Feuerwehr Braunschweig

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Feuerwehr Braunschweig
Wappen von Braunschweig Amt der Stadt Braunschweig
Hauptfeuerwache
Hauptfeuerwache
Berufsfeuerwehr
Gründungsjahr: 1875
Standorte: 2
Mitarbeiter: 452 (2020)
Freiwillige Feuerwehr
Gründungsjahr: 1862
Abteilungen: 30
Aktive Mitglieder: 1230 (2020)
Jugendfeuerwehr
Gruppen: 30
Kinderfeuerwehr
Gruppen: 21
www.feuerwehr-braunschweig.de

Die Berufsfeuerwehr Braunschweig ging im Jahr 1875 aus der ein Jahr zuvor gegründeten Freiwilligen Feuerwehren hervor[1] und vereint heute die Bereiche Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz unter ihrem Dach.

Organisatorisch wird sie als Fachbereich 37 der Stadt Braunschweig geführt, welcher sich in die fünf Abteilungen 37.1 Einsatz, 37.2 Planende Gefahrenabwehr, 37.3 Ausbildung und Technik, 37.4 Integrierte Regionalleitstelle BS/PE/WF sowie 37.0 Verwaltung und Trägeraufgaben Rettungsdienst aufgliedert. Neben dem Fachbereichsleiter gibt es vier Stabsstellen: 37.SSB als Sondersachbearbeiter, 37.ÄLRD als Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, 37.PSD als Feuerwehrseelsorger und 37.ÖPR, den örtlichen Personalrat. Sie wird seit dem 1. September 2017 geleitet vom Leitenden Branddirektor Torge Malchau.[2]

Der Bereich Feuerwehr unterteilt sich wiederum in die Berufsfeuerwehr sowie die Freiwillige Feuerwehr, wobei letztere zu einer der personell und fahrzeugtechnisch stärksten Freiwilligen Feuerwehren in Städten mit Berufsfeuerwehr zählt. Insgesamt unterhält die Feuerwehr Braunschweig zwei Berufsfeuerwehrwachen (Hauptwache, Feuerwache Süd) sowie 30 Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet. Neben der Berufsfeuerwehr sind auf dem Gebiet des Rettungsdienstes die vier Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) aktiv. Im Bereich des Katastrophenschutzes ist auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt ebenfalls das sogenannte Katastrophenschutzzentrum beheimatet. Im Bereich der Krisenintervention gehört zur Feuerwehr Braunschweig die funktionsfähige Notfallseelsorge.

Im Jahr 2017 wurde ein Gutachten zur Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans[3] veröffentlicht und von der Politik beschlossen.[4] Zusammen mit einem Bericht zur Organisationsuntersuchung der BF ergeben sich mehrere Maßnahmen, die zur Steigerung des Schutzzielerreichungsgrades auf Beschluss des Rates der Stadt Braunschweig vom 7. November 2017 umgesetzt werden sollen:[5]

  1. Ausweitung und Dynamisierung der Verkehrsbeeinflussung („Feuerwehrampelschaltung“)
  2. Die Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge (HLF) der Berufsfeuerwehr zukünftig mit 6 statt 5 Einsatzkräften besetzen
  3. Schaffung von 19 zusätzlichen Planstellen zum Stellenplan 2018
  4. Schaffung der planungsrechtlichen und liegenschaftlichen Voraussetzungen für den Bau von zwei Feuerwachen im Südwesten und im Norden der Stadt
  5. Bau eines Feuerwehrhauses für die Ortsfeuerwehr Timmerlah
  6. Überarbeitung der Alarm- und Ausrückeordnung für die Freiwillige Feuerwehr
  7. Erhöhung der Finanzmittel im Investitionsprogramm

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Feuerwache in der Münzstraße (rechts), 1954 abgerissen
Friedrich Wilhelm Reuter, „Vater der Braunschweigischen Feuerwehren“.

Die Ursprünge der Braunschweiger Feuerwehr gehen auf den Braunschweiger Rettungsverein zurück, der im Jahr 1820 plante, bei Notstandslagen wie z. B. Bränden, freiwillige Hilfe zu leisten. Im Jahr 1832 folgte die Gründung eines „Löschvereins“, 1849 gefolgt von der „Turner-Rettungsmannschaft“ und 1862 von der „Freiwilligen Turner-Feuerwehr“. Der Rat der Stadt Braunschweig beschloss am 1. August 1875 die erstmalige Einstellung hauptberuflicher Feuerwehrmänner.[6] Die erste Feuerwache, in der diese Männer ihre Unterkunft fanden, war im Stadtzentrum am Ruhfäutchenplatz. Am 10. Dezember 1882 wurde der von Stadtbaurat Winter entworfene neugotische Neubau nur wenige Hundert Meter entfernt in der Münzstraße (dort, wo sich heute C&A befindet) in Betrieb genommen. Im Jahr 1896 wurde der Berufsfeuerwehr Braunschweig auch das Krankentransportwesen übertragen. Unter skeptischer Begleitung von damaligen Fachleuten des Feuerlöschwesens stellte die Feuerwehr Braunschweig im Jahr 1908 den ersten automobilen Löschzug der Welt mit Verbrennungskraftwagen (allesamt auf Büssing-Fahrzeugen) in Dienst. In dieser Tradition tragen auch heute noch zumindest alle MAN-Fahrzeuge der Feuerwehr Braunschweig einen zusätzlichen Büssing-Schriftzug auf der Front. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 19. November 1954 der noch heute genutzte Gebäudekomplex in der Feuerwehrstraße im nördlichen Ringgebiet als Hauptfeuerwache bezogen.[7] Bundesweit einmalig war ein im Jahre 1977 geschlossener Vertrag zwischen der Berufsfeuerwehr und den damals bereits am Rettungsdienst beteiligten Hilfsorganisationen ASB und DRK, der die gemeinsame Wahrnehmung des Rettungsdienstes unter der Koordination einer integrierten Leitstelle regelte und seinerzeit Modellcharakter für die Bundesrepublik hatte.

Friedrich Wilhelm Reuter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Tabakfabrikant Friedrich Wilhelm Reuter (1821–1890) gilt als „Vater der Braunschweigischen Feuerwehren“.[8] Seit 1840 war er Mitglied des Rettungsvereins und ab 1855 dessen Oberanführer. 1862 gründete er die „Turner-Feuerwehr Braunschweig“. Ab 1865 war Reuter Kommandeur der Gesamt-Feuerwehr der Stadt. 1870 wurde er der erste Vorsitzende des gerade gegründeten „Braunschweigischen Landesfeuerwehr-Verbandes“. 1874 war Reuter als Initiator des „Gesetzes, das Feuerhülfswesen betreffend“ aktiv; es galt bis 1938. Darüber hinaus war er Vorsitzender des Deutschen Feuerwehrausschusses und 1875 für die Gründung der Berufsfeuerwehr Braunschweig verantwortlich, die zunächst aus 12 Feuerwehrmännern bestand.

Berufsfeuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berufsfeuerwehr betreibt zwei Feuer- und Rettungswachen und zwei weitere Rettungswachen im Stadtgebiet Braunschweig. In der Naumburgstraße befindet sich das Ausbildungszentrum.

Hauptfeuerwache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptfeuerwache an der Feuerwehrstraße 1 besteht seit 1954, nachdem der ehemalige Standort Münzstraße in der Stadtmitte aus taktischen Gründen aufgegeben werden musste. Mit Übernahme des sehr lukrativen Geländes durch C&A konnte eine deutliche Beteiligung des Bekleidungshauses an der Finanzierung der damals modernsten Feuer- und Rettungswache Europas erreicht werden. In den Wachbereich integriert wurden drei Gebäude des ehemals auf freiem Felde vor der Stadt errichteten Abwasserpumpwerkes. Die Hallen des großen Pumpengebäudes dienen heute als Abstellhalle für sekundäres Einsatzgerät, für den großen Lehrsaal wurde in die große Halle eine Zwischendecke eingezogen.

Neben Einheiten des Brandschutzes, der Technischen Hilfeleistung und des Rettungsdienstes sind auf dem Gelände die Verwaltung, die Integrierte Regional-Leitstelle (IRLS) Braunschweig-Peine-Wolfenbüttel, die Kleiderkammer, Schulungsräume, Werkstätten und drei als Dienstwohnungen genutzte Reihenhäuser untergebracht.

Auf der Hauptfeuerwache sind ein Lösch- und ein Rüstzug sowie die meisten Sonderfahrzeuge der Berufsfeuerwehr stationiert.

Aktuell wird gegenüber der Hauptfeuerwache ein neues Führungs- und Lagezentrum inkl. der Integrierten Regionalleitstelle BS/PE/WF gebaut. Die Fertigstellung ist für 2021 geplant.

