Filialkirche Rottersdorf
Die römisch-katholische Filialkirche Rottersdorf steht am nordwestlichen Ortsrand von Rottersdorf in der Gemeinde Statzendorf im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich. Die dem Patrozinium des heiligen Matthäus unterstellte Filialkirche der Pfarrkirche Statzendorf gehört zum Dekanat Göttweig in der Diözese St. Pölten. Die Kirche und der Friedhof stehen unter Denkmalschutz (Listeneintrag).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirche wurde 1284 als Filiale von Herzogenburg genannt und ging 1784 an Statzendorf. Der kleine im Kern romanische Kirchenbau um 1300 wurde im 17. Jahrhundert baulich verändert.
Architektur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirche ist von einem kleinen ummauerten Friedhof umgeben.
Das Kirchenäußere zeigt ein Langhaus und einen eingezogenen Chor mit einem geraden giebelständigen Schluss und einen kleinen nordseitigen Sakristeianbau mit 1643/1644 bezeichnet unter einem erneuerten Satteldach. Die Fenster sind barock gerundet und wurden im Anfang des 20. Jahrhunderts in neugotischen Formen gerahmt. Der vorgestellte barocke Westturm hat rundbogige Schallfenster und Schlitzfenster, er trägt ein Pyramidendach. Der Turm zeigt Reste einer barocken Wandmalerei, wohl eine Sonnenuhr, mit 1670 bezeichnet.
Das Kircheninnere zeigt ein Langhaus unter einer Flachdecke mit einem Stuckspiegel. Die hölzerne Westempore aus dem 19. Jahrhundert steht auf einer Mittelsäule mit Kerbschnittmotiven. Der Triumphbogen ist korbbogig. Der romanische annähernd quadratische Chor mit einer barocken Flachdecke mit einem Putzspiegel hat in der Ostwand ein vermauertes Lanzettfenster aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Die nordseitige Sakristei hat ein barockes Stichkappentonnengewölbe mit einem passförmigen Putzspiegel. Die Tür zum Turmerdgeschoß zeigt in Füllungen die Malereien Christus an der Geiselsäule und Dornenkrönung. Die Tür zur Empore zeigt Malereien Christus- und Mariamonogramm aus dem 17. Jahrhundert.
Die ornamentale Glasmalerei entstand im Anfang des 20. Jahrhunderts.
Einrichtung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Hochaltar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ist ein volutenflankiertes Retabel mit einem geschwungenen Aufsatz. Das Altarblatt hl. Matthias malte wohl Bartolomeo Altomonte.
Es gibt einen Sakristeischrank als ehemaligen Orgelkasten, die Türinnenseiten aus dem späten 17. Jahrhundert sind mit den Heiligen Cäcilia und Barbara bemalt.
Die ehemalige Turmuhrwerk entstand 1803.
Zwei Glocken sind mit 1917 bezeichnet. Eine Glocke goss Josef Pfundner (Glockengießerei Pfundner) 1948.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rottersdorf, Filialkirche hl. Matthäus. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003, S. 1874–1875.
Koordinaten: 48° 17′ 18,5″ N, 15° 38′ 51,1″ O