcke aus Eisen zum Vorschein; so wurden zum Beispiel aus den Günzschottern bei Oberried ein Paar von Feuerböcken ausgebaggert, die zu den typischen Exemplaren der Latènezeit (500–15 v. Chr.) zählen (heute im Archäologischen Museum Neu-Ulm).

Feuerböcke waren das ganze Mittelalter über und in der Neuzeit in Gebrauch, meistens als Gestell aus zwei durch eine Kette oder eine Querstange verbundenen Füßen oder Böcken, das vor dem Kamin zum Auflegen des Holzes diente. Es gibt italienische (besonders venezianische), französische und deutsche Feuerböcke aus der Renaissancezeit und anderen Kunstepochen, die mit Ornamenten und Figuren verziert sind.

Zierfachwerk[Bearbeiten]

Als „Feuerböcke“ werden auch Teile des Zierfachwerks bezeichnet, deren Form an einen Feuerbock erinnert.

Weiteres[Bearbeiten]

Einen Feuerbock führt die Marktgemeinde Tieschen in der Steiermark in ihrem Wappen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kamin-Feuerböcke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Feuerbock Fachwerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien