FileZilla

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FileZilla Client
FileZilla logo.svg
FileZilla 3.8.0 unter Windows 8.1
FileZilla 3.8.0 unter Windows 8.1
Basisdaten
Entwickler Tim Kosse und Team
Erscheinungsjahr 2001
Aktuelle Version 3.27.0 [1]
(19. Juli 2017)
Betriebssystem Linux, macOS, Windows
Programmiersprache C++
Kategorie FTP-Client, Portable Software
Lizenz Adware, GPL (Freie Software)
deutschsprachig ja
filezilla-project.org

FileZilla ist eine freie Server- und Client-Software zur Dateiübertragung mittels FTP und SFTP. FileZilla steht für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux zur Verfügung. Der Quelltext steht unter der GNU General Public License (GPL) und wird über SourceForge bereitgestellt.

FileZilla Client[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem FileZilla Client kann der Benutzer sich mit einem FTP-/SFTP-Server verbinden und daraufhin Dateien hoch- und herunterladen. Zudem können Textdateien im lokalen Texteditor geöffnet werden. FileZilla überwacht daraufhin die geöffnete Datei und bietet bei Änderung das Hochladen der Datei an.

FileZilla Portable ist eine portable Ausgabe des FileZilla-Clients.[2] Sie ermöglicht den rechnerübergreifenden Einsatz mittels USB-Massenspeicher oder einem anderen tragbaren Datenträger und kann ohne Installation an verschiedenen Rechnern wie beispielsweise abwechselnd auf dem Laptop, Büro- und Heimcomputer eingesetzt werden.

FileZilla Server[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FileZilla Server ermöglicht den Betrieb eines FTP-Servers und ist ein separates Programm für Windows, das vom gleichen Projekt entwickelt wird. Neben einem einfachen Benutzer- und Gruppen-Management bietet die Software SSL-/TLS-Verschlüsselung, Up-/Downloadraten-Beschränkungen global und pro Benutzer sowie die Möglichkeit, Verbindungen auf bestimmte IP-Adressen sowohl auf Client- wie auf Serverseite einzuschränken. Ein sogenanntes Remote-Admin-Interface ermöglicht auch die Wartung von anderen Computern aus. In FileZilla Server 0.9.43 ist die Heartbleed-Lücke (TLS) enthalten, FileZilla Server 0.9.44 lässt sich aber auf Windows Server 2003 nicht mehr installieren. Die aktuelle Version ist 0.9.56 vom 1. März 2016.[3]

Versionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab der Version 2.2.23 basiert FileZilla auf Unicode, wodurch es nicht mehr mit den Windows-Versionen vor Windows XP kompatibel ist.

Mit der Version 3 ist FileZilla von Grund auf neu geschrieben worden und setzt auf wxWidgets.

Ab der Version 3.0.4 ist die Verwendung von FTP-Proxyservern möglich.

Bis Version 3.0.9 wurden Windows NT und 2000 unterstützt. Die vorkompilierten Dateien für Mac OS X setzen Mac OS X 10.5 (Leopard) voraus, 10.4 (Tiger) und älter erfordern eine manuelle Kompilierung.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SourceForge hob FileZilla im November 2003 besonders hervor, indem das Programm zum Projekt des Monats gekürt wurde.[4] Außerdem gewann FileZilla den SourceForge.net Community Choice Award in der Kategorie Netzwerk. Seit Start des Projektes wurde die Software über 414 Millionen mal bei SourceForge heruntergeladen.[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adware[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitweise enthielt der ausführbare FileZilla-Installer Adware von Drittanbietern, da FileZilla an einem Programm des Hosters SourceForge namens „DevShare“ teilnahm[6][7]. Der Installer lud bei der Installation ungefragt Drittanbieter-Inhalte von fremden Websites herunter, über die weder SourceForge noch Filezilla-Entwickler Tim Kosse Kontrolle hatten, um zusätzliche Software Dritter zur Installation anzubieten.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FileZilla-Client speicherte die Anmeldedaten (Benutzername und Passwort) bis Version 3.26 unverschlüsselt auf der Festplatte, sodass diese leicht durch Dritte oder durch Schadsoftware ausgespäht werden konnten.[8][9][10] Dafür wurde FileZilla von Nutzern häufig kritisiert.[11] Mit der Version 3.26 haben die Entwickler auf diese Kritik reagiert und das Programm mit einer Master-Passwort-Funktion nachgerüstet. Diese ist unter Einstellungen zu finden, muss vom Nutzer allerdings in Eigenregie aktiviert werden.[11]

Passwortgeschützte Schlüsseldateien werden nicht unterstützt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • WinSCP, basiert zum Teil auf FileZilla
  • PuTTY, wird teilweise von FileZilla benutzt[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: FileZilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FileZilla Changelogs. Abgerufen am 19. Juli 2017 (englisch).
  2. PortableApps: FileZilla Portable – FTP für die Hosentasche, Überblick zum portablen Programm und Download der aktuellen Version vom 24. Oktober 2015, abgerufen am 1. Februar 2016.
  3. FileZilla: Versionsgeschichte – FileZilla Server (englisch), abgerufen am 1. Februar 2016.
  4. SourceForge: Project of the Month, November 2003 (englisch), Artikel vom 31. Oktober 2003, abgerufen am 1. Februar 2016.
  5. SourceForge: Top Project Listings (englisch), Auflistung, abgerufen am 1. Februar 2016.
  6. SourceForge: Today We Offer DevShare (Beta), A Sustainable Way To Fund Open Source Software (englisch), Presseerklärung bezüglich der Teilnahme am Adware-Programm „DevShare“ vom 1. Juli 2013, abgerufen am 25. April 2017.
  7. SourceForge: SourceForge Acquisition and Future Plans (englisch), SourceForge beendet „DevShare“-Programm, 9. Februar 2016, abgerufen am 25. April 2017.
  8. Test: So unsicher ist Filezilla, Artikel von Mr. Crowley’s Testberichte vom 26. Juni 2012, abgerufen am 1. Februar 2016.
  9. FileZilla — die Arroganz der Macht?, Artikel von Christian Sickendieck vom 21. Oktober 2007, abgerufen am 1. Februar 2016.
  10. FTP-Client: Filezilla bekommt ein Master Password - Golem.de. (golem.de [abgerufen am 27. Mai 2017]).
  11. a b Nach vielen Jahren endlich da: FileZilla mit längst überfälliger Sicherheitsfunktion. chip.de. Abgerufen am 2. Juni 2017.
  12. Golem.de: Putty: Verschlüsselter Schlüsseldienst für Windows, Artikel von Jörg Thoma vom 19. Juli 2010, abgerufen am 1. Februar 2016.