Feuerwehraufzug

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Ein Feuerwehraufzug, links ist eine Leiter montiert, in der Ecke hinten links ist die Deckenluke zu erkennen

Feuerwehraufzüge sind besonders abgesicherte Aufzüge, die der Feuerwehr im Brandfall ein Erreichen der Brandetage ermöglichen. Sie dienen der Menschenrettung und dem Materialtransport für die Feuerwehr. Reguläre Aufzüge sollen im Brandfall nicht benutzt werden, da ihre Sicherheitseinrichtungen im Brandfall z. B. dazu führen können, dass der Aufzug mit offenen Türen in einem verrauchten Geschoss stehen bleibt. Sie werden daher nach Möglichkeit so programmiert, dass sie im Brandfall nur noch eine Fahrt in die Feuerwehrzugangsebene oder das nächstmögliche rauchfreie Geschoss ausführen und dann stillgesetzt werden. Feuerwehraufzüge werden daher besonders abgesichert. Der besonders abgesicherte Feuerwehrbetrieb kann durch die Feuerwehr aktiviert werden. Grundlegende Anforderungen an Feuerwehraufzüge werden in EN 81-72, für Altanlagen in TRA 200, geregelt. Für ihre erstmalige und wiederkehrende Prüfung jedoch gibt es bisher nur in wenigen Großstädten (z. B. Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg) spezifische, nur teilweise deckungsgleiche Vorgaben der lokalen Feuerwehren.

Vertreter von Berufsfeuerwehren, Aufzugsherstellern, Prüforganisationen und Betreibern haben im VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V. einen Entwurf für die Richtlinie „Prüfung gebäudetechnischer Anlagen – Feuerwehraufzüge“[1] erarbeitet, zu dem bis 28. Februar 2014 Stellungnahmen möglich waren. Der Richtlinienentwurf enthält als wichtigstes Element Checklisten für die Prüfung von Feuerwehraufzügen. Neben einer Ordnungsprüfung findet eine detaillierte technische Prüfung der baulichen, aufzugsseitigen, steuerungs- und kommunikationstechnischen Anforderungen und der Kennzeichnung des Aufzugs statt. Da die Prüfung auch das Verhalten des Feuerwehraufzugs bei Stromausfall betrifft, ist im Rahmen des Prüfablaufs eine Stromabschaltung im Gebäude erforderlich. Eine solche ist in bestimmten Gebäuden, insbesondere Krankenhäusern, mit erheblichem organisatorischen Aufwand verbunden. Die Checkliste für die Prüfung wurde daher so strukturiert, dass möglichst nur eine Abschaltung erforderlich ist. Weiterhin sind Prüfpunkte nach Möglichkeit nach räumlicher Nähe angeordnet, sodass Wegezeiten im Rahmen der Prüfung minimiert werden.

Anforderungen der Feuerwehr Düsseldorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie ein Feuerwehraufzug im Detail auszuführen ist und warum Vorgaben der DIN EN 81/72 zum Teil für Feuerwehrleute gefährlich werden könnte und wie ein Feuerwehraufzugbetrieb trotz fehlender Vorgaben von Bund und Ländern zu prüfen ist, hat die Feuerwehr Düsseldorf im Detail geregelt.

Die Ausführungskriterien für den Bau und Betrieb von Feuerwehraufzügen im Stadtgebiet Düsseldorf[2] spiegeln die Erfahrung aus mehr als 25 Jahren Betrieb von Feuerwehraufzügen wider und werden vielfach im Bundesgebiet eingesetzt. Allein in Düsseldorf sind schon mehr als 90 Anlagen in Betrieb, Tendenz 100 in weniger als drei Jahren.

Um eine ordnungsgemäße Prüfung durchzuführen, hat die Feuerwehr Düsseldorf ein Prüfprotokoll[3] erarbeitet, anhand dessen eine Prüfung aller geforderten Punkte in möglichst kurzer Zeit möglich ist.

Erfordernis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Notwendigkeit eines Feuerwehraufzuges wird über die Muster-Hochhaus-Richtlinie bzw. die eingeführten Sonderbauverordnungen der Länder geregelt. Eine bundeseinheitliche Regelung existiert nicht.

Die Muster-Hochhaus-Richtlinie [4] sowie die Sonderbauverordnung NRW[5] fordern Feuerwehraufzüge grundsätzlich ab der Hochhausgrenze von 22 m über Erdgleiche (Höhe Fußboden zumindest eines Aufenthaltsraumes). Allerdings gibt es in NRW auch Erleichterungen, so dass dann ein Feuerwehraufzug erst ab 30 m gefordert werden kann. In diesen Regelungen wird auch zusätzlich zu den o. g. Vorgaben zur Rettung im Notfall eine durchgehende Schachtleiter im Feuerwehraufzugschacht gefordert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. VDI 3809 Blatt 2
  2. Ausführungskriterien für den Bau und Betrieb von Feuerwehraufzügen im Stadtgebiet Düsseldorf
  3. Prüfung von Feuerwehraufzügen
  4. Richtlinie über den Bau und Betrieb von Hochhäusern - MHHR (Fassung April 2008) (Memento des Originals vom 3. Februar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/is-argebau.de
  5. Sonderbauverordnung NRW
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