Feuerwache Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Feuerwache Süd besteht seit 2001 und ist auf einem ehemaligen Kasernengelände im Stadtteil Heidberg untergebracht.

Auf der Feuerwache Süd sind ein Löschzug und weitere Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr und der ABC-Zug untergebracht. Zudem befinden sich hier die Atemschutz- und die Schlauchwerkstatt im Feuerwehr-Service-Zentrum.

Ausbildungszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2017 wurde das Ausbildungszentrum der Feuerwehr Braunschweig in Betrieb genommen. Es befindet sich in einem ehemaligen Kasernengebäude in der Naumburgstraße. Im Ausbildungszentrum findet die feuerwehrtechnische Laufbahnausbildung für die Brandmeisteranwärterinnen und -anwärter statt.

Daneben ist das Ausbildungszentrum Außenstelle der Notfallsanitäterschule der Berufsfeuerwehr Göttingen. In Kooperation mit der BF Göttingen wird die rettungsdienstliche Ausbildung (38-Wochen-Kurs) im Rahmen der Laufbahnausbildung durchgeführt. An dieser Rettungsdienstausbildung nehmen regelmäßig auch Anwärter der umliegenden Berufsfeuerwehren Wolfsburg, Salzgitter und Hildesheim teil. Diese Ausbildung ermöglicht nach der Laufbahnprüfung den Einstieg in das 2. Lehrjahr der Notfallsanitäterausbildung.

Das Ausbildungszentrum umfasst zwei Lehrsäle, einen Seminarraum, die Büroarbeitsplätze der Ausbilder sowie Sozialräume und Umkleidebereiche.

Abends und an den Wochenenden wird das Ausbildungszentrum für Ausbildung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte genutzt.

Bis zur Fertigstellung des Führungs- und Lagezentrums (FLZ) in der Feuerwehrstraße gegenüber der Hauptfeuerwache sind auch die Arbeitsplätze des Vorbeugenden Brandschutzes in der Liegenschaft Naumburgstraße untergebracht.

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr besteht aus 30 Ortsfeuerwehren, die organisatorisch in drei Einsatzabschnitte gegliedert sind. Alle 30 Ortsfeuerwehren haben Jugendabteilungen, 21 Ortsfeuerwehren haben Kinderfeuerwehren. Zudem gibt es zwei Musikzüge.

Die Freiwillige Feuerwehr stellt 10 Fachzüge mit unterschiedlichen Einsatzschwerpunkten. Zudem wird der ABC-Zug durch die Freiwillige Feuerwehr besetzt.

Die Freiwillige Feuerwehr wird vom Stadtbrandmeister Ingo Schönbach geleitet.

Funkrufkennung Ortsfeuerwehr Fahrzeuge
11 Lehndorf TSF-W, MTF
12 Ölper MTF, TSF-W
13 Veltenhof MTF, HLF 20
14 Rühme MTF, TSF-W, GW-L2
15 Watenbüttel MTF, HLF 10
16 Völkenrode TSF-W, GW-V
17 Lamme ZugTrKW, LF 8, TLF 16/24-Tr
21 Harxbüttel MTF, TSF-W
22 Thune MTF, LF 10/6
23 Wenden MTF, HLF 20
24 Bienrode MTF, HLF 10, TLF 16/24-Tr
25 Waggum MTF, LF 10/6, GW-L1
26 Bevenrode TSF-W
31 Hondelage MTF, HLF 20, LF 20 KatS
32 Dibbesdorf MTF, TSF-W, GW-L1
33 Volkmarode ZugTrKW, TLF 16/24-Tr
34 Schapen MTF, TSF-W
35 Riddagshausen MTF, TSF-W
36 Querum MTF, LF 10
41 Rautheim ZugTrKW, LF 10
42 Mascherode ZugTrKW, TLF 16/24-Tr, ELW 1
43 Stöckheim MTF, TSF-W, MTF
44 Leiferde MTF, TSF-W, TLF 24/50-P
45 Melverode ELW 1, HLF 20, MTF
51 Rüningen ZugTrKW, HLF 20
52 Geitelde TSF-W, MTF
53 Stiddien TSF-W
54 Broitzem ZugTrKW, TLF 16/24-Tr
55 Timmerlah MTF, LF 8/6
56 Innenstadt ZugTrKW, MTF, HLF 10, LF 20 KatS, WLF-Kran, WLF, AB-HFS, AB-Schlauch, AB-Dekon-V, AB-Personal, AB-Mulde

Einsatzstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2020 wurden folgende Einsätze abgearbeitet[9]:

Feuerwehr Braunschweig
Einsatzart BF FF
Brandeinsätze 494 246
Techn. Hilfeleistungen 2.381 263
Sonstige 531 114

Zu Sonstiges zählen auch blinde Alarme und böswillige Alarmierungen.

