Fidschianische Rugby-Union-Nationalmannschaft

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Fidschi
Logo
Spitzname(n) Flying Fijians
Verband Fiji Rugby Union
Trainer NeuseelandNeuseeland John McKee
Kapitän Dominiko Waqaniburotu
WR-Kürzel FJI
WR-Rang 11. (76,21 Punkte)
(Stand: 5. November 2019)
[1]
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Nicky Little (71)
Meiste erzielte Punkte
Nicky Little (670)
Meiste erzielte Versuche
Vereniki Goneva (21)
Erstes Länderspiel
TongaTonga Tonga 9:6 Fidschi FidschiFidschi
(15. August 1924)
Höchster Sieg
NiueNiue Niue 4:124 Fidschi FidschiFidschi
(11. September 1983)
Höchste Niederlage
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 91:0 Fidschi FidschiFidschi
(10. Juni 2005)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 9
Bestes Ergebnis: Viertelfinale 1987 und 2007

Die fidschianische Rugby-Union-Nationalmannschaft vertritt Fidschi auf internationaler Ebene in der Sportart Rugby Union. Sie wird vom Weltverband International Rugby Board (IRB) in die zweite Stärkeklasse (second tier) eingeteilt. Die Mannschaft konnte sich bisher außer 1995 für alle Weltmeisterschaften qualifizieren und erreichte 1987 sowie 2007 mit dem Einzug ins Viertelfinale ihr bestes Ergebnis. Sie nimmt jedes Jahr am Pacific Nations Cup teil (bis 2005 am Pacific Tri-Nations). Der zuständige Verband ist die Fiji Rugby Union. Im Rahmen der Pacific Islands Rugby Alliance organisiert der Verband sporadisch Spiele der Pacific Islanders, einer gemeinsamen Auswahlmannschaft dreier Pazifikstaaten.

Allgemeine Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fidschi ist eines der wenigen Länder, in denen Rugby Union Nationalsport ist. Von den rund 860.000 Einwohnern sind etwa 80.000 lizenzierte Rugbyspieler. Allerdings gehen dem Land zahlreiche Talente verloren, da diese meist in den Profiligen Australiens, Europas oder Neuseelands spielen und oft vom jeweiligen Zielland eingebürgert werden. Die bekanntesten Beispiele sind Joe Rokocoko und Sitiveni Sivivatu (Neuseeland) sowie Lote Tuqiri (Australien). Fidschianer, die ihre ursprüngliche Nationalität behalten, können nicht immer frei eingesetzt werden, da vor allem englische Vereine selten eine Freigabe für Spiele der Nationalmannschaft gewähren.

Die Fidschianer gehören im Rugby Union (15er-Rugby) zu den zwölf besten Mannschaften der Welt. Noch erfolgreicher sind sie jedoch im 7er-Rugby, dessen Regeln auf jenen des 15er-Rugby basieren. So gewannen sie zwei der bisher fünf Austragungen der 7er-Rugby-Weltmeisterschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rugby wurde 1884 erstmals von Europäern und fidschianischen Soldaten in Ba auf der Insel Viti Levu gespielt. 1913 gründeten europäische Siedler die Fiji Rugby Union. Im Dezember desselben Jahres machten die neuseeländischen All Blacks, die von einer erfolgreichen Tour in Kalifornien zurückkehrten, einen Zwischenhalt in Fidschi. Die Fiji Rugby Union organisierte ein Spiel, das die aus Europäern zusammengesetzte Auswahl mit 3:67 verlor.

Das erste Länderspiel der Fidschianer fand am 15. August 1924 in Apia (Samoa) im Rahmen eines Dreiländerturniers gegen Tonga statt und ging mit 6:9 verloren. Die Mannschaft des Auckland University College war 1926 die erste, die in Fidschi zu Besuch war. Im selben Jahr spielten die Fidschianer gegen Tonga erstmals in ihrer traditionellen Spielkleidung, die aus weißem Hemd mit Palmenemblem und schwarzen Shorts besteht.

Von 1924 bis 1938 spielten Fidschi und Tonga jedes zweite Jahr eine Serie von drei Länderspielen. Damals waren dies die einzigen internationalen Spiele überhaupt. 1938 kamen erstmals die New Zealand Māori nach Fidschi. Die Fidschianer wiederum unternahmen 1939 ihre erste Reise nach Neuseeland. Sie gewannen alle ihre Spiele gegen die Auswahlmannschaften der Provinzverbände, ein Spiel gegen die neuseeländische Nationalmannschaft, die All Blacks, wurde jedoch nicht organisiert.

