Fidei donum

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Mit der Missionsenzyklika Fidei Donum vom 21. April 1957 rief Papst Pius XII. dazu auf, Priester nach Afrika, Asien und Südamerika zu entsenden, um den dortigen Priestermangel zu beheben. „Fidei Donum“ ist lateinisch und bedeutet „Geschenk des Glaubens“.

Die Freistellung von Priestern für die Mission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Enzyklika forderte Papst Pius XII. die europäischen Bischöfe auf, angesichts des großen Priestermangels in der Dritten Welt ihren dortigen Kollegen zu helfen. Er bat besonders die Diözesanbischöfe, einige ihrer Priester für eine zeitlich begrenzte Tätigkeit in den Kirchen von Afrika freizustellen. Damit setzte er ein Zeichen für die Verantwortung der Bistümer und Ortskirchen. Gleichzeitig nahm er sie in die Pflicht, die Neugestaltung der Missionsarbeit mitzutragen und für ihr Gelingen zu beten. Er erwähnte, dass sie somit einen wertvollen Beitrag zum Wachstum der bedürftigen Gemeinschaften bilden würden.

Bereitstellung von Bistumspriestern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Enzyklika hatte zur Folge, dass als Missionskräfte Mitglieder geistlicher Gemeinschaften mit Sitz in Deutschland, in Afrika, Asien, Ozeanien, Westaustralien, Lateinamerika sowie in Mittel- und Osteuropa im missionarischen Dienst für einen längeren Zeitraum (in der Regel mindestens für drei Jahre) tätig wurden. Später legte die „Kongregation für die Evangelisierung der Völker“ in ihrer „Instruktion“[1] die Entsendung und die Dauer des Aufenthaltes von Priestern des Diözesanklerus fest.

Fidei-Donum-Priester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Forderung der Enzyklika entstanden später die Fidei-Donum-Priester. Die sogenannten FiDoP‘s sind Diözesanpriester mit einem Zeitvertrag für die Missionstätigkeit. In der Tat hat seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die besondere Art der missionarischen Zusammenarbeit der Kirchen durch die sogenannten Fidei-Donum-Priester ihre volle Gültigkeit erlangt.

Textausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lateinischer Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Acta Apostolicae Sedis XLIX (1957), S. 225–248.
  • Josef Glazik (Hg.): Litterae encyclicae de missionibus. A Leone XIII usque ad Joannem XXIII. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 1961.

Deutsche Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herder Korrespondenz 11 (1956/57), S. 474–480.
  • Josef Glazik (Hg.): Päpstliche Rundschreiben über die Mission von Leo XIII. bis Johannes XXIII. (= Missionswissenschaftliches Seminar der Universität Würzburg, Missionstexte 1) Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 1961.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Andresen, Georg Denzler: dtv – Wörterbuch der Kirchengeschichte, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, Mai 1982, ISBN 3-423-03245-6
  • Rudolf Fischer-Wolpert, Wissen Sie Bescheid? – Lexikon religiöser und weltanschaulicher Fragen, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 3. erweiterte Auflage 1982, ISBN 3-7917-0738-8
  • Paolo Mietto: Los Sacerdotes Fidei Donum en la Época de la globalización, de la interdependencia y de la universalización. In: CELAM (Hg.): El Presbítero, discípulo y misionero de Jesucristo, en América Latina y El Caribe. CELAM, Bogotá 2007 (Colección Quinta Conferencia: Análisis, Bd. 6), S. 301–312

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cevang/documents/rc_con_cevang_doc_20010612_istruzione-sacerdoti_ge.html#_ftnref10