Rettungsdienst Braunschweig
Einsatzart Gesamt davon Berufsfeuerwehr
Notfallrettungen 30.580 14.769
Krankentransporte 28.122 1.996

Bei den Notfallrettungen war bei 4.493 Einsätzen ein Notarzt mitalarmiert.

IRLS BS-PE-WF
Einsatzart Anzahl
Brandeinsätze 2.344
Techn. Hilfeleistungen 3.880
Notfallrettungen 54.425
Krankentransporte 43.191

Werkfeuerwehren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Braunschweig gibt es drei Werkfeuerwehren: die nebenberufliche der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), die haupt- und nebenberufliche des Volkswagenwerks Braunschweig und die Werkfeuerwehr des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg.

Rettungsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Braunschweig ist gemäß dem NRettDG Träger des Rettungsdienstes der Stadt Braunschweig. Bereits seit 1896 ist die Berufsfeuerwehr Braunschweig mit der Durchführung und Organisation des Rettungsdienstes beauftragt. Neben der Berufsfeuerwehr sind heute die vier Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst mit der Durchführung des Rettungsdienstes beauftragt. Rund um die Uhr werden in Braunschweig zwei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) und acht Rettungswagen vorgehalten. Die NEF werden durch besonders qualifizierte Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr besetzt (NEF-RA), die Notärzte kommen in weiten Teilen aus der Anästhesieabteilung und der Unfallchirurgischen Klinik des Städtischen Klinikums Braunschweig. Ein NEF ist am Klinikstandort Holwedestraße stationiert, das zweite am Standort Salzdahlumer Straße. An den insgesamt acht Rettungswachen in Braunschweig stehen darüber hinaus bedarfsorientiert in unterschiedlichen Schichten bis zu sieben weitere Rettungswagen und 13 Krankentransportwagen zur Verfügung. Bereitschaftsdienste existieren für den Leitenden Notarzt (LNA) und den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst (OrgL).

Seit vielen Jahren gibt es im Braunschweiger Rettungsdienst einen Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, der u. a. für die Erstellung und Freigabe der in Braunschweig eingeführten Behandlungsalgorithmen und die regelmäßige Notkompetenz-Zertifizierung des gesamten Rettungsfachpersonals verantwortlich ist. Die Behandlungsalgorithmen sind für das nichtärztliche Rettungsdienstpersonal verbindlich und regeln auch die Maßnahmen der Notkompetenz. Alle Mitarbeiter des Braunschweiger Rettungsdienstes sind zum jährlichen Besuch von Fortbildungen zu den Themen Behandlungsalgorithmen, Notkompetenz und Reanimation verpflichtet. Bereits seit 1993 besteht in Braunschweig ein Konzept zur Bewältigung von Massenanfällen von Verletzten (MANV), in das alle am Rettungsdienst beteiligten Organisationen mit ihren ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern eingebunden sind. Noch heute bestehen mit umliegenden Gebietskörperschaften Verträge zur Sicherstellung einer Örtlichen Einsatzleitung Rettungsdienst für deren Zuständigkeitsbereiche. Im Rahmen einer seit Ende 2011 laufenden Novellierung der DA-MANV werden diese Verträge um Ü-MANV-Einheiten zur schnellen gegenseitigen Unterstützung in Anlehnung an das NRW-Modell ergänzt. Mit Schnelleinsatzgruppen sind alle im regulären Rettungsdienst eingebundenen Hilfsorganisationen auch am erweiterten Rettungsdienst beteiligt. Außerhalb des Öffentlichen Rettungsdienstes erbringt ein Unternehmen privatwirtschaftliche Leistungen im qualifizierten Krankentransport.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Integrierte Regionalleitstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Feuerwehr Braunschweig wurden die Feuer- und Rettungsleitstellen der Landkreise Peine und Wolfenbüttel sowie der kreisfreien Stadt Braunschweig zu einer Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) zusammengeführt. Die IRLS übernimmt für die drei Gebietskörperschaften die Aufgaben der Feuerwehreinsatzleitstelle, der Rettungsleitstelle und des Meldekopfes für den Katastrophenschutz. Das Personal der IRLS besteht aus Beamten und angestellten Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr Braunschweig sowie der beteiligten Hilfsorganisationen. Bis zu neun Arbeitsplätze stehen in der IRLS zur Verfügung. Durch die Zusammenführung der einzelnen Leitstellen zu einer Regionalleitstelle wurden Kosten eingespart und einsatztaktische Vorteile insbesondere bei gebietskörperschafts-übergreifenden Einsätzen von Feuerwehr und Rettungsdienst erreicht.