Eine weitere Tour in Neuseeland folgte 1951. Die Tour nach Australien im darauf folgenden Jahr bewahrte den australischen Verband, die Australian Rugby Union, vor dem Bankrott. Gegen die Wallabies resultierte je ein Sieg und eine Niederlage. 1954 fand eine zweite Tour nach Australien statt, die wiederum alle Besucherrekorde brach. 1957 tourten die Fidschianer wiederum in Neuseeland.

1964 wurde erstmals eine Tour nach Europa organisiert. 1970 bezwangen die Fidschianer in England die Barbarians und 1974 verloren sie mit nur einem Punkt Unterschied gegen Neuseeland. Im August 1977 wurden die British Lions, die in Fidschi einen Zwischenhalt einlegten, mit 21:25 bezwungen. Von 1982 bis 1984 blieben die Fidschianer während 15 Spielen ungeschlagen.

Mit der Einführung der Pacific Tri-Nations im Jahr 1982 ergaben sich für Fidschi mehr Spielmöglichkeiten. Die Mannschaft wurde 1987 zur ersten Weltmeisterschaft eingeladen und erreichte das Viertelfinale. Bei der WM 1991 verlor Fidschi alle drei Vorrundenspiele und fand sich am Ende der Tabelle wieder. In der Qualifikation zur WM 1995 scheiterte Fidschi an den pazifischen Konkurrenten Tonga und Samoa. Nach diesem Tiefpunkt wurde die Mannschaft neu aufgebaut, die sich für die WM 1999 qualifizierte. Mit Siegen gegen Kanada und Namibia schaffte sie den Einzug in die Zwischenrunde der Gruppenzweiten, scheiterte dort aber an England.

Bei der WM 2003 gewannen die Fidschianer gegen Japan und USA, verpassten aber mit dem dritten Gruppenrang den Einzug ins Viertelfinale. Am 10. Juni 2005 mussten sie in einem Freundschaftsspiel gegen Neuseeland mit 0:91 die schwerste Niederlage der Verbandsgeschichte hinnehmen. Bei der WM 2007 erzielten die Fidschianer drei Siege in der Vorrunde und schieden im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Südafrika aus. Bei der Weltmeisterschaft 2011 konnte in der schweren Vorrundengruppe D nur gegen Namibia gewonnen werden. Auch 2015 landeten die Fidschianer in einer „Todesgruppe“ mit England, Australien und Wales, in der sie sich mit einem Sieg gegen Uruguay begnügen mussten.

Im November 2018 gelang es Fidschi erstmals Frankreich zu schlagen. Die Fidschianer gewannen mit 21:14 in Paris.

Der Cibi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Cibi vor dem WM-Spiel gegen Kanada 2007

Vor jedem Spiel führt die Mannschaft einen als Cibi bezeichneten Kriegstanz auf, um den Gegner einzuschüchtern und sich selbst Mut zu machen. Erstmals wurde er 1939 während der Tour in Neuseeland getanzt, um dem berühmten Haka der All Blacks etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen. Ratu Sir George Cakobau, der damalige Mannschaftskapitän, hatte sich an Ratu Bola, dem Oberhäuptling des Kriegerstammes Navusaradave in Ba, gewandt und ihn gebeten, für die Nationalmannschaft einen neuen Tanz zu entwickeln.

Fidschianisch Deutsch

Ai tei vovo, tei vovo
E ya, e ya, e ya, e ya
Tei vovo, tei vovo
E ya, e ya, e ya, e ya

Rai tu mai, rai tu mai
Oi au a virviri kemu bai
Rai tu mai, rai ti mai
Oi au a virviri kemu bai

Toa yalewa, toa yalewa
Veico, veico, veico
Au tabu moce koi au
Au moce ga ki domo ni biau

E luvu koto ki ra nomu waqa
O kaya beka au sa luvu sara
Nomu bai e wawa mere
Au tokia ga ka tasere

Bereite dich vor, bereite dich vor
Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh *
Bereite dich vor, bereite dich vor
Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh

Schau hierher, schau hierher
Ich baue einen Kriegszaun für dich
Schau hierher, schau hierher
Ich baue einen Kriegszaun für dich

Ein Hahn und eine Henne,
Sie greifen an, greifen an, greifen an
Es ist mir nicht erlaubt, zu dösen
Außer beim Geräusch der hereinbrechenden Wellen

Dein Schiff liegt tief versunken,
Denke nicht, dass ich auch ertrunken bin.
Deine Verteidigung wartet nur darauf
Zu bröckeln, wenn ich in sie hineinsteche

* wie eine Warnung ausgesprochen

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 30. November 2018[2]

