Feuerwehr Hamm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Feuerwehr Hamm
Wappen von Hamm Amt der Stadt Hamm
Berufsfeuerwehr
Gründungsjahr: 1975
Standorte: 2
Mitarbeiter: 125
Freiwillige Feuerwehr
Gründungsjahr: 1877
Abteilungen: 29
Aktive Mitglieder: 979
Jugendfeuerwehr
Mitglieder: 257
www.feuerwehr-hamm.de

Die Feuerwehr Hamm besteht aus einer Berufsfeuerwehr und einer Freiwilligen Feuerwehr an 28 Standorten, die für die Brandbekämpfung und -verhütung, die Gefahrenabwehr, die vorbeugende Gefahrenabwehr, Technische Hilfeleistung und den Rettungsdienst in der 180.000-Einwohner-Stadt Hamm verantwortlich sind.

Luftbild der Hauptwache der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Hamm im Osthafen. Oben im Bild die Feuer- und Rettungswache 1, am unteren Bildrand ist das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Hamm-Mitte noch zu erkennen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Feuerwehr Hamm wurde am 25. März 1877 als Freiwillige Feuerwehr gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie durch hauptamtliche Einsatzkräfte ergänzt. Ab diesem Zeitpunkt übernahm die Feuerwehr Hamm auch den Krankentransport.

Nach einer Änderung des Feuerschutz und Hilfeleistungsgesetzes (FSHG) vom 25. Februar 1975 wurden alle Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen verpflichtet eine Berufsfeuerwehr aufzustellen. Die Stadt Hamm kam dieser Verpflichtung nach und gründete die Berufsfeuerwehr Hamm mit dem gleichen Datum.

Im Oktober 1971 gründete die Feuerwehr Hamm zusammen mit den Kreisfeuerwehrverbänden der Kreise Warendorf, Soest, Unna und Coesfeld die Feuerwehrausbildungsstätte Ahlen-Brockhausen (FAS).

Bereits seit 1973 gab es einen provisorischen Notarztdienst in der Stadt, der ab dem April 1975 vom Marienhospital durchgeführt wurde. Die Stadt unterzeichnete drei Jahre später einen Vertrag, der nun auch das Knappschaftskrankenhaus in das Notarztsystem einband. Daraus resultierte, dass sich die beiden Krankenhäuser bei der Stellung des Notarztes fortan wöchentlich abwechselten. In den Folgejahren schlossen sich auch die restlichen Krankenhäuser dem System. Seit 1989 verfügt die Stadt über Notarztstandorte, die jeweils das nördliche und südliche Stadtgebiet abdecken. Von 1992 bis 2010 wurde ein Baby-Notarztwagen betrieben. Danach wurden diese Transporte mit luftgefederten RTW übernommen.

In der Zeit von 1980 bis 1985 wurden alle Fahrzeuge der Feuerwehr Hamm mit dem Funkmeldesystem (FMS) ausgestattet. Das System wirkt sich positiv für die Leitstelle und die Fahrzeugbesatzung aus, weil man nun auf Standardmeldungen im Funkverkehr verzichten kann, was Zeit einspart. Per Tastendruck kann der Fahrzeugführer nun den Status bestätigen, zum Beispiel, dass der Auftrag erhalten wurde und nun ausgeführt wird.

Die Berufsfeuerwehr beschaffte 1981 ihr erstes Wechselladerfahrzeug (WLF), das über eine Pritsche und einen Kran verfügte. Die Gründe für die Einführung des Wechsellader-Systems waren die, dass für Fahrzeuge, die selten gebraucht wurden und durch Container ersetzt wurden, nun das Geld für die Unterhaltung von mehreren Fahrgestellen gespart wird. Bis heute wurde das System auf fünf Trägerfahrzeuge und 26 Abrollbehältern (AB) ausgebaut, wovon die Aufbauten Chemieschutz und Pulver ständig aufgesattelt sind.