Kooperation mit dem THW[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 ist in regelmäßigen Abständen ein Gerätekraftwagen des THW-Ortsverband Braunschweig abwechselnd auf einer der beiden Feuerwachen stationiert. Dieses Fahrzeug, das von ehrenamtlichen THW-Helfern besetzt wird, nimmt am regulären Einsatzdienst teil und rückt allein oder gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr zu Einsätzen aus. So kann es vorkommen, dass in Braunschweig ein „Löschzug mit Blau“ (wegen des blauen THW-Fahrzeugs) unterwegs ist.[10]

Flughafenfeuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 16. Oktober 2017 hat die Berufsfeuerwehr mit drei Funktionen und Unterstützung der Werkfeuerwehr den Brandschutz auf dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg sichergestellt. Diese Aufgabe wird heute von der Werkfeuerwehr wahrgenommen. Das freigewordene Personal hat die Berufsfeuerwehr dafür genutzt, die Besatzungsstärke der HLF zu erhöhen (Forderung aus dem Feuerwehrbedarfsplan).

Bekannte Feuerwehrmänner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Prescher, letzter Dienstgrad Oberbrandrat, 1972 pensioniert, hat zusammen mit zahlreichen anderen Feuerwehrmännern aus der Stadt und dem Landkreis Braunschweig und umliegender Städte in den frühen Morgenstunden des 15. Oktober 1944 durch seinen Einsatz und die Taktik einer aus der brennenden Innenstadt heraus führenden „Wassergasse“ maßgeblich dazu beigetragen, ca. 23.000 vom Feuer hauptsächlich in Bunkern eingeschlossene Menschen vor dem sicheren Hitze- oder Erstickungstod zu bewahren.[11] Er dokumentierte seine Eindrücke im Bombenkrieg in seinem Buch Der rote Hahn über Braunschweig. Luftschutzmaßnahmen und Luftkriegsereignisse in der Stadt Braunschweig 1927 bis 1945, das 1955 veröffentlicht und 1994 im Pfannkuch Verlag neu aufgelegt wurde.

Großeinsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das brennende Braunschweig zwischen 02:00 und 03:00 Uhr am frühen Morgen des 15. Oktober 1944.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Feuerwehr Braunschweig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1874 – Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehren. In: braunschweig.de, abgerufen am 14. September 2019.
  2. Wir über uns. In: braunschweig.de. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  3. Feuerwehrbedarfsplan. (braunschweig.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  4. Vorlage – 17-04046 – Feuerwehrbedarfsplan der Feuerwehr Braunschweig und Organisationsuntersuchung der Berufsfeuerwehr. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  5. Vorlage – 17-05566 – Umsetzung des Gutachtens zur Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  6. Luitgard Camerer, Manfred Garzmann, Wolf-Dieter Schuegraf (Hrsg.): Braunschweiger Stadtlexikon. Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-926701-14-5, S. 71.
  7. Jürgen Hodemacher: Braunschweigs Straßen – ihre Namen und ihre Geschichten. Band 3: Außerhalb des Stadtrings. Braunschweig 2001, S. 74.
  8. Luitgard Camerer, Manfred Garzmann, Wolf-Dieter Schuegraf (Hrsg.): Braunschweiger Stadtlexikon. Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-926701-14-5, S. 110.
  9. Jahresbericht 2020 der Feuerwehr Braunschweig (PDF), abgerufen am 18. Juni 2021.
  10. BF-Dienst: Eine Kooperation mit Geschichte! THW OV Braunschweig, abgerufen am 18. Juni 2021.
  11. Braunschweiger Zeitung (Hrsg.): Die Bomben-Nacht. Der Luftkrieg vor 60 Jahren. Braunschweig 2004, S. 56 f.
  12. Massenkarambolage mit 80 Verletzten. In: süddeutsche.de, 20. Juli 2009.

Koordinaten: 52° 16′ 33,8″ N, 10° 30′ 50,1″ O