Land Spiele Gewonnen Verloren Unentschieden
ArgentinienArgentinien Argentinien 4 1 3 0
AustralienAustralien Australien 21 2 18 1
Barbarians 3 1 2 0
BelgienBelgien Belgien 1 1 0 0
British and Irish Lions British and Irish Lions 1 1 0 0
ChileChile Chile 1 1 0 0
CookinselnCookinseln Cookinseln 2 2 0 0
EnglandEngland England 7 0 7 0
FrankreichFrankreich Frankreich 10 1 9 0
GeorgienGeorgien Georgien 3 2 1 0
HongkongHongkong Hongkong 3 3 0 0
IrlandIrland Irland 5 0 5 0
ItalienItalien Italien 12 6 6 0
JapanJapan Japan 17 14 3 0
KanadaKanada Kanada 11 8 3 0
NamibiaNamibia Namibia 2 2 0 0
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 5 0 5 0
NeuseelandNeuseeland New Zealand Māori 27 7 18 2
NiueNiue Niue 1 1 0 0
Papua-NeuguineaPapua-Neuguinea Papua-Neuguinea 3 3 0 0
PortugalPortugal Portugal 2 2 0 0
RumänienRumänien Rumänien 3 2 1 0
SamoaSamoa Samoa 54 32 18 4
SchottlandSchottland Schottland 8 2 6 0
SalomonenSalomonen Salomonen 2 2 0 0
SudafrikaSüdafrika Südafrika 3 0 3 0
SpanienSpanien Spanien 1 1 0 0
TongaTonga Tonga 89 59 27 3
UruguayUruguay Uruguay 3 3 0 0
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 6 5 1 0
Wales Wales 11 1 9 1
Total 321 165 145 11

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pacific Tri-Nations[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sieger: 1983, 1985, 1986, 1995, 1996, 1998, 1999, 2002, 2004

Pacific Nations Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sieger: 2013, 2015, 2016, 2017

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Spieler bilden den Kader während der Weltmeisterschaft 2019:[3]

Hintermannschaft (backs)

Spieler Position Verein Länderspiele
Frank Lomani Gedrängehalb Fijian Latui 10
Nikola Matawalu Gedrängehalb Glasgow Warriors 35
Henry Seniloli Gedrängehalb Fijian Latui 26
Alivereti Veitokani Verbinder London Irish 7
Ben Volavola Verbinder Racing 92 31
Levani Botia Innendreiviertel Atlantique Stade Rochelais 13
Josh Matavesi Innendreiviertel Newcastle Falcons 20
Semi Radradra Innendreiviertel Union Bordeaux Bègles 5
Jale Vatubua Innendreiviertel Section Paloise 15
Vereniki Goneva Außendreiviertel Harlequins 56
Filipo Nakosi Außendreiviertel Castres Olympique 1
Waisea Nayacalevu Außendreiviertel Stade Français 17
Josua Tuisova Außendreiviertel Lyon Olympique Universitaire 8
Kini Murimurivalu Schlussmann Atlantique Stade Rochelais 26

Stürmer (forwards)

Spieler Position Verein Länderspiele
Lee Roy Atalifo Pfeiler Jersey Reds 11
Campese Ma’afu Pfeiler vereinslos 58
Eroni Mawi Pfeiler Fijian Latui 8
Peni Ravai Pfeiler Union Bordeaux Bègles 28
Manasa Saulo Pfeiler vereinslos 42
Kalivati Tawake Pfeiler Biarritz Olympique 13
Mesu Dolokoto Hakler Glasgow Warriors 6
Sam Matavesi Hakler Cornish Pirates 7
Tuvere Veremalua Hakler Fijian Latui 5
Tevita Cavubati Zweite-Reihe-Stürmer Harlequins 25
Leone Nakarawa Zweite-Reihe-Stürmer Racing 92 56
Api Ratuniyarawa Zweite-Reihe-Stürmer Northampton Saints 31
Tevita Ratuva Zweite-Reihe-Stürmer Union Bordeaux Bègles 2
Semi Kunatani Dritte-Reihe-Stürmer Harlequins 9
Viliame Mata Dritte-Reihe-Stürmer Edinburgh Rugby 12
Mosese Voka Dritte-Reihe-Stürmer Fijian Latui 8
Dominiko Waqaniburotu Kapitän Dritte-Reihe-Stürmer Section Paloise 45
Peceli Yato Dritte-Reihe-Stürmer ASM Clermont Auvergne 16

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fidschianische Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. World Rugby Rankings. world.rugby, 5. November 2019, abgerufen am 5. November 2019.
  2. Teams played by Fiji. Rugby Data, abgerufen am 21. August 2019 (englisch).
  3. Flying Fijians squad for 2019 Rugby World Cup. Fiji Rugby, 16. August 2019, abgerufen am 21. August 2019 (englisch).