Im Stadtteil Bockum-Hövel wurde 1984 die Technische Zentrale der Feuerwehr eingerichtet, deren Aufgabe es ist die gesamte Technik der Feuerwehr zu reparieren, zu warten und zu pflegen. Dringend notwendige Sicherheitsprüfungen werden ebenfalls an diesem Standort erledigt. In dem Gebäude, in dem sich auch das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Hövel befindet, werden auch die Atemschutzgeräteträger (AGT) aus- und weitergebildet, weshalb hier die Atemschutz-Übungsanlage untergebracht wurde.

Der Stadtrat beschloss am 5. Juli des Jahres 1988, dass die Feuerwehr aus der Innenstadt ausgegliedert wurde, was am 31. August 1992 mit dem Baubeginn der neuen Feuerwache an der Hafenstraße vollzogen wurde.

Den Fuhrpark der Berufsfeuerwehr ergänzen einige Fahrzeuge mit mehreren Einsatzmöglichkeiten, bedingt durch den schnellen Wechsel der Ausrüstung. Fünf sogenannte Systemfahrzeuge, die im August 1992 in Dienst gestellt wurden, können sowohl für Feuerwehr- als auch für Rettungsdienstzwecke genutzt werden. Bei den Fahrzeugen handelte es sich um Mercedes-Benz T-Modelle, (W124) die bis zum Jahre 2008 als Kommandowagen (KdoW) bzw. NEF eingesetzt wurden. Das System wurde weitergeführt mit der Beschaffung von mehreren baugleichen NEF bzw. ELW. Auch hier ist die Ausstattung, je nach Verwendungszweck, untereinander wechselbar.

Anfang Dezember 1994 konnte die Stadt vom Generalunternehmer die neue Feuer- und Rettungswache (FRW) offiziell entgegennehmen. Allerdings konnte der Umzug der Verwaltung, der Technik und dem Personal nur nach und nach Vollzogen werden, was die folgenden fünf Monate beanspruchte, so dass endgültig der Dienstbetrieb im April 1995 aufgenommen werden konnte. Um die Sicherheit der Hammer Bevölkerung in der Zeit von Dezember bis April sicherzustellen, wurde die Leitstellen und Wachen am alten Standort an der Sedanstraße, sowie am neuen an der Hafenstraße besetzt. Mit der neuen Leitstelle wurde auch ein neuer Einsatzleitrechner in Betrieb genommen. Ab da bestand für die Leitstelle die Möglichkeit durch das Global Positioning System (GPS) die Fahrzeuge zu orten und dadurch in Echtzeit zu leiten und zu lenken (Wurde nur einige Jahre genutzt, weil der Datenfunkbetreiber diesen Dienst einstellte). Am 7. Mai 1995 wurde mit einem Tag der offenen Tür die Einweihung des Gebäudes gefeiert, zu der 30.000 Besucher kamen.

Am 3. Mai 2010 wurde am Hohefeldweg die zweite Wache der Berufsfeuerwehr in Dienst genommen. Besetzt ist diese Wache im Tagesdienst (Mo. bis Fr. von 6 bis 18 Uhr) mit einem Löschgruppenfahrzeug, Drehleiter und einem Rüstwagen. Die Wachstärke sollte 10 Funktionen betragen. Darüber hinaus ist an dieser Wache ein Rettungswagen im 24 Stunden Dienst eingerichtet.

Berufsfeuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berufsfeuerwehr bildet die Grundsicherung der Stadt im Brandschutz und Rettungsdienst. Sie ist von zwei hauptamtlich besetzten Feuer- und Rettungswachen aus im gesamten Stadtgebiet aktiv. Die Feuer- und Rettungswache 1 an der Hafenstraße 45 ist im 24-Stunden-Dienst mit 3 Wachabteilungen rund um die Uhr einsatzbereit. Die im Jahre 2010 neu in Dienst gestellte Feuer- und Rettungswache 2 (sog. Wache Ost) am Hohefeldweg, stellt ebenfalls im 24-Stunden-System den Rettungsdienst und werktags von 06:00 - 18:00 Uhr auch den Brandschutz in den östlichen Stadtteilen sicher. Außerhalb der Dienstzeiten der FRW 2 sind die Freiwilligen Feuerwehren in diesem Bereich der Stadt für einen ausreichenden Brandschutz aktiv. Die Wachstärke beträgt 25 Funktionen an der Feuerwache 1 und allen Rettungsdienststandorten. Ihre besondere Aufgabe ist die Überwachung eines großen Gebiets und der beiden Autobahnen A1 und A2 bis zum Kamener Kreuz.

Die FRW 1 verfügt über folgende Fahrzeuge:

Feuerwehr

Rettungsdienst

Die FRW 2 verfügt über folgende Fahrzeuge:

Feuerwehr

Rettungsdienst

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr ist in Hamm auf 28 Standorte über das gesamte Stadtgebiet verteilt und in sieben Einsatzbereiche aufgeteilt. Neben der Einsatzabteilung gehören zur FF Hamm noch eine Ehrenabteilung mit 412 ehemaligen Mitgliedern, eine Jugendfeuerwehr mit einer Stärke von 257 Jugendlichen, einen 15 Kräfte starker Versorgungszug eine Rettungshundestaffel und vier Spielmannszüge mit 79 Mitgliedern. Insgesamt 100 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Hamm sind weiblich (die Daten stammen vom 31. Dezember 2005). Wie in Städten mit Berufsfeuerwehr üblich, übernimmt der Leiter der Berufsfeuerwehr auch die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr. Um jedoch die eigenen Interessen aufzeigen zu können, wählen die ehrenamtlichen Feuerwehrmitglieder für sechs Jahre einen Sprecher, der ihre Interessen gegenüber dem Leiter der Berufsfeuerwehr vertritt.

Einsatzbereich Einheiten
Bereich Mitte Der Einsatzbereich besteht aus den Einheiten
Bereich Bockum-Hövel Der Einsatzbereich besteht aus den Einheiten
  • Bockum (Einsatzbereich 51) Der Löschzug Bockum ist mit drei Fahrzeugen - 1 Löschgruppenfahrzeug 16/12 (LF 16/12), 1 Löschgruppenfahrzeug 8 (LF 8) und einem Rüstwagen 1 - ausgestattet. Die etwa 58 Mitglieder fahren etwa 150 bis 160 Einsätze im Jahr.
  • Hövel (Einsatzbereich 52) Der Löschzug Hövel ist mit fünf Fahrzeugen - Drehleiter mit Korb 23-12 und Teleskopgelenk (DLA(K) 23/12 GLT, HLF 20, LF 8, Mannschaftstransportfahrzeug und einem Wechselladerfahrzeug und fünf Abrollbehälter (AB Schlauch, AB CO2, AB ÖL Gewässer, zwei AB Sandsack) der Berufsfeuerwehr ausgestattet. Der Löschzug mit 49 Mitgliedern hat etwa 250 Einsätze im Jahr.
Bereich Heessen Der Einsatzbereich besteht aus den Einheiten
Bereich Uentrop Der Einsatzbereich besteht aus den Einheiten
  • Werries (Einsatzbereich 21) Hilfeleistungslöschfahrzeug 20, Löschgruppenfahrzeug 20, Drehleiter mit Korb 23-12 und Teleskopgelenk (DLA(K) 23/12 GLT) außer werktags 06:00 - 18:00 Uhr (in dieser Zeit ist das Fahrzeug an der Feuer- und Rettungswache 2 im Dienst), Rettungswagen
  • Haaren (Einsatzbereich 22) Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W)
  • Uentrop (Einsatzbereich 23) Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20, Rüstwagen 2, Rettungswagen, Mannschaftstransportfahrzeug, Mehrzweckboot
  • Norddinker (Einsatzbereich 24) Tragkraftspritzenfahrzeug
  • Braam-Ostwennemar (Einsatzbereich 25) Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20, Löschgruppenfahrzeug 8
Bereich Rhynern Der Einsatzbereich besteht aus den Einheiten
  • Rhynern (Einsatzbereich 31) Löschgruppenfahrzeug 16/12, Rüstwagen, Tanklöschfahrzeug 24/50, Löschgruppenfahrzeug 16 mit Tragkraftspritze, Mannschaftstransportfahrzeug
  • Osttünnen (Einsatzbereich 32) Löschgruppenfahrzeug LF 8/6
  • Süddinker (Einsatzbereich 33) Löschgruppenfahrzeug 8
  • Wambeln (Einsatzbereich 34) Tanklöschfahrzeug 8/18, Tanklöschfahrzeug 16/25
  • Allen (Einsatzbereich 35) Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W)
  • Osterflierich (Einsatzbereich 36) Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W)
Bereich Pelkum, Herringen Der Einsatzbereich besteht aus den Einheiten
  • Sandbochum (Einsatzbereich 41) Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20
  • Herringen (Einsatzbereich 42) Löschgruppenfahrzeug 16-12, Löschgruppenfahrzeug 16 mit Tragkraftspritze, Rüstwagen 2, Rettungswagen
  • Wiescherhöfen und Weetfeld (Einsatzbereich 43) Löschgruppenfahrzeug LF 16/12, DLK 23/12, LF 20 und Mannschaftstransportfahrzeug
  • Pelkum (Einsatzbereich 44) Löschgruppenfahrzeug 16/12
  • Lerche (Einsatzbereich 45) Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10
Sondereinheiten Der Bereich Sondereinheiten besteht aus den Einheiten
  • IuK (Einsatzbereich 61) Einsatzleitwagen 1, Einsatzleitwagen 2, GW-IuK (GW-Sonst.)
  • Rettungshundestaffel (Einsatzbereich 62) Gerätewagen Rettungshunde (GW-RHOT)
  • Verpflegung (Einsatzbereich 63) Gerätewagen Verpflegung
  • ABC, Diese Einheit hat keine eigenen Fahrzeuge. Verwendet werden der ABC - Erkunder (Norden), Wechsellader mit AB DEKON-V (Westen) und Gerätewagen DEKON-P (Westen)
  • Werkstatt / Technisches Zentrum, Ist Teil der FRW 1, jedoch am Standort Hövel, Gerätewagen Plane, Pritschenwagen

Rettungsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rettungsdienst im Stadtgebiet wird von der Feuerwehr organisiert und zum größten Teil selbst durchgeführt. Die Krankentransport Herzig GmbH ist seit 1990 in den öffentlichen Rettungsdienst eingebunden. Die Gesellschaft wurde im Jahre 2011 vom Großunternehmen FALCK übernommen. Die Feuerwehr verfügt zur Erfüllung ihrer Aufgaben über zehn Rettungswagen (RTW) und zwei speziell ausgestattete Krankentransportwagen (KTW) für schwergewichtige (S-KTW) oder infektiösen (I-KTW) Patienten. Fünf der zehn RTW, sind den verschiedenen Standorten der Freiwilligen Feuerwehr in Hamm Herringen, Heessen, Uentrop, und Werries zugeteilt und werden von Rettungsassistenten und Rettungssanitätern besetzt. Diese werden im Bedarfsfall über digitale Funkmeldeempfänger alarmiert. Zwei Notarzteinsatzfahrzeuge sorgen für die Notärztliche Versorgung. In Hamm wird im Fall eines Einsatzes für den Notarzt das „Rendezvous-System“ genutzt, bei dem neben dem Notarzteinsatzfahrzeug auch immer ein Rettungswagen alarmiert wird. Das bringt den Vorteil, dass bei einer Fehleinschätzung der Situation der Notarzt den Einsatz abbrechen kann und so wieder einsatzbereit ist. Insgesamt stehen der Feuerwehr Hamm 75 Notärzte zur Verfügung. Bei Massenanfällen von Verletzten (MANV) steht ein weiteres Fahrzeug für den Leitenden Notarzt (LNA) zur Verfügung. Die Transportinkubatoren wurden bis zum Jahre 2010 mit einem Baby-Notarztwagen transportiert. Ab dem Jahre 2010 werden die Inkubatoren mit luftgefederten RTW, auch überörtlich, eingesetzt. Der Rettungshubschrauber (RTH) Christoph 8 aus Lünen fliegt auch Einsätze in Hamm.